Fiat mit hohen Verlusten

Der italienische Fiat-Konzern hat im ersten Quartal 2002 einen Verlust von 529 Millionen Euro erlitten.

Der italienische Fiat-Konzern hat im ersten Quartal 2002 einen Verlust von 529 Millionen Euro erlitten. Das teilte das Unternehmen am Dienstag (14.5.) auf der Hauptversammlung in Turin mit. Im Vorjahr war in den ersten drei Monaten noch ein Nettogewinn von 193 Millionen Euro erwirtschaftet worden.

Wegen des Rückgangs der Autoverkäufe sei der Umsatz um vier Prozent auf 14,1 Milliarden Euro zurückgegangen, hieß es. Allein bei Fiat Auto sei der Umsatz um 11,2 Prozent auf knapp 6 Milliarden Euro gefallen. Die Verschuldung sei von Dezember bis Ende März um knapp 600 Millionen Euro auf 6,6 Milliarden Euro angewachsen. Fiat will versuchen, die Schulden bis Ende des Jahres zu halbieren. Dazu soll vor allem die kürzlich beschlossene Kapitalerhöhung von Fiat beitragen.

Auswirkungen auch auf Fiat-Deutschland

Die schwache Autokonjunktur wird dem italienischen Automobilkonzern Fiat in Deutschland auch in diesem Jahr einen kräftigen Strich durch die Rechnung machen. „Unser ursprüngliches Ziel, 2002 in Deutschland rund 136.000 Autos zu verkaufen, haben wir revidiert“, sagte der Vertriebschef der Fiat Automobil AG, Jörg Briewig, am Dienstag.

Derzeit verkaufe der Autokonzern auf dem deutschen Markt pro Monat rund 1.000 Fahrzeuge weniger als geplant. „Unseren Vorjahresabsatz von rund 124.000 Fahrzeugen der Marken Fiat, Lancia und Alfa Romeo werden wir aber wieder erreichen“, sagte Briewig.

Eine kurzfristige Erholung des Marktes erwartet Fiat im Gegensatz zu einigen Konkurrenten nicht. „Ich rechne nicht mit dem von vielen Seiten erhofften Aufschwung im zweiten Halbjahr“, sagte Briewig. Fiat hatte im vergangenen Jahr in Deutschland in einem insgesamt rückläufigen Gesamtmarkt rund 11 Prozent weniger Autos verkauft als ein Jahr zuvor.

Vor allem Kosten reduzieren

Statt allein auf höhere Absatzzahlen und eine Ausweitung des Marktanteils zu hoffen, müsse das Unternehmen zunächst seine „Hausaufgaben machen“ und vor allem Kosten reduzieren. „Das heißt aber ganz sicher nicht, am Händlernetz zu sparen“, sagte Briewig. Fiat setze trotz der von der EU-Kommission betriebenen Reform des europäischen Automobilvertriebes auf ein starkes Netz autorisierter Automobil-Fachhändler. Kurzfristig ist es laut Briewig „auch nicht unsere Priorität, mit allen Kräften in Deutschland wieder Importeur Nummer 1 werden zu wollen“.

Mittelfristiges Ziel der Fiat Gruppe sei es nach wie vor, den Marktanteil in Deutschland deutlich zu steigern. 2001 lag er – die drei Marken Fiat, Lancia und Alfa Romeo zusammengenommen – bei 3,7 (2000: 3,7) Prozent.

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