Ford

E-Mail vom neuen Chef

Foto: dpa

Sehr amerikanisch, sehr emotional, sehr kämpferisch. In einer flammenden E-mail hat sich Ford-Boss Alan Mulally an die Mitarbeiter gewendet und sie zur Unterstützung auf dem Weg zur Wende angefeuert: "Jeder liebt Comeback-Storys. Lasst uns zusammen arbeiten, die beste von allen zu schreiben", mailt der Boss.

Intensiv hat Alan Mulally seit seinem Amtsantritt Anfang September die Lage des wirtschaftlich schwer angeschlagenen US-Autobauers unter die Lupe genommen. Mit den Ford-Strukturen vertraute Autoexperten bescheinigen ihm dabei ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl und rühmen die Fähigkeiten des 61-jährigen Managers zur Mitarbeitermotivation. Diese Karte zieht Mulally nun in einer Mail an die US-Beschäftigten von Ford.

Darin spornt der Ex-Boing-Topman zur gemeinsamen Anstrengung auf dem langen Weg zur Ford-Sanierung an, beschwört gemeinsame Werte und rühmt die Einstellung der Mitarbeiter. Dabei greift Mulally bisweilen tief in die emotional-patriotische Kiste, indem er die Mitarbeiter als diejenigen ins Licht stellt, die den Schlüssel in Händen halten, Ford dahin zu führen, wohin das Unternehmen gehöre: An die Spitze.

Motivations-Pushing und Durchhalteparolen

Im Bestreben ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter wach zu rufen scheut Mulally vor nichts zurück. Auch nicht davor, Feindbilder zu projezieren, wenn er davon schreibt, dass es Mitbewerber gebe, die danach trachteten, den ruhmreichen Autobauer zu "teilen und zu erobern". Das betont, Mulally, sei nicht der Weg, der ihm für Ford vorschwebe und fordert die Mitarbeiter auf, im Kampf um Erfolg und Bestand noch enger zusammen zu rücken.

Außer Motivations-Pushing gibt´s vom neuen Chef aber auch Durchhalteparolen und mehr als nur Andeutungen, dass vor einem Erfolg tränenreiche Zeiten warten. So sei es mit Teilerfolgen nicht getan, wenn Ford die Wende schaffen soll. Dazu bräuche es außer den enormen Anstrengungen auch eine klare Strategie für das Gesamtunternehmen. Als Schlüsselelemente seiner Strategie benennt Mulally drei Punkte: 1.) Die Motivation der Mitarbeiter, 2. Produkte, die die Kunden auch wirklich wollen und 3. Ein schlankes, global aufgestelltes Unternehmen.

Sein zwischen Pathos und Motivationsspritze angelegtes Schreiben schließt Mulally mit den Sätzen: "Everyone loves a comeback story. Let´s work together to write the best one ever."

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