Einkaufskosten treiben Benzinpreise

Foto: dpa

Die Einkaufskosten für Benzin am Rotterdamer Markt treiben die Benzinpreise in Deutschland an. Die Beschaffungskosten sind seit Jahresbeginn um 50 Prozent gestiegen; die Rohölpreise legten um ein Fünftel zu.

Das teilte der Mineralölwirtschaftsverband am Freitag (14.5.) in Hamburg mit. "Deutschland kann sich den Entwicklungen an den internationalen Ölmärkten wegen seiner nahezu hundertprozentigen Importabhängigkeit nicht entziehen", berichtete MWV-Hautgeschäftsführer Klaus Picard. Wachstum sei beim Kraftstoffabsatz wegen der immer sparsameren Automotoren kaum noch zu erwarten, ergänzte er.

Die Rotterdamer Notierungen haben laut MWV maßgeblichen Einfluss auf die deutschen Tankstellenpreise. Und die legten zum Wochenschluss wieder zu: Ein Liter Superbenzin kostete bei Aral am
Freitag durchschnittlich 1,21 Euro, Benzin 1,19 Euro. Diesel war für
rund 97 Cent zu haben. "Der Wettbewerb hält in unverminderter Intensität an", sagte Picard. Seit Jahresbeginn habe es 75 Preisbewegungen gegeben, jeweils zur Hälfte nach oben oder unten. Picard erinnerte daran, dass die Benzinpreise ohne den Staatsanteil derzeit 36 Cent pro Liter betragen würden.

Preistreiber ist die Rohölnachfrage

Die unsichere politische Lage im Mittleren Osten hat laut MWV bei den derzeitigen Rohölpreisen zu einer "Spekulationsprämie" geführt. Preistreibender Faktor ist nach wie vor auch die hohe weltweite Rohölnachfrage. In den USA liege der Mineralölverbrauch bei 900 Millionen Tonnen jährlich. Davon sind 400 Millionen Tonnen Benzin, rund ein Zehntel wird importiert. Zum Vergleich: Deutschland verbraucht 26 Millionen Tonnen Benzin (2003). Die Erfahrung zeige, dass die US-Nachfrage mit Beginn der Sommersaison im Juni zurückgehe, meinte Picard.

In Deutschland wird der Benzinverbrauch im Jahr 2020 nach Einschätzung des MWV rund 30 Prozent unter dem Niveau von 2003 liegen. Als wesentlichen Grund dafür nennt der MWV die technologische Entwicklung hin zu sparsameren Motoren: Heute werden 36,7 Millionen Benzin-Pkw, 14 Millionen mehr als vor zwanzig Jahren, mit nur drei Millionen Tonnen mehr Benzin betrieben. Dieselkraftstoff, mit einem Absatz von 28 Millionen Tonnen 2003 (minus zwei Prozent), werde um vier Prozent zurückgehen.

An den internationalen Märkten hielten die Rohölnotierungen am Freitag ihr hohes Niveau. Die Nordseesorte Brent lag bei über 38 Dollar. Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hatte sich am Vortag knapp unter 37 Dollar gezeigt. In New York wurden für die Juni-Lieferungen mehr als 41 Dollar gezahlt.

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