Ford-Klüngel

Scheele schlägt zurück

Ford-Präsident Nick Scheele tritt Gerüchten über einen Machtkampf innerhalb des Unternehmens entgegen.

Ford-Präsident Nick Scheele (Foto rechts) tritt Gerüchten über einen Machtkampf innerhalb des Unternehmens entgegen. In einer internen E-Mail an die Manager des Herstellers erklärte er, es gebe derzeit viele Mutmaßungen, die jedoch allesamt jeder Grundlage entbehrten. Es gelte, sich auf die Gesundung des Unternehmens zu konzentrieren, „keiner von uns kann es sich derzeit leisten, eine Pause einzulegen, zu blinzeln, inne zu halten, während Ford um die Rückkehr zur Rentabilität“ kämpfe. „In den nächsten Monaten“, fuhr der Präsident fort, „werden viele Schwierigkeiten auf uns zukommen, sowohl hier als auch draußen in der Welt. Wir müssen als Team alle unsere Energien auf die Dinge fokussieren, die wir kontrollieren können und auf die wir Einfluss haben“.

Detroit ist das kleinste Dorf der Welt

Scheele schrieb weiter: „Wie Sie sich denken können, waren die vergangenen Tage sehr schwierig für mich.“ Konkret sprach er in der Mail den angeblichen Machtkampf mit David Thursfield an, der nach verschiedenen Medienberichten vertrauliche Informationen an die US-Presse gegeben haben soll: „Lassen Sie mich nun zu der skurrilen Vorstellung kommen, dass David (Thursfield) interne Informationen nach außen getragen habe, um mich zu demontieren. Solche Gerüchte sind mehr als schändlich“.

Detroit sei manchmal „das kleinste Dorf der Welt“, entsprechend viel werde getratscht, konstatierte Scheele und forderte seine Mitarbeiter auf, dem über ihn verbreiteten Klatsch entgegen zu treten.

Kosten sparen: Ein ehrenwerter Versuch

Unterdessen verteidigte Doron Levin, Kommentator der Detroit News Nick Scheeles Entscheidung, die Marketing-Aktivitäten des Unternehmens zu bündeln. Er schrieb, es habe sich dabei um einen ehrenwerten Versuch gehandelt, Kosten zu sparen, „etwas, das Ford derzeit dringend braucht“.

Der eigens eingesetzte interne Untersuchungs-Ausschuss, der den Verdacht der Klüngelei erforschen sollte, sei eigentlich obsolet gewesen: „Viele, wenn nicht die meisten Manager in der Autoindustrie haben Verwandte, die entweder direkt im Unternehmen oder bei einem Zulieferer beschäftigt sind. Der Schwiegervater von Ford-Boss Bill Ford jr. (Foto links) etwa war lange Jahre bei WPP beschäftigt.“ Scheeles Zukunftsaussichten beim Hersteller beurteilt der Kommentator jedoch als skeptisch: „Für langjährige Ford-Beobachter ist die gegenwärtige Situation ein Déjà vu“, sie erinnere Levin an den Rausschmiss von Lee Iacocca und zahlreiche andere Demissionen erfolgreicher Top-Manager.

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