Ford

Jobabbau in Köln

Update ++ Der Autohersteller Ford will nach dem Personalabbau der vergangenen Jahre in Deutschland noch einmal bis zu 1.300 der insgesamt 25.500 Stellen streichen. Der Abbau zur Kostensenkung soll vor allem mit Abfindungen und Vorruhestand erreicht werden, und zwar möglichst schon bis zum Jahresende.

Bei einem Scheitern der freiwilligen Regelung seien im nächsten Jahr betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen, sagte ein Ford-Sprecher am Freitag (4.11.) in Köln. Es gebe aber keinen Automatismus.

Arbeitnehmervertreter warfen dem Ford-Management "Hilf- und Strategielosigkeit" vor. Der "Kahlschlag" sei eine "typisch amerikanische Machart - erst einmal Personal abbauen und dann schauen wir mal, wie die Fabrik noch läuft", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Dieter Hinkelmann. Ford hatte in Deutschland in den vergangenen drei Jahren bereits 1.500 Stellen mit Hilfe von Vorruhestand und Abfindungen abgebaut.

Die deutsche Ford-Werke GmbH beschäftigt 19.000 Menschen in Köln und 6.500 in Saarlouis. Die Stellenstreichungen werden vor allem für Köln angestrebt. Organisatorisch gehört auch noch das Werk im belgischen Genk mit 4.500 Mitarbeitern zu Ford Deutschland. Nach Angaben des Betriebsrats sollen bei Ford Europe bis Ende 2005 etwa 2.600 Stellen gestrichen werden. In Deutschland gehe es um bis zu 700 Arbeiter und mehr als 600 Angestellte.

Freiwilligkeit beilbt Trumpf

Ein Milliardenverlust in Nordamerika hatte den Ford-Konzern im dritten Quartal 2005 in die roten Zahlen gedrückt. Der Verlust lag bei 284 Millionen Dollar (237 Mio Euro). Ford Europe wies für das dritte Quartal einen Vorsteuerverlust von 55 Millionen Dollar aus. Die deutsche Ford-Werke GmbH veröffentlicht keine eigene Bilanz vor.

Das laufende Abfindungsmodell, bei dem sich die Zahlungen aus Alter und Betriebszugehörigkeit berechnen, wurde im September aufgestockt. Wer geht, bekommt über die Abfindung hinaus noch eine Zusatzzahlung von 20.000 Euro.

Angesichts der Kostensenkungen und des Stellenabbaus bei anderen Autobauern müsse auch Ford seine Wettbewerbsfähigkeit steigern, sagte Ford-Sprecher Erik Walner. Beim Personalabbau setze Ford wie in der Vergangenheit auf Freiwilligkeit. "Daran wollen wir festhalten."

Stellenstreichungen seien nur ein Teil der Strategie zur Senkung der Kosten und Steigerung der Produktivität. Der Konzern setzt zum Beispiel auf gemeinsame Plattformen bei Ford, Mazda und Volvo, arbeitet bei der Kleinwagenentwicklung mit Fiat zusammen und hat die Entwicklungsabteilungen für Autos und Motoren neu organisiert. Auf den Konkurrenzkampf im Billigsegment hatte Ford in diesem Jahr mit einem Sondermodell des Ka für unter 8.000 Euro reagiert.

Betriebsratschef Hinkelmann warf dem Management vor, die angestrebte Steigerung der Produktion in Europa von 1,7 auf 2 Millionen Fahrzeuge pro Jahr sei mit einer reduzierten Personaldecke nicht zu schaffen. Walner sagte, Ford brauche qualifizierte Leute, müsse aber dennoch Stellen abbauen: "Wir sind zum Handeln gezwungen."

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