Ferrari Purosangue (2022)

Die ersten Infos zum SUV von Ferrari

Ferrari Purosangue Foto: Ferrai 22 Bilder

Ferrari bringt spätestens 2022 einen SUV auf den Markt, der den Namen Purosangue tragen wird. Das Modell ist der erste Viertürer und Viersitzer der Marke. Er wird von einem V6-Hybrid angetrieben und erhält eine neue Frontmotor-Allradantriebsplattform.

Der Purosangue (übersetzt: Vollblut) ist eines von 15 (!) neuen Modellen, die Ferrari in den kommenden vier Jahren vorstellen wird. Wobei es sich in erster Linie um überarbeitete Modelle handeln wird und nicht um komplette neue Baureihen, wie den SUV: Das Modell bedeutet eine Zäsur: Lange hatte sich der unlängst verstorbene Fiat/Chrysler-Boss Sergio Marchionne gegen einen Offroader gewehrt: „Vorher muss man mich erschießen“, antwortete er 2016 auf die Frage nach einem Ferrari-SUV. Im August 2017 machte er seine geänderte Haltung publik, als er vor den Anlegern die Unternehmenszahlen für das zweite Quartal präsentierte. Das Zitat blieb dasselbe. Allerdings setzte es Marchionne in einen anderen Zusammenhang. Man möge ihn erschießen, wenn Ferrari mit einem ähnlichen SUV wie BMW, Bentley oder Porsche auf den Markt stürme.

SUV und Ferrari passen nicht zusammen

Auch beim neuen Ferrari-Chef Louis Camillerie passen die Wort „Ferrari“ und „SUV“ nicht zusammen. Er sei anfänglich ziemlich skeptisch gewesen, so Camillerie, aber das Konzept habe ihn überzeugt. Jetzt sagt er, dass er ein enthusiastischer Unterstützer des Projekts sei. Schließlich verbereiterte es die Kundenschicht, insbesondere in China, wo Gutbetuchte die Marke schätzen, aber nicht mehr vom Sportwagen träumen. Die Konkurrenz von Porsche, Lamborghini und Bentley sowie Maserati haben ihre Verkäufe allesamt dank SUV-Modellen belebt. Und selbst die Nobel-Marke wie Rolls-Royce hat mit dem Cullinan einen SUV in Angebot – Bugatti denkt aktuell darüber nach, ein solches Modell ebenfalls aufzulegen.

Maserati Levante GTS (2018)
SUV erhält 550-PS-V8

Apropos Maserati: Der Ferrari Purosangue orientiert sich am Maserati-SUV Levante, der seit 2016 auf dem Markt ist. Allerdings basiert er auf der neuen Frontmotor-Plattform (Front-Mid-Engine Architecture) und erhält einen weit hinter der Vorderachse eingebauten V6-Turbo-Motor, der über ein an der Hinterachse verbautes Doppelkupplungsgetriebe alle vier Räder antreibt. Dort gesellt sich auch ein E-Motor für das Hybrid-System dazu. Den Purosangue können Kunden auch ohne Hybrid-Antrieb ordern. Das System dürfte sich an dem des Ferrari GTC4 Lusso orientieren: Frontmittelmotor, Transaxle-Getriebe, quergesperrter Hinterradantrieb – nur eben mit einem Sechszylinder.

Turbo-Technik aus der Formel 1

Zum neuen Turbo-Motor hat sich Ferrari eine neue Turbokonfiguration patentieren lassen. Diese lehnt sich an die in der Formel 1 verwendete Anordnung an. Im Abgastrakt soll eine mit einem Generator verknüpfte Turbine die Abgasenergie in Strom umwandeln. Über eine Pufferbatterie wird der Strom dann einem elektrisch angetriebene Verdichter auf der Einlassseite zugeführt. Damit wollen die Italiener ein Turboloch vermeiden. Da die abgasseitige Turbine zugleich als eine Art Ventil ausgelegt ist, soll das System einem V8 oder einem V12 beim Sound kaum nachstehen.

Das Hybrid-System, die Cockpitausführung mit neuer Elektronik, Head-up-Display und Infotainment dürften im Schulterschluss mit Maserati erfolgen. Auch das aktuelle Thema Leichtbau findet sich im Ferrari-SUV dank verschiedener Materialien wie Kohlefaser und Aluminium wieder.

Purosangue als SUV-Coupé

Ferrari Purosangue Foto: Ferrai
Der V6-Motor kommt in der neuen Architektur zum Einsatz.V12- und V8-Motoren wird es auch weiterhin bei Ferrari, modifiziert, geben.


Die neue Plattform erlaubt zudem eine flexible Ausrichtung. V6- und E-Motor sowie Getriebe sind in ihren Positionen gesetzt, der Radstand ist jedoch ebenso variabel wie die Anzahl der Sitze und die Fahrzeughöhe. So lassen sich Zweisitzer, 2+2-Sitzer und eben der viersitzige Purosangue realisieren. In einer ersten Zeichnung der neuen Frontmotor-Allradantriebs-Plattform sind die Umrisse eines Ferrari zu sehen. Klar, sie zeigen noch nicht den neuen Ferrari-SUV, geben aber die Richtung vor. Das neuen Modell wird, so Camillerie eher eine Coupéform erhalten und nicht so groß ausfallen wie ein Lamborghini Urus. Der ist über 5 Meter lang und zwei Meter breit. Die Konkurrenten im Bereich der Luxus-SUV sehen Sie in unserer Fotoshow.

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