Ford schließt Tarifvertrag

Foto: ams

Nach Marathonverhandlungen hat sich der zweitgrößte US-Autobauer Ford mit der Gewerkschaft UAW auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Wie zuvor bereits General Motors (GM) und Chrysler kann damit nun auch Ford die Arbeitskosten senken und milliardenschwere Krankenversicherungs-Lasten auslagern.

Unterdessen kommt der lange geplante Verkauf der britischen Töchter Jaguar und Land Rover einem Zeitungsbericht zufolge in die entscheidende Phase.

Die noch vorläufige Tarif-Vereinbarung habe eine Laufzeit von vier Jahren, teilten beide Seiten am frühen Samstagmorgen (3.11.) nach mehr als 40-stündigen Abschlussverhandlungen in Detroit mit. Der Vertrag gelte für 54.000 Gewerkschaftsmitglieder in den US-Werken des Autobauers. Die Arbeitnehmer müssen der Vereinbarung noch zustimmen.

Die Abmachung sieht wie die kürzlich geschlossenen Verträge bei GM und Chrysler unter anderem vor, dass die teure Krankenversicherung der Betriebsrentner in einen von der Gewerkschaft verwalteten Fonds eingebracht wird. Zudem werden niedrigere Lohngruppen geschaffen. Alle drei US-Hersteller kämpfen mit massiven Absatzproblemen. Mit den neuen Tarifverträgen wollen sie Kosten sparen und wieder wettbewerbsfähiger werden.

Jaguar/Land Rover: Drei Angebote

Zum Sanierungsplan zählt bei Ford auch der Verkauf der Marken Jaguar und Land Rover, für die der US-Konzern laut "Wall Street Journal" verbindliche Gebote von mindestens drei potenziellen Käufern erhalten hat. Ford habe die Arbeitnehmervertreter bei Jaguar und Land Rover für den 20. November zu einem Treffen mit möglichen Käufern eingeladen, berichtete das Blatt in der Wochenendausgabe.

Einer der engagiertesten und aussichtsreichsten Kaufinteressenten sei der indische Autobauer Tata Motors, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Tata habe als einziger Autohersteller ein Angebot abgegeben. Geprüft würden zudem Offerten der Finanzinvestoren Ripplewood Holdings (New York) und One Equity Partners, einer Tochter der US-Großbank J.P. Morgan Chase. Ripplewood arbeitet mit dem früheren Jaguar-Chairman Nick Scheele zusammen, One Equity hat den einstigen Ford-Chef Jacques Nasser an Bord.

Überdies gebe es wohl weitere weniger verbindliche Offerten privater Beteiligungsgesellschaften. Ein Ford-Sprecher sagte der Zeitung, das Unternehmen rechne nach wie vor mit einer Klärung der Zukunft für Jaguar und Land Rover "bis Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres". Tata wollte sich nicht äußern.

Für die beiden Marken arbeiten zusammen rund 16.000 Beschäftigte vor allem in Großbritannien. Auch für die Konzernmarke Volvo prüft Ford Berichten zufolge bereits seit längerem einen Verkauf.

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