Entlassungen bei Daimler-Chrysler?

Angesichts der schwachen Nachfrage auf dem Nutzfahrzeugmarkt schließt die Daimler-Chrysler AG in diesem Bereich betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus.

Angesichts der schwachen Nachfrage auf dem Nutzfahrzeugmarkt schließt die Daimler-Chrysler AG in diesem Bereich betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Zunächst hatte ein Sprecher am Dienstag (27.11.) in einer Stellungnahme zu einem Bericht des „Stern“ betriebsbedingte Kündigungen noch als ausgeschlossen bezeichnet. Ein sozialverträglicher Abbau etwa durch Ausnutzung der Fluktuation sei aber denkbar. Auf spätere Nachfrage hieß es, dass man dazu keinen Kommentar mehr abgeben wolle.

Der „Stern“ hatte berichtet, dass im Mercedes-Benz-Lkw-Werk in Wörth (Pfalz) nur noch vier Tage in der Woche gearbeitet werden solle. Die kürzere Arbeitszeit solle für 10.000 Beschäftigte in den Monaten Januar und Februar 2002 gelten. Hintergrund der Maßnahme sei ein Rückgang der Aufträge um 20 Prozent.

Der Daimler-Chrysler-Sprecher sagte dazu, man habe mit Hilfe der Betriebsvereinbarung über flexible Arbeitszeitmodelle bereits Ende Oktober zwischen Werksleitung und Betriebsrat vereinbart, an fünf Freitagen und zwei Fastnachtstagen im Januar und Februar nicht zu arbeiten. Der Auftragsrückgang liege deutlich unter 20 Prozent. Im Mercedes-Werk von Wörth würden weiterhin in zwei Schichten täglich 330 Lkw vom Band laufen.

Mit der Betriebsvereinbarung könnte auch bei saisonalen oder konjunkturellen Schwankungen die Zahl der Beschäftigten konstant gehalten werden. Für rund 8.000 Beschäftigte der Busproduktion in Neu-Ulm und Mannheim werde auf Grund dieser Vereinbarung im kommenden Jahr zwischen der 3. und 9. Kalenderwoche nur an vier Tagen gearbeitet. Nach „Stern“-Angaben ist dort auch ein sozialverträglicher Personalabbau in der Diskussion.

Der Nutzfahrzeug-Markt ist weltweit in einer Krise. Bei der amerikanischen Daimler-Chrysler-Tochter werden 2.700 Stellen abgebaut. Der Sanierungsplan soll 713 Millionen Mark (365 Millionen Euro) kosten. Bei Mercedes-Benz-Lastwagen ging im 3. Quartal der Absatz um 15 Prozent zurück. Die Bereiche Transporter und Busse konnten im 3. Quartal aber ihren Absatz um vier und zwölf Prozent steigern. Der Münchner Nutzfahrzeughersteller und Maschinenbauer MAN rutschte im 3. Quartal in der Sparte Nutzfahrzeuge in die roten Zahlen und will tausende Arbeitsplätze abbauen.

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