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Opel muss sich von GM lösen

Foto: dpa

Der Autoexperte Wolfgang Meinig hält eine schnelle Abspaltung des Autobauers Opels vom Mutterkonzern General Motors (GM) für den einzigen Weg aus der derzeitigen Krise.

„Wenn man etwas vor 80 Jahren zusammengefügt hat, warum kann man es dann nicht auch nach 80 Jahren wieder trennen?“, sagte der Bamberger Universitätsprofessor am Dienstag (18.11.). „Ich plädiere dafür seit Jahren“. Schon 2001 habe er empfohlen, Daimler solle Chrysler an GM abtreten und im Gegenzug Opel kaufen. Opel und der Mutterkonzern seien zwar stark miteinander verflochten, aber eine Trennung sei dennoch möglich.

Bis zur Entscheidung über eine mögliche Milliarden-Bürgschaft der Bundesregierung müssten deshalb nun alle Zahlen auf den Tisch, um eine solchen Schritt vorzubereiten. „Ich bin entschieden dafür, dass alle Kosten und Leistungstransfers bis Weihnachten sauber aufgelistet werden und festgestellt wird, wer wem was zahlen muss“, sagte Meinig. Das Geflecht sei derzeit noch nicht eindeutig zu überblicken. Mit politischen Druck müsse GM von einem Verkauf Opels überzeugt werden – dies könnte auch eine Auflage für eine Bürgschaft sein. Hier sei die Regierung gefordert.

Bei zahlreichen Treffen mit GM-Managern sei ihm klar geworden, dass sie den europäischen Markt nicht verstünden. „Sie wissen nicht, was wir für Autos wollen“, sagte Meinig. „Aber eigentlich wissen sie nicht einmal, was für Wagen Amerika braucht. Deshalb schaffen sie auch nicht den Turnaround.“ Viele Gespräche mit Opel-Beschäftigten hätten gezeigt, „dass sie die Nase voll haben von der jahrelangen Gängelung durch GM und nur darauf warten, endlich selbstständig loslegen zu dürfen“.

Opel sei durch die GM-Turbulenzen ein Sonderfall, deshalb komme der Autobauer ohne Bürgschaft nicht aus. Ein Rettungspaket für die gesamte Branche sei derzeit aber nicht notwendig. „Der Fokus wird sich aber in Kürze auf die gesamte Zulieferbranche verlagern“, sagte Meinig. Er forderte den Verband der Automobilindustrie (VDA) auf, dass die Lastenverteilung gerechter gestaltet werden muss. Gerade die mittelständischen Zuliefererer seien enorm bedroht, weil sie bei der Entwicklung bis zur Serienreife erhebliche Kosten tragen. Das Risiko müsse stärker geteilt werden.

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