Durchbruch des Elektroautos 2022

Automanager sehen Deutschland vorn

Silvretta E-Auto Foto: Achim Hartmann, Hardy Mutschler, Reinhard Schmidt

Noch haben E-Autos hierzulande Exotenstatus, andernorts ist man schon weiter. Doch die globale Marktführerschaft bei E-Mobilität ist eher Marathon als Sprint - und Automanager glauben, dass Deutschland am Ende den längsten Atem haben wird.

Europas Automanager rechnen für das Jahr 2022 mit einem Massenmarkt der Elektroautos. Außerdem sehen sie Deutschland als den künftigen Weltmarktführer bei E-Mobilität. Das geht aus dem "European Automotive Survey 2011" hervor, den die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young am Montag (29.8.) in Frankfurt am Main vorstellte. An der Studie beteiligten sich die Führungsetagen von gut 300 europäischen Zulieferern und Autobauern.

Jeder vierte befragte Manager glaubt, dass die E-Fahrzeuge 2018 kein Nischenprodukt mehr sein werden, sondern echte Alternativen zu herkömmlichen Dieselautos und Benzinern. Die deutschen Unternehmen gehen von 2021 aus und sind damit ein wenig zuversichtlicher als die Mehrheit. Denn der Schnitt aller Befragten rechnet mit dem Durchbruch der neuen Antriebsform für 2022.

E-Auto ist nicht mehr nur Zukunftsthema

Der Ernst-&-Young-Automobilexperte und Autor der Studie, Peter Fuß, fasste zusammen: "Das zeigt: Elektromobilität ist kein Zukunftsthema mehr - die Branche richtet sich darauf ein, dass dieser Markt und die notwendigen Technologien bereits in relativ kurzer Zeit etabliert sein werden." Nach dem Willen der Bundesregierung sollen 2020 mehr als eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen rollen.

Bisher bremsen vor allem die geringen Reichweiten der Batterien und höhere Anschaffungspreise den Erfolg der E-Fahrzeuge. Auch an vielen technischen Details muss noch getüftelt werden - so steht in E-Autos beispielsweise nicht mehr die Abwärme des Motors zum Heizen des Innenraumes bereit. Wird dafür - wie bei der Klimaanlage auch - Batteriestrom genutzt, kürzt das die ohnehin geringe Reichweite.

Bosch rechnet im Jahr 2025 mit E-Auto-Durchbruch

Der Chef der Kfz-Sparte des weltgrößten Autozulieferers Bosch, Bernd Bohr, hatte der dpa vor kurzem gesagt, sein Unternehmen wolle mit dem Elektrofahrzeug-Geschäft noch vor 2020 den Sprung in die schwarzen Zahlen schaffen. Er rechne damit, dass sich ab Mitte des nächsten Jahrzehnts - also etwa 2025 - die E-Autos durchsetzen und von da an weniger Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verkauft werden.

Auf Deutschlands Straßen ist derzeit nur eine kleine vierstellige Zahl an Elektroautos unterwegs - bei insgesamt gut 42 Millionen zugelassenen Fahrzeugen. Die deutschen Hersteller liegen mit ihren Plänen für E-Auto-Einführungen noch hinter der Konkurrenz. Dennoch glaubt jeder zweite Manager (51 Prozent), dass Deutschland weltweit die besten Chancen hat, Marktführer für Elektromobilität zu werden.

Dahinter folgen die Automobilstandorte China, Japan und Frankreich. Die Unternehmen in Deutschland sind bei den eigenen Chancen übrigens sehr zuversichtlich: Drei Viertel glauben an die Marktführerschaft.

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