Fiat-Gerüchte

Fresco geht - VW kommt

++ Fresco geht im Juli ++ Harte Kritik an Regierung ++ Neues Führungsduo: Gabetti und Bondi ++ Bankeneinfluss steigt ++ VW als Partner im Gespräch ++

Nachdem der Vorstandschef des angeschlagenen Fiat-Konzerns, Gabriele Galateri, am Dienstag (10.12.) seinen Rücktritt angekündigt hatte, dreht sich das Personalkarussell bei Fiat. In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ erklärte auch Verwaltungschef Paolo Fresco, dass er im Juli 2003 zurücktreten werde.
Er habe den Fiat-Ehrenpräsidenten Gianni Agnelli darüber informiert. Allerdings habe er bereits früh auf das Nachfolgeproblem hingewiesen. „Im Juli bin ich weg“, sagte der dann 70-Jährige. Des Weiteren kritisierte er die italienische Regierung und Umberto Agnelli. Er sei noch immer davon überzeugt, dass „der schwierige Moment von Fiat überwunden werden kann“, obwohl derzeit mit allen Mitteln versucht würde, das zu verhindern. Fresco sprach im Hinblick auf die vom italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geäußerte Kritik von „politischer Lynchjustiz“.

Mediobanca-Einfluss steigt mit Bondi und Gabetti

Der Wechsel der Fiat-Spitze stößt besonders bei den Banken auf Missbilligung: „Dies würde eine Verletzung der bisherigen Vereinbarungen bedeuten.“ Galateri gilt bei den Geldgebern als Garant für die Sanierung. Im Mai erhielt das angeschlagene Unternehmen Kredite in Höhe von drei Milliarden Euro. Dafür hatte Fiat strikte Sparmaßnahmen und einen Schuldenabbau zugesichert.

VW bleibt im Gespräch

Unterdessen spekulieren die italienischen Medien über das Nachfolge-Duo. Demnach soll der derzeitige Vizepräsident der Fiat-Finanzholding Ifi, Gianluigi Gabetti, Präsident werden. Als neuer Vorstandschef sei Topmanager Enrico Bondi vorgesehen. Beide gelten als Experten für Finanzfragen sowie für die Sanierung maroder Unternehmen und stehen, so Branchenkenner, der Investmentbank Mediobanco nahe. Deren Einfluss auf den Auto-Bauer könnte wachsen. Mediobanca befürwortet unter anderem ein Herauslösen von Alfa Romeo aus Fiat Auto und die Schaffung einer Luxuswagensparte mit Ferrari und Maserati. Als möglicher Partner ist Volkswagen im Gespräch.

Reichen die Rücktritte?

Unklar ist, ob durch den angekündigten Personalwechsel eine Lösung der schwersten Fiat-Krise in der mehr als hundertjährigen Geschichte des Unternehmens in Sicht ist: Es handelt sich bereits um den vierten Wechsel im Top-Management in nur zwölf Monaten. Gabriele Galateri hatte erst im Juni das Amt seine Vorgängers Paolo Cantarella übernommen und sollte die finanzielle Sanierung zum Mittelpunkt der Konzernpolitik machen. Fiat rutschte seither jedoch immer tiefer in die roten Zahlen.

Der US-Riese General Motors, der mit 20 Prozent an Fiat Auto beteiligt ist und auf Wunsch der Turiner ab 2004 auch die restlichen 80 Prozent übernehmen muss, äußerte sich bisher nicht zu dem angekündigten Führungswechsel. Jedoch ließ der Konzern bereits vor Monaten durchblicken, dass die im Jahr 2000 mit dem scheidenden Fiat-Präsident Paolo Fresco abgeschlossenen Verträge im Falle einer Änderung im Top-Management hinfällig werden könnten.

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