Fiat Deutschland

Endlich Gewinn

Foto: Fiat

Die deutsche Fiat Automobil AG hat nach schweren Fehlern in der Vertriebspolitik wieder die Gewinnzone erreicht. Trotz deutlicher Rückgänge bei den Pkw-Zulassungen auf dem wichtigsten Absatzmarkt außerhalb Italiens peilt der neue Vorstandsvorsitzende Klaus Fricke einen Betriebsgewinn von mehr als 50 Millionen Euro an.

"Wir haben uns aus Geschäften zurückgezogen, mit denen nur Geld verbrannt wird", sagte Fricke.

Nach der amtlichen Zulassungsstatistik ist der Pkw-Absatz der Modelle Fiat, Lancia und Alfa Romeo bereits 2002 um 15,6 Prozent auf rund 104.000 Einheiten zurückgegangen. Von Januar bis Juli 2003 ist nochmals ein Schwund von 18 Prozent auf nur noch 53.352 Personenwagen eingetreten. Doch für den ehemaligen Mercedes- und BMW-Manager sind das keine Hiobsbotschaften, sondern eine Anpassung an die Realität. Dabei spart Fricke, der vor genau einem Jahr den Chefsessel in der Frankfurter Deutschland-Zentrale übernahm, nicht mit Kritik an seinen Vorgängern.

Problem der Tageszulassungen

Die längst verlorene Position von Deutschlands wichtigstem Autoimporteur wurde nämlich künstlich erkauft. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Tageszulassungen, bei denen Händler neue Modelle für einige Tage anmelden, um sie dann günstig als Gebrauchte zu verkaufen. "Dabei sind in manchen Jahren Läger bis zu sechs Monaten entstanden, die nur Geld kosteten."

Auch das kaum profitable Flottengeschäft sei reduziert worden, betonte Fricke. Schließlich hätten Grauimporte aus anderen EU-Ländern die Zulassungen hier zu Lande aufgebläht, die allerdings an der deutschen Fiat-Tochter vorbeigelaufen seien. Die "Politik der potemkinschen Kulissen" habe nicht nur hohe Verluste gebracht, sondern auch dem Markenimage geschadet. Mittlerweile sei die Fiat-Gruppe mit einem Marktanteil von unter drei Prozent auf einem realistischen Boden angekommen.

Neue Modelle

Mit den neuen Modellen Punto, Panda, dem kleinen Lancia Y und dem modernisierten Alfa Romeo 156 hofft Fricke, 2003 insgesamt 107.000 Pkw in Deutschland absetzen zu können. "Die Frankfurter IAA ist auch für uns ein wichtiger Meilenstein." Einen positiven Schub bringen sicher auch die in der vergangenen Woche abgeschlossenen Verträge mit der Fiat-Händler-Organisation.

Bis 2005 will die deutsche Fiat-Tocher wieder einen Anteil am Pkw- Geschäft von 3,5 (2002: 3,1) Prozent erzielen. Der Umsatz der Fiat Deutschland AG soll 2003 rund 1,9 (2002: 1,8) Milliarden Euro erreichen, wobei ein gutes Drittel aus dem Verkauf von Transportern stammt.

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