EU billigt MAN-Offerte

Foto: MAN

Die EU-Kommission hat das umstrittene Übernahmeangebot des Lkw-Herstellers MAN für den schwedischen Konkurrenten Scania ohne Auflagen gebilligt.

Das milliardenschwere Geschäft beeinträchtige nicht die freie Konkurrenz in Europa, entschied die EU-Kommission am Mittwoch (20.12.) in Brüssel nach einer sechswöchigen Wettbewerbsprüfung. Es gebe weiterhin starke Konkurrenten wie Daimler-Chrysler, Volvo, Iveco und DAF.

Ob MAN in Schweden tatsächlich zum Zuge kommt, ist allerdings auch nach der EU-Billigung unsicher. Scania lehnt die deutsche Offerte als feindlich ab. Sie wird auch vom größten schwedischen Scania-Eigner Investor abgelehnt. Investor äußerte sich nicht zur Brüsseler Entscheidung. Ein Sprecher sagte, entscheidend sei die unverändert geltende Ablehnung des Gebots. Zusammen mit weiteren Anteilen der Wallenberg-Gruppe verfügt Investor über eine Sperrminorität von gut 30 Prozent und kann damit die Übernahme verhindern. MAN will 10,3 Milliarden Euro zahlen.

MAN begrüßte hingegen die Entscheidung. Damit lägen die wesentlichen behördlichen Genehmigungen vor. Vorstandsvorsitzender Håkan Samuelsson erklärte: "Die positive Entscheidung der EU ist eine entscheidende Weichenstellung und eine eindeutige Bestätigung für unser Projekt, MAN und Scania gemeinsam zu einem neuen europäischen Champion zu formen." Jetzt komme es auf die Aktionäre von Scania an. "Wir sind weiterhin zuversichtlich, die angestrebte Kombination zu realisieren. Eine Verlängerung der Angebotsfrist über den 31. Januar 2007 hinaus ist nicht vorgesehen."

Der Scania-Konzern stufte das grüne Licht als erwartet ein und hielt an seiner ablehnenden Haltung fest. Unternehmenssprecherin Cecilia Edström sagte: "Wir sind nicht überrascht." Aber die EU habe nur zur Konzentrationsfrage Stellung bezogen. Das Ja Brüssels hänge damit zusammen, dass Scania und MAN in jeweils verschiedenen Regionen Europas stark seien.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte: "Der Kommission liegen hinreichende Beweise dafür vor, dass auf den Märkten für Busse und Lkw auch in Zukunft ein starker Preis- und Technologiewettbewerb vorherrschen wird, insbesondere angesichts der zunehmenden Bedeutung umweltfreundlicher Technologien in diesem Sektor."

Die Kommission berichtete, die geplante Fusion vereine zwei der größten europäischen Lkw- und Bushersteller. Die Wettbewerbshüter schauten sich einige Märkte wie den für Stadtbusse in Schweden oder den für Überlandbusse und Reisebusse in Spanien und Portugal an. Sie sah aber auch auf diesen nationalen Märkten ausreichend Konkurrenten. Noch vor sechs Jahren hatte die Kommission die damals geplante Fusion der schwedischen Lkw-Hersteller Volvo und Scania wegen drohender Marktbeherrschung in den nordeuropäischen Ländern blockiert.

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