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Sparen trotz Absatzplus

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Der deutsche Ford-Chef Bernhard Mattes hat trotz des von der Abwrackprämie beflügelten Auto-Absatzes Einsparungen angekündigt. "Wir müssen in allen nicht produktbezogenen Bereichen die Kosten senken, um die Entwicklung neuer Produkte so weit als möglich zu schützen", sagte der Automanager am Mittwoch (4.2.) auf dem Genfer Autosalon.

Zur genauen Höhe der Einsparungen wollte er sich nicht äußern. Mit einer Belebung der Nachfrage rechnet der Manager frühestens 2010. "Mit welcher Nachhaltigkeit und welcher Stärke kann heute noch keiner beurteilen."

Absatzplus in Deutschland

Zu einer möglichen staatlichen Unterstützung des Konkurrenten Opel sagte Mattes, "entscheidend ist, dass der Wettbewerb für alle erhalten bleibt." Allerdings sei wichtig, dass die Wertschöpfungskette mit Herstellern und Zulieferern aufrechterhalten werde. "Es ist wichtig, dass das System als solches stabil bleibt." Die Deutschland-Tochter des US-Konzerns hat im Februar ein Absatzplus von 59 Prozent auf knapp 21.000 Fahrzeuge verbucht. Seit Einführung der Umweltprämie seien 30.000 Bestellungen der Kleinwagen Ford Fiesta und Ford Ka sowie des Minivans Fusion eingegangen, erläuterte Mattes.

Im Vergleichszeitraum des Vorjahres seien es nur 5.000 gewesen. Einerseits seien die Kunden klassische Neuwagenkäufer, bei denen die Umweltprämie als "guter Nachfrageimpuls" wirke. Hinzu kämen aber auch die klassischen Gebrauchtwagenkunden, die durch die staatliche Förderung nun über ein ausreichendes Budget zum Neuwagenkauf verfügten. "Das ist das Zusatzgeschäft."

Umweltprämie tut allen gut

Mattes betonte: "Die Umweltprämie kommt allen Anbietern zugute. Es gibt keine Ausschlüsse, Bevorzugungen und Benachteiligungen." Damit werde der faire Wettbewerb aufrechterhalten. Die Einigung auf eine CO2-basierte Kfz-Steuer habe einen Teil der Unsicherheit aus dem Markt genommen. "Direkte Kaufimpulse sind aber schwer zu beurteilen."
 
Trotz des derzeitigen Absatzerfolgs in Deutschland schickt der Autobauer im ersten Halbjahr 5.000 Beschäftigte am Standort Saarlouis  an 20 Tagen in Kurzarbeit. Auch für die Werke im spanischen Valencia und belgischen Genk sei Kurzarbeit vereinbart. Wie viele Fahrzeuge deshalb weniger gebaut werden, wollte Mattes nicht sagen. In Köln, wo der Fiesta vom Band läuft, stehe derzeit keine Kurzarbeit auf der Agenda. Die Verträge von rund 500 Leih- und Zeitarbeitern seien aber nicht verlängert worden.

Großes Stück vom kleinen Kuchen

Insgesamt habe man sich für Europa das Ziel gesetzt, sich bei einer rückläufigen Nachfrage "vom kleineren Kuchen ein größeres Stück abzuschneiden". Im Januar lag der Marktanteil bei 9,3 Prozent. Auf Staatshilfen sei Ford trotz der Milliardenverluste in den USA derzeit nicht angewiesen.
 
Um Zukunftsinvestitionen abzusichern, sei man in Gesprächen mit der Europäischen Investitionsbank. Das angefragte Kreditvolumen bezifferte Mattes auf 600 Millionen Euro. Am Wettlauf um das erste serienreife Elektroauto beteiligt sich Ford jedoch nicht. "Das wird noch eine ganze Weile dauern, bis wir Elektroautos in der Fläche sehen." Man wolle zunächst die Erfahrungen in den USA abwarten. Dort sollen erste Autos des Herstellers mit einem reinen Elektroantrieb 2010/11 auf den Markt kommen.

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