Fiat

Schmerzvoller Neubeginn

Werksschließungen, Kapitalerhöhung und ein neuer Chef sollen Fiat wieder auf die Erfolgsspur bringen.

Werksschließungen, Kapitalerhöhung und ein neuer Chef sollen Fiat wieder auf die Erfolgsspur bringen. Der Autokonzern hat am Montagabend (10.12.) in Turin angekündigt zwischen 2002 und 2004 weltweit 18 Werke zu schließen, davon zwei in Italien. Im Zuge dieser Maßnahmen seien außerhalb Italiens rund 6.000 Entlassungen geplant. Konkret wollen die Italiener die defezitäre Produktion in Argentinien aufgegeben und nach Brasilien verlagern. In Europa wird nach dem Abbau von rund 1.000 Arbeitsplätzen in Polen in 2001 im Jahr 2002 die Verlagerung der Automobilbereiche aus dem Werk Rivalta nach Mirafiori erfolgen.

Des Weiteren will Fiat den Chef der Autosparte Roberto Testore (Foto) zum Jahresende auswechseln. Der 49-jährige Ziehsohn von Fiat-Konzernchef Paolo Cantarella soll durch Giancarlo Boschetti (62), bisher Vorstand der Lastwagen-Tochter Iveco, ersetzt werden. Außerdem werde die Autosparte in vier neue Bereiche gegliedert: Fiat/Lancia, Alfa Romeo, internationale Entwicklungen und Dienstleistungen, die jeweils für die eigenen Wirtschafts- und Finanzergebnisse verantwortlich sind und über Strukturen für Produktentwicklung, Produktion, Marketing und Vertrieb verfügen werden.
Als weitere Maßnahmen kündigte Fiat auch eine Kapitalerhöhung um eine Milliarde Euro an. Zu diesem Zweck hat Fiat eine Wandelanleihe im Gesamtwert von 2,2 Milliarden Dollar auf den Markt gebracht, die nach fünf Jahren in 32 Millionen Aktien von General Motors umgewandelt werden kann. Das entspricht dem gesamten Fiat-Anteil von 5,7 Prozent an General Motors. Diese Maßnahme bedeute jedoch keine Änderung der Zusammenarbeit mit GM, die vielmehr in den kommenden Jahren intensiviert werden solle, betonte der Fiat-Vorstand. GM ist mit 20 Prozent an Fiat beteiligt. Im nächsten Jahr sollten zudem Vermögenswerte im Wert von zwei Milliarden Euro verkauft werden. Als Verkaufskandidat gilt vor allem die Zuliefersparte Magneti Marelli, berichtet die "Financial Times Deutschland". Ebenfalls 2002 soll die Kapitalerhöhung vollzogen werden. Dafür ist die Ausgabe von 65,8 Millionen neuer Aktien vorgesehen. Die Fiat-Aktie hat am Dienstag (11.12.) mit einem Kurssturz auf diese Nachrichten reagiert. Die Fiat-Stammaktie fiel an der Mailänder Börse zeitweise um mehr als 11 Prozent auf 16,97 Euro.
Bereits im Oktober hatte Fiat die Fertigung zurückgefahren und bis zu 20.000 Angestellte zeitweilig entlassen. Den italienischen Autokonzern drückt eine Schuldenlast von rund 7,5 Milliarden Euro.

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