Essen Motor Show

Alle tunen den Golf

Foto: Abt

Der neue Golf: Um kaum eine Premiere gab es auf der IAA so viel Wirbel. Immerhin ist der Kompakte das wichtigste Modell des VW-Konzerns und eines der beliebtesten Fahrzeuge überhaupt.

Dass auch die Tuning- und Zubehörfirmen der fünften Golf-Generation große Bedeutung einräumen, deutete sich bereits auf der Messe im September an. Einzelne Firmen brachten das Kunststück fertig, zeitgleich mit dem Serien-Debüt die ersten Tuning-Varianten zu enthüllen. Ihren ganz großen Auftritt werden die Golf-Veredler aber erst bei der Essen Motor Show haben.

"Der neue Golf wird in Essen die Hauptrolle spielen", ist sich Michael Lauer, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Autombil-Tuner (VDAT) in Düsseldorf, sicher. Schließlich sei der Golf auch in der Tuning-Szene ein "Kultauto". Lauer rechnet daher damit, dass der Neue aus Wolfsburg in allen Bereichen der Tuning-Messe vertreten sein wird - bei den Sonderrädern, Fahrwerken und Komplettfahrzeugen.

Der Golf ist das Tuning-Auto-Nummer-Eins

Das zeigt sich auch bei dem, was die Firmen bislang über ihr Messeprogramm durchsickern lassen. "Der Golf ist der wichtigste Wagen für uns", bestätigt Andreas Mey, Sprecher von Abt. Entsprechend zeige das Unternehmen in Essen das Komplettpaket "VS4". Auch Zender aus Mülheim-Kärlich präsentiert in Essen einen Karosseriebausatz für den Golf V. Dagegen beschränkt sich Oettinger nach Angaben von Pressesprecher Philip Blau beim neuen Golf vorerst auf Motortuning, Felgen, eine Hochleistungsbremsanlage sowie ein Gewindefahrwerk. In der Vorbereitung habe das Unternehmen aus Friedrichsdorf auch ein Aerodynamikpaket.

Dass der Golf für die Tuning-Firmen laut Abt-Sprecher Andreas Mey heute "das Nummer-Eins-Auto" ist, ist eine längere Geschichte. So habe mit der Einführung des Golf GTI in den späten siebziger Jahren der Tuning-Boom erst so richtig seinen Lauf genommen, sagt VDAT-Geschäftsführer Lauer. Diese erste, betont sportlich ausgelegte Serienversion des Golf I habe das Verlangen geweckt.

Ein weiterer Grund ist laut Philip Blau, dass der Golf von Anfang an in großen Stückzahlen gebaut wurde. "Je größer das Volumen, desto wichtiger ist das Fahrzeug für uns", so der Oettinger-Sprecher. Schließlich ist die Hauptmotivation der Tuning-Kunden nach Angaben von Zender-Mitarbeiter Schmidtke, sich vom Serienfahrzeug abzuheben: "Tuning ist immer auch ein bisschen 'Jahrmarkt der Eitelkeiten'."

Auch der Golf IV birgt noch Potenzial

Mit dem derzeitigen Modellwechsel vom Golf IV zum Golf V gewinnen für die Tuning-Firmen aber auch die älteren Modelle wieder an Bedeutung. Die Vorgängermodelle sind Michael Lauer zufolge nun verstärkt als Gebrauchte gefragt und werden in vielen Fällen mit Zubehör aus dem Tuning-Programm zum individuellen Auto aufgemöbelt. Daher stellen einige Firmen in Essen auch neue Tuning-Programme für den alten Golf vor. Abt beispielsweise zeigt nach Angaben von Andreas Mey eine spezielle "Last Edition" vom Golf IV.

Auch Zender stellt laut Harald Schmidtke einen neuen Bausatz mit Motortuning für den Golf IV vor. Damit reagiere das Unternehmen nicht nur auf die größere Nachfrage nach Tuning-Zubehör für das Vorgängermodell. Im Zuge des Modellwechsels änderten sich auch die Vorlieben der Kunden. "Während der Produktionszeit eines Autos ist das Tuning eher Autohaus-orientiert", erklärt Schmidtke. Das meiste Tuning-Zubehör werde dabei beim Kauf eines Neuwagens in Form von dezenten Spoilern, Schwellern und Schürzen beim Händler mitbestellt.

Nach Ende der Produktion erfolge der Vertrieb direkt oder über Tuning-Shops an die Endkunden, die das Fahrzeug oft gebraucht erworben haben. "Da können die Tuner dann ein etwas frecheres Design anbieten", sagt Schmidtke.

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