Ford

35.000 Arbeiter nehmen Abfindung

Foto: dpa

Ford-Arbeiter nutzen die Ausverkauf aus dem Unternehmen in Massen: Angeblich haben bislang 35.000 Mitarbeiter die Abfindungsangebote genutzt und werden den Autobauer bis spätestens September 2008 verlassen.

Die Zahl nannte die "Detroit News" unter Berufung auf enge Führungskreise von Ford. Der Autohersteller selbst kommentierte den Abgang in Massen nicht. Die Frist, die Abfindungsangebote zu nutzen, läuft noch bis Montag, 4. Dezember. In Branchenkreisen wurden die durchgesickerten Zahlen euphorisch aufgenommen. An Wall Street bezeichneten Analysten den Erfolg des buchstäblichen "Mitarbeiter-Ausverkaufs" als enorm wichtigen Schritt, der dem Ringen um eine Sanierung des wirtschaftlich schwer angeschlagenen Autobauers den entscheidenden positiven Kick verleihen könnte.

Ford hatte im verschärften Sanierungsprogramm, das Mitte September vom neuen Chef Alan Mulally bekannt gegeben wurde, allen 75.000 Ford-Arbeitern den Ausstieg gegen Abfindung angeboten. Zielsetzung: Der Abbau von 30.000 Arbeitsplätzen. Nun haben angeblich bereits über 35.000 bei den Abfindungsangeboten zugegriffen. Die reichen von 35.000 Dollar für Arbeiter, die frühzeitig in Pension gehen, ihre Ansprüche bei Pension und Gesundheitsvorsorge aber wahren, bis zu 140.000 Dollar für Beschäftigte, die unter Verzicht aller bislang erworbener Ansprüche das Unternehmen verlassen. Angeblich wurde vor allem dieses Angebot stark genutzt. Das hat für Ford einen doppelt positiven Effekt: Mitarbeiter weg, aber auch die langfristigen Kosten resultierend aus der Alter- und Gesundheitsvorsorge.

Die Arbeiter, die die Ausstiegsverträge unterzeichnet haben, müssen das Unternehmen bis September 2007 verlassen. Die entstehenden Personallücken sollen mit Zeitarbeitern gefüllt werden. Ein Wechsel, den Ford zu radikalem Lohnkostendumping nutzt: Verdient ein Arbeiter bislang im Durchschnitt 31,64 Dollar, gibt´s für die künftigen Zeitarbeiter 18,50 Dollar. Das ohne Vorsorgeleistungen des Unternehmens. Darauf hat ein Zeitarbeiter erst nach sieben Monaten Beschäftigung Anspruch.

Ford befindet sich derzeit in einer existenzgefährdenden Schieflage. Im Zuge des laufenden Sanierungsprogrammes sollen nicht nur 30.000 Arbeiter gehen, auch 14.000 Bürojobs stehen auf der Streichliste, dazu wurde die Schließung von 14 Produktionsstätten bis 2012 beschlossen. Dieses Jahr wird Ford einen Verlust von sieben Milliarden Dollar einfahren, besonders schwierig ist die Lage am heimischen US-Markt.

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