Erdbeben in Japan

Firmen stoppen Produktion

Erdbeben Japan Foto: dpa

Etliche japanische Unternehmen haben am Montag (14.3.) ihre Produktion gestoppt, nachdem das schwerste Erdbeben in Japan den Nordosten erschüttert hat. Viele Fabriken wurden zerstört und der Strom fiel aus.

Auch viele Einzelhandelsgeschäfte waren im Zentrum von Tokyo am Montag geschlossen. Zehntausende Menschen gelten nach dem Erdbeben und Tsunami vergangene Woche als tot, viele werden vermisst.

Toyota und Honda stoppen Produktion

Tokyo Electric Power plant Stromrationierungen in der Region um Tokio, da das Unternehmen von den Atomschmelzen in seinen Reaktoren in der Präfektur Fukushima betroffen ist. Der Energieversorger will versuchen die Stromproduktion abzufedern, indem Atomreaktoren abgeschaltet werden.
 
Der Autobauer Toyota Motor kündigte einen Produktionsstopp von Montag bis Mittwoch in all seinen inländischen Fabriken an. Nach Angaben von Kyodo News seien dies Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeiter und deren Familien in den vom Erdbeben erschütterten Regionen. Die dreitägige Betriebspause komme einem Verlust von 40.000 produzierten Autos gleich, berichtete Kyodo News.
 
Auch die Toyota-Töchter Daihatsu Motor und Hino Motors wollten dem Beispiel folgen. Die Firma Isuzu Motors wollte ihre Produktion sogar von Montag bis Freitag lahmlegen.
 
Weil zu wenig Autoteile geliefert wurden, musste auch Honda Motor seine Produktion in der Erdbeben betroffenen Region einstellen.

Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan ruht auch das japanische Nutzfahrzeuggeschäft des Stuttgarter Autoherstellers Daimler in dieser Woche. Produktion und Verwaltung der japanischen Tochter Mitsubishi Fuso blieben geschlossen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Nach derzeitigem Kenntnisstand sei keiner der 12.836 Mitarbeiter in Japan zu Schaden gekommen. Ein Großteil der Angehörigen deutscher Mitarbeiter sowie Dienstreisende seien schon auf der Rückreise.

BMW holt Mitarbeiter nach Hause

Auch BMW hat nach der Erdbebenkatastrophe in Japan seine deutschen Mitarbeiter nach Hause geholt. Die insgesamt rund 50 Angestellten seien auf dem Heimweg, sagte ein Sprecher des Autobauers am Montag in München. Seinen japanischen Mitarbeitern habe der Konzern angeboten, sie bei der Suche nach sicheren Unterkünften im Süden des Inselstaats zu unterstützen.
 
BMW beschäftigt in Japan insgesamt rund 700 Menschen. Der Konzern unterhält neben einer Vertriebsorganisation in Tokio unter anderem auch ein Entwicklungsbüro in der Hauptstadt. Über die wirtschaftlichen Folgen lasse sich angesichts der unübersichtlichen Lage derzeit aber noch nichts sagen, sagte der Sprecher.

Autoexperte erwartet Dämpfer für Japans Autoindustrie

Der japanischen Autoindustrie drohen nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer nach dem verheerenden Erdbeben kräftige Einbußen. Derzeit haben alle japanischen Hersteller zwar erst mal nur Produktionsunterbrechnungen bis Montag angekündigt. Im schlimmsten Fall könne es aber bis zu drei Monate dauern, bis die Autofertigung wieder läuft, heißt es in einer am Sonntag verbreiteten Mitteilung Dudenhöffers.
 
Das entspreche  einem Produktionsausfall von 2,5 Millionen Fahrzeugen, der nur zu etwa 30 Prozent durch Produktionsausweitungen der Werke außerhalb Japans auszugleichen sei. "Damit würden die japanischen Autobauer etwa 1,6 Millionen Fahrzeuge "verlieren", die von den anderen Autobauern - also US-Amerikanern, Europäern, Koreanern - aufgefangen würden", schreibt Dudenhöffer. "Dies entspricht in etwa einem Schaden von 25 Milliarden Euro für die japanische Automobilindustrie."
 
Der Autoexperte weist allerdings darauf hin, dass überhaupt noch nicht absehbar sei, welche Produktionsanlagen wie stark beschädigt wurden - und wie stark Logistikstrukturen für den Fahrzeugexport und die Fahrzeugproduktion zerstört wurde. "Unklar ist auch, in wie weit die notwendige Energie zur Produktion und zum Transport zur Verfügung steht."
 

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