03/2018, Audi e-benzin Anlage Audi

e-Benzin und e-Diesel von Audi

60 Liter künstliches Benzin

Audi arbeitet weiter intensiv an der Erforschung synthetischer Kraftstoffe. Erstmals wurden jetzt 60 Liter künstliches Benzin für Motorentests hergestellt.

Audi und das Partnerunternehmen Global Bioenergies haben jetzt erstmals eine für Motorentests ausreichende Menge synthetisches Benzin hergestellt.

e-benzin nennt Audi den künstlich erzeugten Kraftstoff, der aus Biomasse gewonnen wird und damit kein Erdöl benötigt. 60 Liter e-benzin wurden produziert, also mehr als die Tankfüllung eines kompakten Audi A3. Genug, um das Verhalten des Treibstoffes in Sachen Einspritzung, Verbrennung und Abgasverhalten zu überprüfen.

Mittelfristig wollen die Kooperationspartner das e-benzin komplett ohne Biomasse als Ausgangsbasis herstellen. Dann sollen Wasserstoff und CO2 als Zutaten genügen.

Auch bei der Erprobung des künstlichen Dieselsprits, entsprechend e-diesel genannt, ist Audi aktiv. Mitte 2018 will man in der Schweiz Wasserkraft für dessen Erzeugung nutzen.

Dafür haben sich die Ingolstädter zwei Partnerunternehmen ins Boot geholt: Die Ineratec GmbH aus Karlsruhe ist für Technik zuständig, während die Energiedienst Holding AG aus Laufenburg im schweizerischen Kanton Argau die Öko-Energie liefert.

Aus Strom, Wasser und CO2 wird Diesel

Dank e-diesel kann ein Verbrennungsmotor CO2-neutral betrieben werden. Die Erzeugung des Kraftstoffs erfolgt nach der Fischer-Tropsch-Synthese. Das Verfahren wurde 1925 von den deutschen Chemikern Franz Fischer und Hans Tropsch entwickelt – seinerzeit für die Kohleverflüssigung. Bei der e-Diesel-Anlage von Audi wird zuerst mittels einer Elektrolyse Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Im zweiten Schritt reagiert Wasserstoff mit Kohlendioxid. Das benötigte CO2 wird entweder aus der Luft oder aus Biogas-Anlagen gewonnen. Die so entstehenden Kohlenwasserstoff-Verbindungen werden im letzten Schritt separiert, am Ende kommen e-Diesel und erneuerbare Wachse heraus. Diese ohne den Einsatz von fossilen Rohstoffen erzeugten Wachse finden beispielsweise in der Kosmetik- und der Nahrungsmittel-Industrie Verwendung.

Die gesamte e-diesel-Anlage hat ungefähr die Größe eines Seecontainers und lässt sich somit an einem Ort montieren und dann relativ leicht zum endgültigen Standort transportieren. Hat die Anlage erstmal ihren vollen Betrieb aufgenommen, sollen bis zu 400.000 Liter synthetischen Diesels pro Jahr erzeugt werden. Der Diesel dient Audi zu Forschungszwecken und soll später auch über noch zu findende Partnertankstellen in den Verkauf gelangen.

Eine Anlage steht bereits in Deutschland

In Dresden betreibt Audi mit dem Dresdner Partner Sunfire bereits seit über drei Jahren eine Anlage zur Erzeugung von e-diesel. Diese arbeitet ebenfalls nach dem Prinzip der Fischer-Tropsch-Synthese. Die neue Anlage in der Schweiz wird aber kleiner sein und mit gleichmäßigen Drücken arbeiten können, wovon sich die Betreiber eine Energieersparnis bei der e-diesel-Produktion erhoffen.

Am weitesten sind die Ingolstädter beim e-gas: Die Power-to-Gas-Anlage im niedersächsischen Werlte (Emsland) erzeugt bereits synthetisches Methan, wie es für die g-tron-Varianten der Modelle A3, A4 und A5 verwendet werden kann.

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