Ford

Milliarden sammeln fürs letzte Gefecht

Foto: Ford

Mit einem spektakulären weil hochriskanten Manöver versucht Ford den Befreiungsschlag aus der Krise: Durch die Verpfändung praktisch aller Vermögensreserven beschafft sich der Autohersteller 18 Milliarden Dollar am Finanzmarkt. Mit dem Geld soll der Weg zurück auf die Erfolgspur gepackt werden.

Das Manöver des Ford Managements löste am Montag abend (27.11) hektische Aktivitäten an der Wall Street aus. Der Börsenkurs von Ford geriet schwer unter Druck, wüste Spekulationen über das Ausmaß der wirtschaftlichen Schieflage beim zweitgrößten Autohersteller der USA schäumten hoch, mal wieder geisterten Konkursgerüchte übers Parkett.

Kein Wunder. Der Schritt von Ford ist bei Unternehmen dieser Größe fast einmalig. Am Montag gab der Autobauer bekannt, dass er zur Beschaffung weiterer Finanzmittel in Größenordnung von 18 Milliarden praktisch alles was beim Vermögen auf der aktiven Seite steht, verpfändet: Autofabriken, Bürogebäude, geistiger Besitz wie Patente, Büro- und Fabrikmaschinen und Aktienbestände, darunter die der schwedischen Tochtermarke Volvo. Dafür gibt es 18 Milliarden Dollar frisches Kapital für die notleidende Ford-Kasse, unter anderem fließen davon vier Milliarden in den Cash-Bestand.

Ford sah sich zu dem Schritt gezwungen, nachdem sich zuletzt abgezeichnet hatte, dass bis zum Greifen der in diesem Jahr eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen im Jahr 2009 dem Autobauer möglicherweise vorher das Geld ausgeht. Andererseits konnte sich Ford angesichts der schlechten Bonitätseinstufung am "ordentlichen" Kapitalmarkt nicht mehr mit frischem Geld bedienen. Nun also der spektakuläre Schritt. Entsprechend wurde dieser am Montag abend an Wall Street als "letzter Schuss" eines angeschlagenen Industrieriesen gewertet, vielleicht doch noch einmal die Wende zum Besseren zu schaffen. Eine Einschätzung, die den Sachstand ziemlich auf den Punkt trifft.

Durch die Maßnahme hat Ford nun zwar die Möglichkeit, befreit von akutem Finanzdruck, seine Sanierungsschritte noch schneller durchzuziehen. Aber: Sollte sich der eingschlagene Sanierungsweg als nicht erfolgreich herausstellen, dürfte es um Ford geschehen sein. Entsprechend wurde der Schritt des Autobauers als Verzweiflungstat eines Unternehmens gewertet, das mit dem Rücken zur Wand steht.   

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