Fiat

GM zahlt für Option

Foto: Fiat; GM

Der US-Autoriese General Motors (GM) zahlt dem angeschlagenem italienischen Fiat-Konzern 1,55 Milliarden Euro. Im Gegenzug verzichten die Italiener darauf, von ihrer im Jahr 2000 mit GM beschlossenen Verkaufsoption ("Put Option") Gebrauch zu machen.

Damit ist der monatelange Streit beider Autohäuser beendet. Die Fiat-Spitze stimmte einer entsprechenden Vereinbarung bei einer außerordentlichen Verwaltungsratssitzung am Sonntag (13.2.) in Turin zu.

Die Verwaltungsräte beider Unternehmen hätten die Vergleichsvereinbarung gebilligt, teilte GM am Sonntag (13.2.) in Detroit mit. General-Motors-Konzernchef Rick Wagoner nannte die Vereinbarung "ein faires und gerechtes Abkommen". GM und Fiat hätten sich geeinigt, dass es im besten Interesse der Unternehmen und der Aktionäre sei, das Hauptabkommen zu terminieren.

GM werde Fiat 1,55 Milliarden Euro zahlen, erklärte der weltgrößte Autokonzern. Damit werde das Hauptabkommen, einschließlich der "Put Option", beendet. GM erwirbt damit aber auch eine Beteiligung an wichtigen Dieselmotoren-Vermögenswerten und -Technologien. GM werde seine zehnprozentige Beteiligung an der Fiat Auto Holdings an die Fiat SpA zurückgeben. GM wird eine Gewinn mindernde Sonderbelastung von 840 Millionen Dollar oder 1,49 Dollar je Aktie nach Steuern verbuchen.

Fiat-Chef Luca Montezemolo zeigte sich erleichtert über die Einigung, berichtete das staatliche italienische Fernsehen weiter. "Heute ist ein wichtiger Tag", sagte er. Zugleich sei die Einigung ein positives Signal für die Fiat-Sanierung. Ähnlich äußerte sich auch der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Die Einigung "eröffnet neue Aussichten für den italienischen Konzern".

Damit ziehen die beiden Partner einen Schlussstrich unter ihre vor fünf Jahren beschlossene Partnerschaft. GM hielt zehn Prozent des Fiat-Kapitals, hatte sich aber seinerzeit mit der "Put Option" verpflichtet, auch die restlichen 90 Prozent zu übernehmen, wenn die Turiner es verlangen sollten. Diese Regelung sollte bis zum Jahr 2010 dauern.

Fiat hätte die Option eingelöst

Die Amerikaner, die derzeit vor allem mit der Sanierung von Opel beschäftigt sind, suchten bereits seit einiger Zeit einen Ausweg aus der "Put-Option". Sie warfen den Italienern Vertragsbruch vor, unter anderem wegen einer Kapitalerhöhung im Jahr 2003. Zugleich rutschte der Autoabsatz von Fiat in den vergangenen Monaten weiter in den Keller. Fiat braucht vor allem Finanzmittel für die Sanierung und den Schuldenabbau. Auch zwei Joint-Ventures zur Produktion von Motoren und Ersatzteilen sollen aufgelöst werden, hießt es weiter.

Nach Angaben von Fiat verpflichtete sich GM, eine Milliarde Euro bereits an diesem Montag zu zahlen, den Rest innerhalb von 90 Tagen. Montezemolo sagte, wäre es nicht zu der Vereinbarung gekommen, hätte Fiat demnächst auf die Verwirklichung der "Put-Option" bestanden.

Auch der italienische Sozialminister Roberto Maroni begrüßte die Vereinbarung. "Jetzt ist Fiat wieder ganz in italienischer Hand." Er hoffe, dass der angeschlagene Turiner Konzern nun bald Erfolge bei seiner Sanierung vorweisen kann. Fiat ist nach Ansicht von Experten nicht zuletzt wegen verfehlter Modellpolitik in den vergangenen Jahren abgerutscht.

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