Ehemaliger VW-Chef Kurt Lotz gestorben

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Professor Kurt Lotz starb nach Angaben seines Sohnes vom Samstag (12.3.) nach langer, schwerer Krankheit am Mittwoch im Alter von 92 Jahren. Lotz hatte zuletzt in Hannover gewohnt und wird dort auch beigesetzt.

Der am 18. September 1912 im hessischen Lenderscheid geborene Bauernsohn leitete vier Jahre lang die Geschicke von VW. Unter seiner Führung legte eine Produktionsplanungsgruppe das Fundament für die späteren Erfolgsmodelle "Golf" und "Audi/Passat". Mit Lotz habe VW einen Weggefährten verloren, der die Geschicke des VW-Konzerns maßgeblich mitgeprägt habe, sagte ein VW-Sprecher am Sonntag.

Der als geradlinig geltende Lotz hatte nach dem Abitur zunächst die Polizeilaufbahn eingeschlagen. Nach dem Krieg begann er bei Brown Boverie & Cie in Dortmund eine kaufmännische Lehre und arbeitete sich innerhalb von zwölf Jahren vom Lohn- und Materialabrechner zum Generaldirektor hoch. Im Juni 1967 holte ihn VW-Chef Heinz Nordhoff nach Wolfsburg. Als Nordhoff ein knappes Jahr später starb, wurde Lotz im April 1968 Vorstandsvorsitzender bei VW.

Er übernahm die Führung zu einer Zeit, in der deutlich geworden war, dass VW allein mit dem erfolgreichen "Käfer" nicht weiter machen konnte. Die Entwicklung der späteren Erfolgsmodelle "Golf" und "Audi 80/Passat" geht auf die Anregung von Lotz zurück.

Zunächst musste sich der neue Chef allerdings mit den Hinterlassenschaften einer verfehlten Modellpolitik auseinander setzen. In seine Zeit fiel eine Gewinneinbuße von 42 Prozent. Nach monatelangen Auseinandersetzungen über die Personalpolitik und die gewerkschaftliche und politische Mitbestimmung bei VW trat Lotz acht Monate vor Ablauf seines Vertrages im September 1971 als VW-Vorstandsvorsitzender zurück - im Wissen, dass die Belegschaft hinter ihm stand.

Er engagierte sich danach ehrenamtlich in verschiedenen Gremien für den Umweltschutz. Unter anderem war er Jahrzehnte lang Vorsitzender und zuletzt Ehrenpräsident der deutschen Sektion des "World Wide Fund for Nature" (WWF).

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