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Kurzarbeit für deutsche Werke

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Der US-Autobauer Ford plant Kurzarbeit in seinen deutschen Werken in Köln und Saarlouis. Der genaue Umfang sei noch unklar, sagte ein Ford-Sprecher am Freitag (23.1) in Köln.

"Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat laufen derzeit." Betroffen seien das Kölner Fiesta-Werk, in dem 4.100 Menschen arbeiten, sowie die Fahrzeugproduktion und der benachbarte Zulieferpark in Saarlouis mit insgesamt 8.500 Beschäftigten.
 
Als Grund für die Pläne nannte der Ford-Sprecher einen Nachfrageeinbruch auf wichtigen Exportmärkten, vor allem Großbritannien und Spanien. Rund 80 Prozent der in Deutschland produzierten Ford-Fahrzeuge gingen ins Ausland.

Keine Leiharbeiter mehr

Seitens des Unternehmens sei eine Kombination aus Nutzung der Arbeitszeitkonten und angemeldeter Kurzarbeit geplant, sagte der Sprecher. Genauere Entscheidungen würden voraussichtlich im Laufe der nächsten Woche fallen.

Vor einiger Zeit hatte sich Ford bereits von Leiharbeitern getrennt und die Fiesta-Produktion von ursprünglich 1.830 auf 1.750 Einheiten pro Tag heruntergefahren. Das Werk sei aber gut ausgelastet und arbeite nach wie vor in drei Schichten, betonte der Ford-Sprecher.

2008 mehr Gewinn in Deutschland

Insgesamt arbeiten am Standort Köln, wo auch der Fusion produziert wird, 17.400 Menschen. Die Mitarbeiter im Werk Saarlouis bauen täglich rund 1.800 Autos der Modelle Focus, C-Max und Kuga.

Ford hatte 2008 in Deutschland mehr Autos verkauft. Der Absatz sei auf rund 241.200 Fahrzeuge (2007: 233.000) gestiegen. Ford Deutschland-Chef Bernhard Mattes sagte dem Handelsblatt, er gehe davon aus, den Marktanteil von derzeit sieben Prozent in diesem Jahr weiter erhöhen zu können. Ford verfüge über eine junge Modellpalette. Außerdem sei er sicher, dass die Abwrackprämie einen starken Impuls auf dem Markt auslösen wird.

Zu viel Produktionskapazität

Mattes warnte vor wachsenden Überkapazitäten in der Autoindustrie. "Weltweit gibt es im Automarkt heute circa 20 Millionen Einheiten Produktionskapazität zu viel, und die Zahl wird wachsen, nicht zuletzt durch den prognostizierten Nachfragerückgang in Höhe von rund vier Millionen Fahrzeugen in Europa und rund drei Millionen in den USA."

Wenn ein Autokonzern vollständig wegbreche, werde dies Auswirkungen auf die gesamte industrielle Wertschöpfungskette haben, sagte der Manager. Davon würde niemand profitieren. "Das war auch einer der Gründe, warum Ford in den USA Chrysler und GM voll mit ihrem Anliegen um Staatshilfe unterstützt."

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