Ford-Chef

"Lincoln wird weltweite Luxusmarke"

Foto: Ford

Als ein Baustein auf dem Weg zum Erreichen der Gewinnschwelle will Ford seine US-Marke Lincoln zu seiner weltweiten Premiummarke ausbauen. Nach Aussagen von Konzernchef Alan Mulally denke Ford über einen Vertrieb in Europa und Asien nach.

"Schon heute verkaufen wir Lincoln im Mittleren Osten", ergänzte Mulally. Ein Ford-Sprecher betonte, dass die Marke nicht in Westeuropa gegen deutsche Premiummarken positioniert werden soll, dass aber gerade in Regionen wie Russland noch großes Potenzial gesehen wird. Insgesamt verfügt der Konzern über sieben Marken - darunter Mercury, Volvo, Jaguar, Land Rover und Mazda.

Absage an potenzielle Allianzpartner

Ford-Chef Mulally wiederholte die Prognose, dass "das Automobil-Geschäft bis 2009 wieder profitabel" sein wird. Mulally: "Danach werden wir zuverlässig Quartal für Quartal Profite liefern." Bis 2010 werde der Konzern dazu sein "komplettes Produktportfolio auffrischen. Wir glauben, dass wir damit den Marktanteils-Rückgang stoppen werden", so Mulally. Erreichen will der US-Konzern den weltweiten Turnaround weitgehend aus eigener Kraft: "Wir brauchen keine großen Allianzpartner. Wir bevorzugen es, unsere globalen Einheiten zusammenzuführen und zu integrieren", betont Mulally.

Billigauto für Indien

Europa-Chef Lewis Booth ergänzt, dass Ford auch an einem Billigauto für den indischen Markt arbeitet: "Wir arbeiten an einem kleinen Fahrzeug für Indien und andere Schwellenmärkte, das allerdings größer sein wird als der Tata Nano." Details zum Marktstart wollte Ford nicht nennen. Es werde sich jedenfalls nicht um eine abgespeckte Version des Ford Ka handeln, das bislang das kleinste Modell des Konzerns ist, sondern um "ein wahres Low-Cost-Car für Schwellenländer."

Zugleich rechnet Mulally mit einer rasch wachsenden Bedeutung des Diesel-Antriebs in den USA. "Ich erwarte, dass der Diesel in den nächsten fünf bis sieben Jahren an Bedeutung zunehmen wird." So werde Ford im Jahr 2010 einen Diesel-Motor in der Pick-up-Baureihe F-Series vorstellen, der aus einer projektweisen Kooperation mit PSA stammt. Bislang kooperiert Ford beim Thema Diesel-Motoren mit PSA nur in Europa. Die Kooperation startete 2001 und zeigt sich in gemeinsamen Selbstzünder-Aggregaten für die Marken Ford, Volvo, Jaguar, Land Rover sowie Peugeot und Citroen.

Diesel-Hybrid für Europa

Auch an der Hybrid-Technologie arbeite Ford unter Hochdruck. Mulally: "Wir arbeiten auch an Diesel-Hybrid-Modellen für Europa. Es wird aber noch mehr als eine Dekade dauern, bis Hybrid-Modelle preisgünstiger werden." Dieses Jahr startet Ford nach Aussagen eines Sprechers zunächst mit dem Angebot von zwei Hybrid-Modellen, dem Ford Fusion Hybrid und dem Mercury Milan Hybrid.

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