Ford S-Max gegen VW Sharan

Sportvan gegen Raumvan

Ford S-MAX, VW Sharan, Frontansicht Foto: Achim Hartmann 23 Bilder

Ein Segment, zwei Philosophien. Treffender kann man die konzeptionellen Unterschiede zwischen dem Ford und dem VW nicht beschreiben. Ein erster Schlagabtausch.

Vor 30 Jahren lösten Chrysler Voyager und Renault Espace die Initialzündung zur Van-Welle aus, die eine Flut neuartiger Modelle mit üppigem Platzangebot und immer flexiblerer Innenraumgestaltung auf den Markt spülte. Und während die Pioniere in Größe, Komfort und Preis kontinuierlich nach oben rutschten, zeigten sich gerade manche Nachahmer sehr flexibel und legten kleinere, individuellere Modelle nach. So traten Ford und VW mit der Gemeinschaftsentwicklung Galaxy/Sharan zwar erst 1995 an, haben aber beide inzwischen eine fein gestufte Van-Palette von kompakt bis riesig im Angebot.

Bei der Neuauflage des Galaxy in Eigenregie hatte Ford 2006 offenbar den richtigen Riecher und schickte mit dem Ford S-Max einen technisch baugleichen, aber dynamischeren Zwilling ins Rennen, der seinen nutzwertigeren Bruder in der Käufergunst bis heute um Längen schlägt. Also präsentiert sich die zweite Generation auf der IAA noch flotter gezeichnet als die erste, verzichtet zugunsten einer flachen, fließenden Linie auf optimale Raumausnutzung, Übersichtlichkeit und Bequemlichkeit beim Einstieg.

Der neue Ford S-Max Concept auf der IAA
Der Sportler-Van Ford S-Max auf der IAA 1:04 Min.

Die Studie begnügt sich gar mit vier vollwertigen und einem schmalen Sitz in der Fondmitte, während das für Ende 2014 geplante Serienmodell wiederum als Fünf- bis Siebensitzer zu haben sein wird. Im Cockpit lässt sich dagegen wie im neuen Mondeo auf gleicher Plattform erkennen, dass Ford die wachsende Zahl der Funktionen durch ein integriertes Bedienkonzept per Touchscreen mit wenigen zusätzlichen Tasten in den Griff bekommen will. Zudem ermöglicht das zwölf Zoll große Dual-View-Display verschiedene Ansichten und Programme für Fahrer und Beifahrer.

Raum wagen oder Traumwagen?

Obwohl der aktuelle Sharan erst 2010 herauskam, vertritt er eher das klassische Van-Konzept: hoch aufragende Karosserie mit kantigem Heckabschluss, großzügiges Raumangebot und voll versenkbare, erwachsenentaugliche Sitze selbst in der dritten Reihe, dazu noch praktische Schiebetüren hinten und in allen wesentlichen Abmessungen jeweils ein paar Zentimeter mehr als der Ford S-Max. Doch all das bietet bei Ford auch weiterhin der Zwillingsbruder Galaxy, dessen Nachfolger spätestens ab 2015 wohl ebenfalls mit hinteren Schiebetüren aufwartet.

Neben weiteren Assistenzsystemen stehen überdies für beide neue, sparsamere 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 bis 180 PS unterhalb der bekannten Zweiliter-Diesel und -Benziner auf dem Programm. VW hält mit seinem breiten Spektrum von TDI- und TSI-Vierzylindern samt optionalem Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb dagegen, bringt außerdem zum Start der Kölner Rivalen ein Facelift des Sharan. Ob allerdings bei dieser Modellgeneration zusätzlich mit einem sportiver gestalteten Ableger zu rechnen ist, scheint aktuell mehr als fraglich.

Weniger Raum, mehr Edel-Mut

Bei Renault geht man die Espace-Nachfolge völlig anders an, verzichtet angesichts schwindender Nachfrage künftig auf einen konventionellen Großraum-Van und setzt auf einen Crossover nach Art der jüngst eingestellten Mercedes R-Klasse. Die IAA-Studie Initiale Paris ist jedenfalls nicht nur flacher und kürzer als der zuletzt 2002 neu aufgelegte Klassiker, sondern orientiert sich optisch in Richtung SUV und im Interieur an noblen Limousinen. Gut möglich, dass das Serienauto nicht ganz so edel wie das Frankfurter Schaustück ausfällt, aber die Richtung stimmt – auch wenn die Initialzündung nicht vom Initiale, sondern vom ersten Ford S-Max ausging.

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