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Faraday Future FF 91 (2017) Elektro-SUV

600 Kilometer Reichweite, schneller als ein Ferrari

FF 91 Elektro-SUV Foto: Jochen Knecht, auto-motor-und-sport 68 Bilder

FF 91 heißt das Serienmodell, mit dem Faraday Future (FF) 2017 an den Start geht. Der Elektro-SUV ist über 1.000 PS stark und protzt mit reiner Wahnsinns-Reichweite von über 700 Kilometer. Seit dem 04. Januar 2017 nimmt Faraday Future Bestellungen entgegen. Die Produktion des FF 91 hingegen ist nicht gesichert.

12.07.2017 Gregor Hebermehl 9 Kommentare Powered by

Eigentlich hätte der FF 91 in einer Fabrik im Süden des US-Bundesstaats Nevada gefertigt werden sollen. Als Produktionsstart war Anfang 2018 anvisiert. Jetzt hat der Elektroauto-Hersteller diesen Plan aufgegeben. Grund dafür seien Finanzierungsprobleme der chinesischen Muttergesellschaft LeEco, berichtet The Nevada Independent. Nun erkunde Faraday Future andere Optionen, um das angekündigte Modell FF91 fertigen zu können.

Das chinesisch finanzierte amerikanische Elektroauto-Startup Faraday Future hatte auf der CES 2017 in Las Vegas mit einer glamourösen Premierenfeier sein erstes Serienmodell präsentiert. Der FF 91 ist ein SUV, der auf der variablen Plattform (VPA) aufbaut, die später auch andere Modelle tragen soll. Reserviert werden kann der Faraday FF91 ab sofort. Aber nur von Kunden in den USA, Kanada und China. Als Anzahlung werden 5.000 Dollar gefordert, die ersten 300 Besteller kommen in den Genuss ab März optional auf das Lauch-Sondermodell Alliance Edition upzugraden. Ein Teil des Mehrpreises wird dabei für einen Umweltfond gespendet.

Die VPA-Plattform integriert nebem dem Fahrwerk den kompletten Antriebsstrang samt Batterie und Inverter. Im FF 91 umfasst der Allradantrieb zusammen 783 kW (umgerechnet 1.065 PS) und 1.800 Nm starke Elektromotoren und eine 130 kWh große Batterie. Mit diesen Komponenten soll der FF 91 in 2,39 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen, die Reichweite wird mit 378 Meilen nach EPA-Standard (über 600 km) oder über 700 km nach NEFZ angegeben. Beim Thema Beschleunigung lässt der Faraday damit nicht nur die allermeisten Supersportwagen hinter sich, sondern auch die bislang in dieser Disziplin dominanten Tesla-Modelle S und X. An einem entsprechenden Schnellladesystem soll der FF 91 in nur einer Stunde vollgetankt sein, an der Haushaltssteckdose (240 Volt) soll die Ladedauer für 50 % der Kapazität 4,5 Stunden betragen.

Faraday Future FF 91
E-SUV mit mehr als 1.000 PS 50 Sek.
Faraday Future FF 91 Foto: Faraday Future
Eher rundlich gezeichnet: Der neue Elektro-SUV von Faraday Future.

Rundgelutscher SUV

Die 5,25 Meter lange, 2,28 Meter breite und 1,60 Meter hohe Karosserie zeigt sich aerodynamisch rundgelutscht. Um den Luftwiderstand weiter zu optimieren, kommt der FF 91 mit aktiven Felgen, die sich bei höheren Geschwindigkeiten verschließen. Der Radstand liegt bei beachtlichen 3,20 Meter. Die schmalen Frontscheinwerfer reichen beinahe durchgehend von der rechten zur linken Seite des Fahrzeugs. Der Grill zitiert das Firmenlogo und scheint beleuchtet zu sein. Die Heckleuchten sind ebenfalls als ein schmales durchgehendes Leuchtband ausgeführt. Die 22-Zoll großen Felgen mit 275/40er Reifen sollen über aktive Aero-Elemente verfügen.

Die Außenspiegel wurden durch eine Außenspiegel-Kamera-Kombination ersetzt – die Spiegel lassen sich entfernen, wenn in dem jeweiligen Einsatzland Außenspiegel-Kameras legalisiert sind. Die gegenläufig angeschlagenen Türen ohne Griffe öffnen sensorgesteuert und stoppen automatisch vor Hindernissen. Die LED-Rundumbeleuchtung kommuniziert auf Wunsch mit der Umgebung und in der B-Säule kann der FF 91 auf Wunsch eine Begrüßungssequenz für den Fahrer einblenden. Natürlich lassen sich im Bordsystem auch persönliche Profile ablegen, die allerlei Einstellungen vorkonfigurieren.

Die Ledersitze im Interieur sind rechts und links von einer sich nach hinten verbreiternden Mittelkonsole angeordnet, sie sollen vielfach verstellbar sein, enrom viel Fußraum bieten sowie mit Heiz-, Massage- und Belüftungsfunktion ausgestattet sein. Glasdach und Seitenscheiben lassen sich verdunkeln.

Autonom Fahren kann der FF 91 ebenfalls. Hierzu ist neben 10 Kameras, 13 Radar- und 12 Ultraschall-Sensoren auch das erste Lidar-Lasersensorsystem in einem Serienfahrzeug verbaut.. Auf Wunsch parkt der FF 91 auch komplett selbständig ein. Eine Fähigkeit, die bei der Weltpremiere auch live zu sehen war. Ebenfalls an Bord: ein umfassender, schneller Internetzugriff.

Preise wurden noch nicht genannt.

Faraday Future FF 91 Foto: Faraday Future
Der FF-SUV wird mit einer Außenspiegel-Kamera-Kombination ausgeliefert.

Die ersten Erwartungen der Fans auf ein bezahlbares Mittelklasse-E-Autos hatte Faraday Future im Januar 2016 noch enttäuscht: Auf der CES in Las Vegas stand mit der Studie FFZERO1 ein einsitziger nicht straßenzugelassener Hardcore-Rennwagen, der angeblich mit rein elektrischen 750 Kilowatt (1.020 PS) bis zu 320 km/h schnell sein sollte.

Führungskräfte verlassen Faraday

Bis zu Präsentation des FF 91 machte die Firma eher Nagativ-Schlagzeilen. So gab es Gerüchte um unbezahlte Rechnungen in Millionenhöhe. Dazu könnte passen, dass laut des US-amerikanischen Technologie-Portals „The Verge“ zwei Top-Führungskräfte die Firma kurz vor der Weltpremiere verlassen haben. Markenchef Marco Mattiacci und Marketingchef Jörg Sommer sollen nicht mehr an Bord sein.

Mattiacci kam vor sieben Monaten zu FF und war vorher unter anderem Chef von Ferrari Nordamerika, Chef von Ferrari Asia Pacific und Teamchef des Ferrari-Formel-1-Teams. Der Italiener galt als jemand, der die finanziellen Probleme von FF in den Griff bekommen könnte.

Jörg Sommer kam erst vor drei Monaten von VW zu Faraday Future. Vorher war er in Führungspositionen bei Daimler, Opel, und Renault beschäftigt.

Faraday Future FF 91 Foto: Faraday Future
Sobald das Fahren mit Kameras als Ersatz für Außenspiegel in dem jeweiligen Land legalisiert ist, können die Außenspiegel demontiert werden.
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EIngedampft auf 4,75 m Länge und 1,90 m Breite bei 1,40 m Höhe wäre die äußere Gestaltung durchaus auch in Europa vorstellbar. Tatsächlich fehlt aber ein Businessplan mit halbwegs realistischer Planung, was Zeit, Kosten und Infrastruktur angeht. So bleibte es ein reines Schauobjekt im US-Format.
VW will ja Vorreiter beim E-Auto werden. Dann schaut zu, dass Ihr den ID "Golf", den "ID Buzz" und den "ID-Crozz" ans Laufen bekommt. Aber ein Konzern, der nicht in der Lage war, Ikonen wie Käfer/Beetle und VW Bus analog einem Porsche 911 oder einem Mini mit Modellvarianten auf den Markt zu bringen, wird auch versäumen, ein "ID Beetle Cabrio" zu creieren. Ein Jammer ... was da alles ignoriert wird. Dabei hätte der Konzern alle Chancen (gehabt !) ... würde VW gern das Laufen beibringen ... , ANSGAR M.M. STAHL

Alfaromeo911 19. Juli 2017, 18:20 Uhr
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