Ford für Allianzen zugänglich

Foto: Ford

Für eine durchgreifende Sanierung des angeschlagenen US-Autobauers Ford strebt Konzernchef Bill Ford strategische Allianzen mit anderen Autokonzernen an und will notfalls auch verlustreiche Marken streichen.

Er sei jedoch noch von keiner Autofirma angesprochen worden, betonte Ford in einem Interview mit "Business Week", das in der jüngsten Onlineausgabe des US-Wirtschaftsmagazins erschien. Der Ford-Chef soll nach früheren Medienberichten seinerseits aber Renault/Nissan-Chef Carlos Ghosn auf eine mögliche Zusammenarbeit angesprochen haben, falls dessen Verhandlungen mit General Motors ohne Ergebnis bleiben.

Auf die Frage, ob er den Verkauf oder die Einstellung von Problemmarken wie Lincoln oder Jaguar in Erwägung ziehe, erklärte Ford, man habe noch nicht entschieden, was man tun wolle. Die Sanierungsstrategie schließe das jedoch nicht aus. Ford stehe vor "radikalen Änderungen". Man sitze nicht einfach herum und warte, was geschehen wird. Der Konzernchef machte aber klar, dass das Thema einer verminderten Kontrolle der Ford-Familie an dem Unternehmen nie aufgekommen sei. Die Ford-Familie kontrolliert 40 Prozent der stimmberechtigten Ford-Aktien.

Diskussionen konzentrierten sich auf Jaguar und Land Rover

Die US-Wirtschaftsagentur "Bloomberg" berichtete am Freitag (25.8.), Ford sei in Gesprächen zum Verkauf einiger seiner Luxusmarken an eine vom ehemaligen Ford-Chef Jacques Nasser geführte Investmentgruppe. Die Diskussionen konzentrierten sich auf Jaguar und Land Rover. Die Gespräche würden mit One Equity Partners LLC der JPMorgan Chase & Co. geführt. Dort sei Nasser Senior-Partner für Fusionen und Übernahmen. Die Gespräche mit Nasser könnten zu einem Joint Venture statt zu einem reinen Kauf führen. Volvo sei nicht involviert. Nasser war von 1999 bis 2001 Ford-Chef.

Das "Wall Street Journal" berichtete am Freitag in seiner Onlineausgabe, dass der britische Unternehmer Anthony Bamford, der Aufsichtsratsvorsitzende der Baumaschinenfirma JC Bamford Excavators Ltd., Interesse am Kauf von Jaguar bekundet habe. Es handele sich um eine starke Marke mit großem Potenzial, das momentan nicht realisiert werde, zitierte die Zeitung den Industriellen. JCB sei bereit, an einer "britischen Lösung" für Jaguar mitzuwirken.

Ford hatte Jaguar 1989 für 2,6 Milliarden Dollar gekauft. Jaguar ist unter den in der Ford-Luxusmarken-Sparte Premier Automotive Group vertretenen Marken das absolute Sorgenkind. Zu der Gruppe gehören auch Volvo, Land Rover und Aston Martin. Ford hatte unter Nasser Volvo 1999 für 6,5 Milliarden Dollar und Land Rover ein Jahr später von BMW für 2,7 Milliarden Dollar erworben. Die Luxuswagen-Sparte wird in diesem Jahr rote Zahlen schreiben, hatte Ford kürzlich berichtet.

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