Firestone muss erneut Reifen zurückrufen

Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde hat den Reifenhersteller aufgefordert, weitere 3,5 Millionen Reifen des Typs Wilderness-AT zurückzurufen.

Die amerikanische Bridgestone-Tochter Firestone wird sich der Entscheidung der US-Behörde für Verkehrssicherheit NHTSA, National Highway Traffic Safety Administration, vom Donnerstag (4.10.2001) beugen, nach der das Unternehmen 3,5 Millionen vor dem Mai 1998 gefertigte Wilderness-AT-Reifen (P235/75 R 15 und P255/70 R 16) zurückrufen soll. Sie wurden vor allem auf Ford-Explorer- und Mercury-Mountaineer-Geländewagen montiert und in geringerem Umfang auf Ford-Ranger-Pickup sowie als Ersatzreifen für diese und andere Modelle verwendet. Von den betreffenden Reifen befinden sich allerdings nur noch rund 768.000 im Einsatz. Der erneute Rückruf wird das Unternehmen nach Schätzungen der Konzernzentrale in Tokio rund 30 Millionen Dollar (64,2 Millionen Mark / 32,8 Millionen Euro) kosten.

Die NHTSA hatte im Mai letzten Jahres nach zahlreichen Unfällen von Ford Explorer-Modellen, die mit Wilderness-ATs bestückt waren, mit einer offiziellen Untersuchung dieses Reifentyps begonnen und die Untersuchungen jetzt mit der Feststellung eines Verkehrssicherheitsdefekts der Reifen abgeschlossen. Die Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) habe dem Bridgestone-Konzern inzwischen mitgeteilt, die im Mai 2000 eingeleitete Untersuchung gegen den Reifenhersteller werde eingestellt

Firestone hatte immer bestritten, dass seine Pneus die Ursache für den Tod von 203 Menschen seien, stattdessen machte das Unternehmen Konstruktionsfehler von Ford für die Unfallserie verantwortlich. Der NHTSA, die derzeit überlegt, auch eine Untersuchung des Explorers durchzuführen, hatte der Reifenhersteller eigene Testergebnisse angekündigt, die Ford angeblich schwer belasten würden. Während die Behörde immer noch auf diese Daten wartet, wurde in US-amerikanischen Medien schon Ende letzter Woche über einen von der NHTSA erwarteten Rückruf von sieben Millionen Wilderness ATs spekuliert. Firestone werde, so hieß es noch am Freitag (28.9.2001), auf jeden Fall juristisch gegen eine solche Anordnung vorgehen.

Nun sollen weit weniger Pneus als erwartet ausgetauscht werden. Der Reifenhersteller stimme zwar nicht mit dem Entschluss der Behörde überein, erklärte jetzt Firestone-Chef John Lampe, „denn unsere Tests und wissenschaftlichen Auswertungen haben ergeben, dass an den Reifen nichts auszusetzen ist. Gleichwohl haben wir entschieden, dass es im besten Interesse unserers Unternehmens, der Beschäftigten, der Händler und der Kunden ist, die Reifen auszutauschen und dieses Kapitel der Firmengeschichte zu schließen.“

Ein Ende im Streit zwischen Ford und Firestone um die Unfallursache bei den Explorern scheint nach Meinung der meisten US-Beobachter jedoch trotz des erneuten Rückrufs nicht in Sicht zu sein.

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