Ford-Betriebsrat fürchtet um Motorenproduktion

Foto: ams

Der Betriebsrat der Kölner Ford-Werke fürchtet einen weiteren Rückgang der Motorenproduktion in Köln und fordert Maßnahmen, um die Produktion zu halten. 

Betriebsratschef Dieter Hinkelmann sagte dem Magazin auto motor und sport: "Was uns Sorgen bereitet, ist der einbrechende Absatz in den USA, von dem wir mit unserem Kölner Motorenwerk unmittelbar betroffen sind: 1.200 Beschäftige produzieren hier einen Vier-Liter-Motor mit 225 PS fast ausschließlich für US-Modelle wie den Explorer oder Ranger. In Spitzenzeiten haben wir 680.000 Motoren im Jahr in die Staaten geliefert, 2007 waren es nur 230.000 und dieses Jahr rechnen wir bestenfalls mit 200.000." Inzwischen seien die Einkommen der Mitarbeiter in der Motorenproduktion spürbar gesunken: "Statt wie früher im Dreischicht-Betrieb arbeiten wir nur noch mit einer Schicht, und das schlägt sich negativ auf die Einkommen nieder.

Wir haben jetzt die Verhandlungen mit der Geschäftsführung darüber begonnen, welche Ersatzprodukte hier gefertigt werden könnten. Dass 180 Kollegen für Aston Martin einige tausend Acht- und Zwölfzylinder-Motoren fertigen dürfen, ist sicher kein ausreichender Ersatz. Unser Wunsch ist es, dass die Geschäftsleitung uns bis spätestens Mitte des Jahres eine Lösung anbietet, welche die Beschäftigung langfristig sichert. Wenn das nicht passiert, dann gibt es Ärger - und zwar mit allen Mitteln, die uns als Arbeitnehmer zur Verfügung stehen. Und wir brauchen eine Perspektive für die Zeit nach 2010, wenn dieser Motor ausläuft."

Keine Probleme sieht Hinkelmann dagegen in der Fahrzeugproduktion. "Die deutsche Belegschaft kann derzeit nicht zu laut klagen. Wir kommen aus dem Tal der Tränen, wenn Sie auf den Milliarden-Verlust 2002 zurückblicken, und dürfen heute wieder im Dreischicht-Betrieb rund um die Uhr arbeiten. Dank der zugesagten Produkte in Saarlouis und Köln und des Standortsicherungsvertrags bis 2011 können wir der Zukunft relativ gelassen entgegen sehen." Nach der Ankündigung, dass 460 Leiharbeiter in Saarlouis zum 1. März in eine Festanstellung übernommen werden, rechnet Hinkelmann auch in Köln mit einer wachsenden Belegschaft. "In Köln könnte Anfang 2009 eine ähnliche Entwicklung folgen, denn wir arbeiten hier bis zum Anschlag. Wir warten aber erst den Anlauf des Fiesta-Nachfolgers bis Jahresende ab. Wenn unser Kleinwagen im Markt so groß einschlägt, wie wir uns das vornehmen, dann werden wir mit der Geschäftsleitung Verhandlungen aufnehmen, um den Personalstatus zu bestimmen und gegebenenfalls einige hundert Leute unbefristet mit an Bord zu holen.“ Derzeit beschäftigt Ford 17.300 Mitarbeiter in Köln und 6.300 in Saarlouis.

Zufrieden ist der Betriebsratschef auch mit der Produktpalette. Ford habe sich in Europa "vom Einfluss unserer US-Mutter schon vor Jahren abgekoppelt" und sei gut aufgestellt. "Mit Nischenmodellen wie dem Focus CC und dem Kuga sind wir so breit aufgestellt wie nie zuvor." Allerdings warnt Hinkelmann davor, "zu viele Nischenmodelle" zu bauen, weil diese "die Komplexität erhöhen und die Produktivität verschlechtern". Deshalb brauche Ford keinen Nachfolger des Scorpio. "Der Mondeo füllt diesen Platz aus. In dieser Liga wollen wir uns erst gar nicht mehr eine blutige Nase holen. Auch Billigwagen haben unserer Meinung nach in Deutschland und Westeuropa keine Chance."

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