Ex-VW-Boss Martin Winterkorn

Dumping-Miete, 3.100 Euro Tagesrente, Koi-Teich-Heizung

Reaktionen auf die Rente von Martin Winterkorn im Internet Foto: Screenshot Twitter 25 Bilder

Der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn war im Rahmen der VW-Abgasaffäre im September 2015 von seinen Ämtern zurückgetreten. Sein Vertrag endete zum 31.12.2016. Ab sofort erhält Winterkorn eine absurd hohe Tagesrente von 3.100 Euro. Jetzt gibt es neue Details.

Schon direkt nach seinem Rücktritt hatte das Handelsblatt darüber berichtet, dass der Ex-VW-CEO und Ex-Aufsichtsrat von Audi und der Porsche SE noch bis Ende 2016 die vollen Bezüge – ein Millionen-Gehalt – erhält.

Seit dem Jahresbeginn hat der Ex-Top-Manager (69) nun Anspruch auf hohe Rentenzahlungen, die bereits im Geschäftsbericht des Konzerns für 2015 vom vergangenen April bekanntgegeben wurden. Das sogenannte Ruhegehalt für Winterkorn – festgesetzt als Anteil von 70 Prozent an der letzten Grundvergütung – beläuft sich auf rund 1,2 Millionen Euro oder umgerechnet knapp 3.100 Euro pro Tag.

Dumping-Miete und Koi-Heizung

Unterdessen meldet der Spiegel, Martin Winterkorn habe in den ersten Jahren als CEO seine rund 400 Qudartmeter große Villa in Groß Schwülper bei Braunschweig für zirka fünf Euro pro Quadratmeter gemietet. Nach Angaben der VW-Immobilien-Firma kam dieser Mietpreis zustande, weil er nur die Hälfte der Villa bewohnte und in den anderen Räumen VW-Gäste beherbergte.

Darüber hinaus ließ nach dem Spiegel-Bericht die VW-Immobilienfirma für 60.000 Euro eine Heizanlage für den Gartenteich einbauen, in dem Winterkorn seinem Hobby frönte: Koi-Karpfen. VW kommentierte den Sachverhalt nicht und verwies nur auf den Anspruch Winterkorns auf Nebenleistungen aus einem entsprechenden Katalog. Auch wurde alles steuerlich korrekt behandelt.

Angst vor hoher Abfindung

Wie das Handelsblatt und das ZDF-Format „Frontal 21“ damals recherchiert haben, wurde der Vertrag von Martin Winterkorn im Zuge des VW-Abgasskandals nicht aufgelöst, obwohl er als Vorstandvorsitzender die „Verantwortung für die bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten bei Dieselmotoren“ übernommen hatte.

Aus Aufsichtsratskreisen verlautet, dass man sich mit Winterkorn geeinigt habe, den Vertrag Ende 2016 zu den vereinbarten Konditionen auslaufen zu lassen. Der damals amtierende Aufsichtsratschef Bertold Huber sollte „Gespräche über eine Aufhebung des Vertrags“ führen, so das Handelsblatt und weiter: „Dabei sollte vermieden werden, dass der Konzern eine hohe Abfindung zahlen müsse.“ Die Aufseher – vor allem der Betriebsrat und das Land Niedersachsen – fürchteten wohl eine öffentliche Kritik bei einer hohen Abfindung. Zudem sah sich Winterkorn nicht in der Verantwortung für die Abgasaffäre, sogar der Aufsichtsrat bescheinigte ihm dies bei seiner Demission.

Trotzdem muss das Kontrollgremium eine Mitverantwortung des Vorstands untersuchen und muss, wenn sich die Lage des Unternehmens verschlechtert laut Aktienrecht sogar Bezüge kürzen. Unter Umständen könnte sogar eine Schadenersatzforderung in dreistelliger Millionenhöhe auf Martin Winterkorn nachkommen, falls sich doch eine Mitschuld am Dieselgate ergibt.

2014 verdiente Winterkorn 15,2 Millionen Euro

Der Vertrag von Winterkorn sieht unter anderem ein Grundgehalt von 1,62 Millionen Euro vor. Dazu kommen noch Boni für geleistet Arbeit in den vergangenen Jahren – diese summieren sich auf mehr als 10 Millionen Euro. 2014 belief sich sein Gehalt auf insgesamt 15,2 Millionen Euro, Winterkorn galt damit als bestbezahlter DAX-Vorstand.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen, wie im Internet in den sozialen Netzwerken auf die Meldung über Winterkorns Rente reagiert wird.

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