Ford-Europachef

Wende gelungen

Foto: Ford

Der amerikanische Autokonzern Ford ist mit der Sanierung seines Europageschäfts zufrieden. "Wir haben 2003 einen Verlust von 1,1 Milliarden Dollar in Europa gemacht. Im vergangenen Jahr haben wir besser abgeschnitten als der erwartete Verlust von 100 bis 200 Millionen Dollar", sagte Fords Europachef Louis Booth am Dienstag (11.1) auf der Auto Show in Detroit.

Damit sei die Wende erreicht. Es sei ein Einsparvolumen von fast einer Milliarde Dollar umgesetzt worden, sagte Booth weiter. Dies bedeute, dass Ford 2004 in Europa nahe an ein ausgeglichenes Ergebnis herangekommen sein dürfte. Für 2005 gab Booth keine Prognose ab und wollte nicht ausschließen, dass es wieder rote Zahlen geben könnte. "2005 ist genauso eine Herausforderung wie 2004", sagte er. Vor allem die Materialkosten machten ihm Sorgen. Einen weiteren Stellenabbau werde es aber nicht geben. Ziel sei es, trotz des schwierigen Umfelds den Marktanteil in Europa zu steigern.

Dieser lag bei der Marke Ford Ende November in Westeuropa bei 7,9 Prozent. Der gesamte Ford-Konzern (Ford, Volvo, Land Rover, Jaguar) hatte einen Anteil von 10,5 Prozent. Ford hatte in den Vorjahren in Europa Milliardenbeträge verloren. Vor allem die Luxusmarke Jaguar kommt nicht in Fahrt. Zuletzt musste der US-Mutterkonzern den Briten eine weitere Kapitalspritze von 750 Millionen Euro geben.

Sehr gut angelaufen seien die Modelle Focus und C-MAX. In den wichtigsten Märkten Deutschland und England habe Ford im Dezember stark abgeschnitten. Für Deutschland ist Booth im laufenden Jahr aber wenig optimistisch: "Die Leute sind vorsichtig." Auch gebe es ein hohes Maß an Kaufanreizen. Die Wettbewerber würden den Rabattkampf gerade in Deutschland verschärfen, da sie durch den starken Euro im Export Einbußen hätten.

Ford müsse daher in Europa auch weiterhin ständig die Kosten im Blick haben. Gute Wachstumschancen sieht Booth in Osteuropa. "Dieser Markt ist klein, aber wir haben eine starke Position." Der Ford-Marktanteil sei dort seit dem Jahr 2000 von 1,5 auf 4,5 Prozent gestiegen. In Russland sei der Absatz im selben Zeitraum auf 40.000 Fahrzeuge vervierfacht worden. Sehr dynamisch sei der türkische Markt. Dieser habe sich innerhalb eines Jahres auf 740.000 Einheiten nahezu verdoppelt. "Unser Marktanteil liegt bei 15 Prozent." Ford baut in der Türkei in einem Gemeinschaftsunternehmen den Transporter Transit.

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