Ford Deutschland

Rekord-Minus 2003

Foto: Ford

Ford Deutschland wird 2003 mit einem Minus von voraussichtlich 1,1 Milliarden Euro das schlechteste Ergebnis seiner Unternehmensgeschichte einfahren.

Der Umsatz sei im vergangenen Geschäftsjahr um knapp zwei Milliarden Euro auf 14 Milliarden Euro geschrumpft, teilte Ford in Köln am Donnerstag (22.1.) mit. 2002 hatte der Verlust noch 340 Millionen Euro betragen. "Die extrem schwierigen Bedingungen für die deutsche und europäische Automobilindustrie im abgelaufenen Jahr haben verhindert, dass wir unsere Ziele erreichen konnten", sagte Ford-Chef Bernhard Mattes.

Begründet wurde der Ergebnis-Einbruch mit einem "Bündel von Negativeinflüssen", wie beispielsweise einer rückläufigen Marktentwicklung sowie der Kaufzurückhaltung bei Neuwagen. "Es hat bei Ford einen Rückgang von fast zwölf Prozent bei den Neuzulassungen in Deutschland gegeben", sagte Ford-Sprecher Erik Walner. Insgesamt seien mehr als eine Million Neufahrzeuge verkauft worden. In 2002 seien es knapp 1,15 Millionen Fahrzeuge gewesen. Bei einer Exportquote von 78,1 Prozent habe sich die rückläufige Nachfrage in vielen europäischen Ländern im Ergebnis "deutlich bemerkbar gemacht".

Investitionen, Nachfragerückung und weitere Negativ-Posten

Neben dem allgemeinen Nachfragerückgang hätten auch die Investitionen in die flexible Fertigung negative Folgen für die Bilanz gehabt. Dazu zählten Kosten von 600 Millionen Euro beim Produktionswerk im belgischen Genk. "Außerdem hat der Produktionsanlauf des neuen Ford C-Max in Saarlouis Kosten von 200 Millionen Euro verursacht", sagte Walner. Auch Währungseinflüsse mit einem starken Euro im Vergleich zum britischen Pfund oder zum US- Dollar drückten demnach auf das Ergebnis.

Hinzu käme eine "nicht unerhebliche Summe" für Restrukturierungsaufwendungen, beispielsweise für Vorruhestands- sowie Abfindungsprogramme. In Deutschland werden den Angaben zufolge 1.250 Beschäftigte an einem freiwilligen Vorruhestandsprogramm teilnehmen, sowie 3.000 Beschäftigte der Produktionsanlage im belgischen Genk ausscheiden. Ford beschäftigt derzeit 27.000 Mitarbeiter in Deutschland sowie 6.000 in Genk. Ein weiterer Stellenabbau sei derzeit nicht geplant.

Ohne Prognose ins Jahr 2004

Mit dem im diesem Jahr auf den Markt kommenden Ford Focus C-Max und dem neuen Ford Focus will Mattes den Negativtrend eindämmen. Angaben zum Umsatz- sowie Ergebnisziel für 2004 machte Mattes nicht.

Der Ford-Mutterkonzern hingegen verzeichnete 2003 schwarze Zahlen. Im vergangenen Geschäftsjahr sei wieder ein Gewinn von 495 Millionen Dollar (393 Millionen Euro) erzielt worden nach Verlusten von fast einer Milliarde Dollar im Jahr davor, teilte Ford am Donnerstag (22.1.) in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan mit.

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