PS-Geflüster und bleibende Eindrücke

Ford Performance Days 2018

Ford Performance Days 2018 Foto: Dino Eisele 6 Bilder

Die Gewinner des Leser Test Drive gingen bei den Ford Performance Days am Nürburgring an ihre körperlichen Grenzen – und in die Luft.

Es ist Mittwochnachmittag. Die Sonne brennt auf den Beton des Caracciola-Karussells der legendären Nordschleife. Da rappelt ein voll besetzter Linienbus mit rund 70 km/h über die harten Betonplatten, hält am Kurvenausgang und entlässt die lauthals lachenden Passagiere in die Freiheit. Wer noch nicht sein Smartphone oder seine Spiegelreflexkamera in der Hand hält, holt sie nun heraus. Denn so ein Augenblick muss für die Ewigkeit festgehalten werden. Doch Moment mal. Linienbus? Ja! Denn bevor die glücklichen Gewinner des Leser Test Drive und somit auch Teilnehmer der Ford Performance Days in die automobilen Stars der Veranstaltung steigen dürfen, gibt es eine unvergessliche geführte Nordschleifen-Tour.

BBQ und begehrte Livemusik

Unter der Leitung und mit der äußerst spektakulären Moderation von Ring-Chefinstruktor Andy Gülden sowie dem Nordschleifen-Welt­rekord-Busfahrer Heinz startet das Teilnehmerfeld auf eine sehr spezielle Art und Weise in das zweitägige Event. Wäre Heinz ohne Unter­brechung durchgebrettert, hätte er gefühlt die magische Zehn-Minuten-Marke knacken können. Auch ohne Zeitnahme ist jedem schnell klar: Gut, dass das typisch amerikanische Barbecue erst noch kommt.

Und wie es dann kam. Steaks vom Grill, Bier vom Fass und Musik von einer Zweimann-Liveband, die sich am Ende des Abends über einige private Hochzeitsauftritt-Anfragen freuen durfte. Was anschließend jeder Teilnehmer neben dem hohen Adrenalinspiegel noch mit ins Bett nahm, waren die Worte von Ford-Deutschland-Chef Hans-Jörg Klein: „Ich wünsche allen Teilnehmern einen wunderschönen Abend, tolle zwei Tage mit Ford und jede Menge unvergessliche Eindrücke. Aber vergessen Sie nicht: Morgen früh machen wir einen Alkoholtest! Und im Anschluss gibt es dafür noch eine Überraschung.“

Und diese Überraschung hat es in sich. Denn wer von den Gewinnern dachte, eine Bustour über die Nordschleife wäre schon Rahmenprogramm genug, der irrte gewaltig. Was könnte noch cooler sein als eine Tour über den Ring? Richtig: ein Helikopterflug ÜBER den Ring. „Ich bin noch nie Hubschrauber geflogen. Das ist der absolute Wahnsinn!“, so eine Reaktion. Also: Kurz die 60 Teilnehmer in drei Gruppen (Ford Mustang, Fiesta ST, Rahmenprogramm) eingeteilt, und der sonnendurchflutete Tag konnte beginnen.

Schon der kurze Fußmarsch vom Hotel durch das historische Fahrerlager bis in die Boxengasse sorgt bei vielen für Gänsehaut. Und als die ersten Fünfliter-V8-Motoren der Mustang durch die Eifelstille bollern, bildet sich sofort sehnsüchtiges Lächeln auf allen Gesichtern. „Den Sound hätte ich gern als Wecker“, tönt es von hinten durch die FPD-Schlange. Der von den meisten am heißesten ersehnte Part der Ford Performance Days, der Mustang Drive, fordert von null auf hundert direkt alles von seinen Teilnehmern.

Mit Ford ans eigene Limit

Nach einer kurzen Einführungsrunde mit zwei Streckenabschnittsbegehungen geht es ans Gas. Schon nach wenigen Runden wird deutlich, dass hier sehr verschiedene Fahrertypen am Werk sind. Die einen fühlen sich nur im Grenzbereich wohl, die an­deren nutzen daheim ihre eigene 450-PS-Rennsemmel nur zum gemüt­lichen Cruisen. Damit haben die FPD-Instruktoren Traudel und ihr Bruder Dieter Klink natürlich gerechnet. Eine gekonnte Umbesetzung der Gruppe sorgt schnell für Entspannung, denn jetzt sind kaum noch Unterschiede innerhalb der geführten Touren auszumachen, und jeder kommt auf seine Kosten.

Was heißt, dass sowohl die Heißsporne ihre schnellen Runden drehen können als auch die gemütlichen Fahrer ihr langersehntes erstes Date mit dem Mustang bekommen. Lange Gesichter gibt es an diesen Tagen nur von den Zaungästen, die zu gern mit den Gewinnern tauschen würden. Ähnliche Bilder bei der zweigeteilten Ford-Fiesta-ST-Station: Während die Teilnehmer die 200 PS starken Kleinwagen mit der blauen Lackierung für eine Ausweichübung auf nassem Asphalt bei Tempo 80 an ihr Limit bringen, heißt es bei den roten Flitzern: „3, 2, 1 – Start!“

Der vom stets fürsorglich um Sicherheit bemühten Team der Ford Performance Days installierte Handlingkurs hat es in sich. So sehr, dass der rote Fiesta ST auf der Jagd nach der Bestzeit bei fast jeder zweiten Kurve das hintere kurveninnere Rad gut zehn Zentimeter vom Boden hebt – selbstverständlich gewollt. Für viele Teilnehmer ist das aber die erste echte Grenzerfahrung in einem Auto.

Von vielen weiteren Grenzerfahrungen, die sie auch jenseits der Automobilbranche durchlebte, erzählt Jutta Kleinschmidt, eine der erfolgreichsten Frauen im Motorsport. Sie referiert als Teil des Rahmenprogramms über ihr Leben und ihren Einstieg in den Motorsport. Offene Münder und feuchte Augen bei den Zuhörern sind da stets vorprogrammiert – wie so oft während dieser Ford Performance Days.

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