Fiat weiter tiefrot

Foto: Fiat

Der angeschlagene italienische Fiat-Konzern kämpft bei der Sanierung seiner verlustreichen Autosparte mit schweren Absatzproblemen. Im ersten Quartal sanken die Verkäufe um 11,8 Prozent auf 419.000 Fahrzeuge.

Trotz der drastischen Sparmaßnahmen schreib Fiat Auto wieder rote Zahlen mit einem Minus von 129 Millionen Euro nach 146 Millionen vor einem Jahr. Der Gesamtkonzern schaffte es nur dank einer außerordentlichen Zahlung von General Motors (GM) in die Gewinnzone. Der US-Autoriese hatte sich mit
insgesamt 1,5 Milliarden Euro aus der Zusage herausgekauft, die problembehaftete Fiat-Autosparte zu übernehmen.

Der Fiat-Konzern verbuchte im ersten Quartal einen Gewinn von 295 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 392 Millionen Euro im Jahr davor. Ohne die GM-Zahlung hätte es aber einen Verlust von 245 Millionen Euro gegeben, räumte Fiat am Dienstag in Turin ein. Der Konzernumsatz schrumpfte um 2,4 Prozent auf 10,75 Milliarden Euro. Grund war vor allem der Rückgang der Erlöse bei Fiat Auto um 9,3 Prozent auf 4,62 Milliarden Euro. Das operative Konzernergebnis stieg auf 729 Millionen Euro von 71 Millionen im Vorjahr - dank 715
Millionen Euro von GM.

Fiats Marktanteil im Heimatmarkt sank um einen Prozentpunkt auf 28,3 Prozent und in Westeuropa um 1,1 Punkte auf 7 Prozent. Insgesamt liege die Entwicklung im Rahmen der angestrebten Sanierung, hieß es.

Agrar und Nutzfahrzeuge bringen Gewinn

Der Sportwagenbereich Ferrari-Maserati schaffte ein Umsatzplus von 6,5 Prozent auf 358 Millionen Euro, machte aber 37 Millionen Euro Verlust, zwei Millionen weniger als vor einem Jahr. Das gesamte Autogeschäft schrieb damit ein Minus von 166 Millionen Euro (Vorjahr: 185 Millionen) bei einem Umsatzrückgang von 8,3 Prozent auf 4,98 Milliarden Euro. Der zweitgrößte Bereich Agrar und Baugerät steigerte dagegen den Gewinn um sechs Prozent auf 124 Millionen Euro bei 2,33 Milliarden Euro Umsatz (plus 1,6 Prozent). Auch mit Iveco-Nutzfahrzeugen und im Zuliefergeschäft schreibt Fiat schwarze Zahlen

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern hat den Nettoverluste im Zuge der Sanierung auf 1,55 Milliarden Euro gedrückt (2003: 1,95 Milliarden Euro). Zudem hatte das Traditionsunternehmen zum Jahresbeginn weit reichende Umstrukturierungen eingeleitet. Ex-Audi-Manager Herbert Demel musste die Führung bei Fiat-Auto nach nur 15 Monaten abgeben, Fiat-Chef Sergio Marchionne selbst übernahm das Steuer. Immer wieder hieß es, um das Überleben von Fiat-Auto zu sichern, strebe Marchionne neue Partnerschaften an.

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