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Mit dem E-Bike durch den urbanen Verkehr

Alternative für Schönwetterfahrer

11/2017, Klever Commuter Foto: Bernd Conrad 5 Bilder

Verstopfte Nahverkehrszüge, keine Parkplätze, trockenes Wetter. Höchste Zeit, mal ein E-Bike auszuprobieren. Taugt der Drahtesel mit Elektronen-Boost als Alternative?

28.11.2017 Bernd Conrad 1 Kommentar

Es gibt auch beim Homo Urbanicus noch eine Gruppe, die sich gerne und bewusst individuell fortbewegt. Die sich nicht in überfüllte U-Bahn-Züge quetschen lässt, um dort olfaktorische Studien auf dem Weg ins Büro zu starten.

Die aber auch mit einem geteilten Elektroauto keinen Parkplatz suchen will, der dann garantiert erst vier Blocks vom eigentlichen Ziel entfernt ist. Da kommt das Zweirad ins Spiel, man wollte doch eh mal raus ans Tageslicht und außerdem mal für ein bisschen Bewegung sorgen.

Unterstützung bis maximal 25 km/h

Um eine Versicherungs- und damit eine Kennzeichenpflicht zu umgehen, soll es ein E-Bike, auch Pedelec genannt, sein. Darunter versteht man Fahrräder mit Elektrounterstützung, die nicht alleine durch die Kraft des Stromes fahren können und bei denen – um die genannten Pflichten zu umgehen – die Unterstützung des Motors über 25 km/h abgeschaltet wird.

Die Testfahrt des Selbstversuches beginnt im Vorort, vor uns liegt eine 15 Kilometer lange Strecke in die Münchner Innenstadt. Genug weg, um mit dem Fahrrad eigentlich so weit verschwitzt am Ziel anzukommen, dass man doch lieber duschen oder zumindest die Garderobe wechseln möchte.

Das ist – Achtung, Spoiler – mit dem E-Bike nicht unbedingt nötig. Schon auf den ersten Metern ist der eingebaute Rückenwind durch den 250 W starken Elektromotor in der Hinterradachse zu spüren. Dessen Kraftabgabe ist beim Testrad, einem X-Commuter der Firma Klever Mobility, in drei Stufen einstellbar. Vom sanften Anschub bis zur maximalen Unterstützung mit 43 Nm Drehmoment, die unter anderem Bergauffahrten erleichtert.

Der Pendlerweg führt dieses Mal nicht über, sondern neben der verstopften Einfallstraße entlang. Mit überraschend wenig eigenem Kraftaufwand pendelt sich die Geschwindigkeit bei knapp unter 25 Stundenkilometern Dauertempo ein – nicht langsamer als der Autoverkehr.

Wie im Elektroauto lässt sich auch am E-Bike über das kleine zentrale Display am Lenker die Rekuperation einstellen, bis hin zur merklichen Verzögerung. Auch das hat man schnell gelernt und kann die Elektrokraft gut einteilen und steuern, das Fahren wird sanfter.

Am Ziel in der City angekommen, überrascht, wie frisch man noch ist. Obwohl man die ganze Strecke selber in die Pedale getreten hat wie beim herkömmlichen Drahtesel wurde die Anstrengung durch den Elektromotor so weit minimiert, dass man noch ruhigen Gewissens Kollegen und Geschäftspartnern gegenübertreten kann.

Den Akku nimmt man einfach mit

Entspannter ist man dabei sowieso, weil die lästige Stellplatzsuche entfallen ist, das Schloss des E-Bikes kuschelt mit einem Laternenpfahl. Das kleine Lenkerdisplay steckt in der Hosentasche, womit der Elektromotor des Rades für zusätzlichen Diebstahlschutz blockiert ist. Der Akku in Größe einer Damenhandtasche, mit 360 Wh Kapazität laut Datenblatt ausreichend für 60 Kilometer hybride Fahrweise, hängt unter dem Schreibtisch an der Steckdose. Womit das E-Bike gegenüber dem Elektroauto zumindest im Moment noch einen Vorteil in Sachen Lademöglichkeiten hat.

Das Blatt wendet sich natürlich, wenn das Wetter nicht mitspielt. Regen, Schnee und Graupel machen das Pendeln mit dem E-Bike trotz wetterfester Kleidung nicht unbedingt gemütlich, rutschige Böden sind mit Vorsicht zu befahren.

Dennoch empfiehlt sich ein E-Bike für Menschen, die in chronisch zugeparkten und zukünftig vielleicht zufahrbeschränkten Innenstädten wohnen und arbeiten. Nicht unbedingt als alleiniges Vehikel, aber als gute Zutat im Cocktail mit dem öffentlichen Nahverkehr und Car Sharing.

Fazit

Eine Alternative zu anderen Verkehrsmitteln ist das E-Bike nur für sehr wetterfeste Menschen (oder deren Kleidung) und in Städten mit Sommergarantie. Aber auch bei uns gilt: Die Mischung macht’s. Das E-Bike hat einen Platz im eigenen Verkehrsmix verdient.

Neuester Kommentar

Optional gibt es auch das Cit-Kar. Wetterschutz und mit Elektromotor. Man kann sogar noch Gepäck oder einen Einkauf mitnehmen und es sieht sehr cool aus.

jonaskremer 28. November 2017, 13:42 Uhr