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Neuer Supersportwagen Ferrari 488 Pista (2018)

Hier kommt der Gegner des Porsche 911 GT2 RS

Ferrari 488 Pista (2018) - Supersportwagen - Biturbo-V8 Foto: Ferrari 18 Bilder
Auto Salon Genf 2018

Ferrari legt beim 488 nach, nennt den 720 PS starken Supersportwagen aber nicht GTO, sondern Pista. Der Ferrari 488 Pista ist aerodynamisch besser, leichter und konkurriert mit dem Porsche 911 GT2 RS.

21.02.2018 Andreas Haupt Powered by

Ferrari machte ein Geheimnis um seinen neuen Supersportwagen auf Basis des 488 GTB. Die Medien spekulierten. Wie wird die angestachelte 488-Version heißen? Speciale, wie der stärkste Ferrari 458 der Vorgänger-Baureihe? Oder packt Ferrari doch das legendäre Kürzel GTO aus?

GTO, das steht für Gran Turismo Omologato. Der letzte Ferrari, der dieses Kürzel trug, war der 599, dessen V12 unter der vorderen Haube sitzt. Dieser GTO war die Straßenversion des Rennablegers XX und im Gegensatz zum zivileren 599 GTB auf exakt 599 Exemplare begrenzt. Ein weiterer Unterschied: Im Ferrari 599 GTO wütete der V12-Saugmotor mit 65 Grad Bankwinkel mit 670 PS. Im GTB Fiorano mit 620 PS.

Ferrari 488 Pista mit 720 PS

Speciale? GTO? Weder noch! Ferrari tauft die extremste Version des 488 auf den Namen Pista. Damit bauen die Italiener eine Brücke zum Rennsport. Denn in den 488 Pista fließen Ideen aus dem Rennwagen 488 GTE, den Ferrari in der Sportwagen-Weltmeisterschaft (WEC) einsetzt, und aus dem 488 Challenge, dem Rennwagen der hauseigenen Rennserie. Und die Ingenieure versehen ihr neues Baby sogar mit einem Trick aus der Formel 1.

Ferrari 488 Pista (2018) - Supersportwagen - Biturbo-V8 Foto: Ferrari
Ferrari 488 Pista: 720 PS stark, 0-100 in 2,85 Sekunden.

Widmen wir uns aber zunächst dem Antrieb. Der 3,9-Liter-Biturbo-V8 leistet im Ferrari 488 Pista 720 PS bei 8.000/min. Das sind 50 PS mehr als im 488 GTB, und entspricht einer Literleistung von 185 PS/l. Das maximale Drehmoment klettert von 760 auf 770 Newtonmeter. Es liegt bei 3.000/min im siebten Gang an. Ferrari verspricht, dass der stärkste V8 der Firmengeschichte über das gesamte Drehzahlband mehr Drehmoment auf die neue Leichtbau-Kurbelwelle schickt. Ferrari änderte die Ansaugarchitektur. Die Luft wird dem Biturbo nicht mehr seitlich, sondern über einen Bereich rund um den Heckspoiler zugeführt. Die Turbolader mit integriertem Drehzahlsensor sollen noch besser ansprechen.

Vergleich mit dem GT2 RS

Die Sprinterqualitäten verbessern sich. Der Ferrari 488 Pista soll die 100-km/h-Marke nach 2,85 Sekunden knacken. Aus dem Stand beschleunigt der Supersportwagen in 7,6 Sekunden auf Tempo 200. Zum Vergleich die Eckdaten des 488 GTB: 0-100 in 3,0 Sekunden; 0-200 in 8,3 Sekunden. Einer der Konkurrenten des Pista ist der über 285.000 Euro teure Porsche 911 GT2 RS. Der Sportwagen mit Sechszylinder-Biturbo rennt ebenfalls in 2,8 Sekunden auf Landstraßentempo, genehmigt sich für den Spurt auf 200 km/h aber 8,3 Sekunden. Auf dem Papier ist der Ferrari 488 Pista also schneller. Die Höchstgeschwindigkeit des GT2 RS gibt Porsche bei 340 km/h an. Der Ferrari 488 Pista soll mehr als 340 Sachen schaffen.

Vmax im Porsche 911 GT2 RSWie schnell können 700 PS sein?

Ferrari erleichtert seinen neuen Supersportwagen um 90 Kilogramm. Das entspricht exakt der Differenz, die der Vorgänger 458 Speciale gegenüber dem 458 leichter war. Neben der leichteren Kurbelwelle übernimmt der Pista die Inconel-Auspuffkrümmer, das Schwungrad, die Titan-Pleuelstangen und den Carbon-Luftsammler vom 488 Challenge. Die Stoßfänger, den größeren „Schwalbenschwanz“-Heckflügel und die Motorabdeckung sind aus Carbon. Optional bietet Ferrari außerdem erstmals 20 Zoll große Carbonfelgen an. Das Trockengewicht beträgt laut Ferrari 1.280 Kilogramm.

Was bedeutet das für das Gewicht im fahrbereiten Zustand? Dazu schauen wir auf die technischen Daten des 488 GTB. Der wiegt trocken 1.370 Kilogramm. In fahrbereitem Zustand sind es 1.475 Kilogramm. Heißt umgerechnet auf den Ferrari 488 Pista: 1.385 Kilo, um losdüsen zu können. Der Porsche 911 GT2 RS wiegt mit Weissach-Paket vollgetankt 1.521 Kilogramm. Gemessen von sport auto beim Vergleichstest mit dem Lamborghini Huracán Performante. Ob fahrbereit bei Ferrari auch voller Tank bedeutet, wissen wir nicht.

20 Prozent mehr Anpressdruck

Der neue Ferrari 488 Pista ist im Vergleich zum 488 GTB um 3,7 Zentimeter länger, um 2,3 Zentimeter breiter und baut um sieben Millimeter tiefer. Der Supersportwagen soll 20 Prozent mehr Anpressdruck erzeugen. Durch einen stärker angewinkelten Frontdiffusor und einen neuen Heckdiffusor. In beiden Fällen orientierten sich die Ingenieure am Rennwagen 488 GTE.

Ferrari 488 Pista vs. Porsche 911 GT2 RS

Ferrari 488 PistaPorsche 911 GT2 RS
Motor3,9-Liter-Biturbo-V83,8-Liter-6-Zylinder-Biturbo
Leistung720 PS (bei 8.000/min)700 PS (bei 7.000/min)
Drehmoment770 Nm750 Nm
0-1002,85 Sek.2,8 Sek.
0-2007,6 Sek.8,3 Sek.
VmaxÜber 340 km/h340 km/h
Abmessungen4605x1975x1206 mm4549x1880x1297 mm
Gewicht1.280 kg*1.521 kg**
*Trockengewicht
** vollgetankt, sport auto Messwert

Außerdem integrierte man jeweils rechts und links einen großen Schlitz für die Radhausentlüftung. Die Wirbelgeneratoren auf der Unterseite überarbeitete Ferrari genauso wie die vordere Haube. Sie erinnert wie die Lackierung an den 458 Speciale. Jedoch versteckt der Ferrari 488 Pista einen aus der Formel 1 entlehnten Trick im Bug. Ein S-Schacht sammelt Luft auf der Unterseite ein, die über einen Kanal nach oben strömt und dort austritt. Das verbessert die Umströmung des Vorderwagens. Der S-Schacht erhielt in der Formel in seinen Namen, weil die Form des Schachts einem S ähnelt. Ob die Form des Kanals auch im 488 Pista wie ein S aussieht, kann man anhand der Bilder nicht beurteilen.

Auch die Elektronik wollen die Ingenieure verbessert haben. Ferrari bespielt die Steuergeräte mit dem neuesten System Side Slip Control 6.0. Es integriert das elektronisch gesteuerte Differential (E-Diff3) und F1-Trac. Die Ferrari-eigene Kombination aus Traktionskontrolle und ESP wird um den neuen Dynamic Enhancer (Dynamikverstärker) ergänzt. Dieses System adaptiert je nach Fahrsituation den Bremsdruck der Bremssättel. Das soll die Fahrdynamik durch und aus Kurven verbessern. Der Fahrer soll dadurch auch einfacher Drifts und Quersteher beherrschen können.

Fans können den neuen Ferrari 488 Pista erstmals auf dem Genfer Autosalon 2018 bestaunen. Den Preis nennt Ferrari noch nicht.

Neuester Kommentar

Kein schlechter Artikel. Die durchschimmernde Skepsis ist angesichts etlicher vollmundiger Versprechungen in der Vergangenheit mehr als angebracht. Ferraris Pressemeldungen sollte man nicht unbedingt zu wörtlich nehmen.


"Der GT2 erscheint mir mit der angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 440 km/h allerdings unschlagbar."

Das wäre in der Tat schwer zu schlagen. Dumm nur, dass sie mal eben 100 Stundenkilometer hinzugedichtet haben.

930.engineering 28. März 2018, 09:32 Uhr
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