Zwei neue Ford-Taxis für den US-Markt

Nissan NV200 nicht mehr allein als New York Taxi

Ford Transit Connect Taxi 2019 Foto: Ford 17 Bilder

Ford stellt in den USA zwei neue Taxis vor: Den Transit Connect mit Dieselmotor und den Fusion Hybrid. Zudem hob die New Yorker Taxikommission ihre sieben Jahre alte alleinige Empfehlung zum Kauf des Nissan NV200 auf. Die Taxifahrer waren laut der New York Times unzufrieden mit dem japanischen Modell. Außerdem ist der Kostendruck durch Fahrdienstvermittler inzwischen immens.

Für seine beiden neuen US-Taxi-Modelle reklamiert Ford einen besonders niedrigen Verbrauch. So soll der Transit Connect in der Taxiversion mit 1,5-Liter-Dieselmotor nach dem strengen EPA Rating (Environmental Protection Agency) mit 7,8 Litern Kraftstoff pro 100 Kilometer auskommen. Die endgültigen Verbräuche gibt Ford 2019 bekannt.

Im Transit Connect finden fünf Personen Platz. Das Kofferraumvolumen gibt der Hersteller mit 1.699 Litern an. Ford betont, dass dies mehr sei als beim Nissan NV200. Die zweite Reihe des Transit Connect lässt sich absenken. Dank niedrigem Boden soll der Wagen leicht zu betreten sein. Gegen Aufpreis kann ab Werk ein Rollstuhlzugang ins Taxi kommen. Rückfahrsensoren sind Serie.

Ford Transit Connect Taxi 2019 Foto: Ford
Ford verspricht für den Transit Connect Taxi einen weit öffnenden tiefen Einstieg.

Taxi-Besonderheiten sind eine serienmäßige Verkabelung für den Anschluss eines Taxameters und eine Vorbereitung auf dem Dach, um dort ein Taxi-Schild befestigen zu können. Ab Werk kann das Transit Connect Taxi auch in US-Schulbus-Gelb lackiert werden.

Ford Fusion Hybrid Taxi

Die Taxiversion des Ford Fusion (ähnlich einem europäischen Ford Mondeo) fährt mit einem Hybridantrieb vor, der 6,2 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen soll. Als besonderes Highlight stattet Ford die Taxivariante des Fusion mit vielen Heavy-Duty-Bauteilen aus, um den Wagen für den harten Taxialltag fit zu machen. Die Haltbarkeit soll dank beispielsweise eines verstärkten und höhergelegten Fahrwerks, verstärkter Bremsen und spezieller Stahlfelgen-Räder mit der eines Ford Police Responder Hybrid vergleichbar sein. Innen kann der Käufer zwischen einem robusten Stoffbezug oder Vinyl-Bezügen wählen. Serienmäßig ist der Fusion Hybrid als Taxi mit einer Rückfahrkamera, einer Vorbereitung für die Montage eines Taxameters und ebenso einer Vorbereitung für ein Dach-Taxischild unterwegs. Wie den Transit Connect, so gibt es den Fusion Hybrid auf Wunsch ab Werk in US-Schulbus-Gelb.

Ford Fusion Hybrid Taxi 2019 Foto: Ford
Von der Größe ist der Ford Fusion mit dem europäischen Ford Mondeo vergleichbar.

Der Verkauf der beiden neuen Ford Taxis beginnt Ende 2018.

Nissan NV200 nicht mehr allein in New York

Das Auswahlprozedere dauerte lang und stieß international auf ein großes Medienecho: 2011 teilte New Yorks damaliger Bürgermeister Michael Bloomberg mit, dass der Nissan NV200 das Modell der Wahl für alle New Yorker Taxifahrer sei. Bis dahin setzten die Fahrer vorwiegend auf die bequeme und mit einem V8 ausgerüstete Old-School-Limousine Ford Crown Victoria. Die letzte Generation des Ford wurde in den USA ab 2007 nicht mehr an Privatpersonen verkauft, 2011 war auch für Behörden und Taxifahrer Schluss. New Yorks Taxi-und-Limousinen-Kommission fand damals an der Kombiversion des Kastenwagens Nissan NV200 Gefallen, weil dieser geräumig und vergleichsweise modern eingerichtet war, USB-Steckplätze bot und ein Sonnendach hatte, was besonders den Passagieren auf den hinteren Plätzen bei der Fahrt durch New Yorks Häuserschluchten schöne Ausblicke bescherte. Laut New York Times rechnete man damit, dass über 80 Prozent der 13.000 New Yorker Taxis (also über 10.400) ein Nissan NV200 sein würden. Jetzt, sieben Jahre später, fahren gerade mal 2.671 NV200-Taxis (zirka 20,55 Prozent) durch New York.

Nissan NV200 Taxi New York 2013 Foto: Nissan USA
Von 2011 an war der Nissan NV200 das Auto der Wahl für New Yorker Taxifahrer - so wollte es die New Yorker Taxi-und-Limousinen-Kommission. Jetzt hat die Kommission den Katalog möglicher Taximodelle auf 31 erweitert. Der NV200 ist nach wie vor dabei.

Die New Yorker Taxi-und-Limousinen-Kommission hat nun ihre Empfehlungsliste überarbeitet und auf 31 Modelle erweitert. Der NV200 ist zwar noch enthalten, wird aber an Bedeutung verlieren. Auf der Liste finden sich in den USA beliebte Modelle wie der Toyota Camry und der Ford Taurus. Alleine 13 der 31 Modelle kommen von Toyota.

Fahrer unzufrieden mit Nissan NV200

Die Entscheidung, den Nissan NV200 nicht mehr als alleiniges Modell zu empfehlen, wurde laut New York Times von Taxifahrern und ihren Vertretern begrüßt. Laut der Tageszeitung fanden die Fahrer das Fahrwerk unkomfortabel und meinten, dass der Verbrauch zu hoch sei. Oft hätte es mechanische Probleme gegeben und dass nur vier Personen in den Wagen passten, war den Fahrern zu wenig. Die New York Times zitiert den 60-jährigen Sergio Cabrera, der als Taxifahrer nach drei Ford Crown Victoria 2012 auf einen NV200 umstieg. Cabrera meint, ältere Leute hätten Probleme gehabt, in den NV200 zu kommen. Außerdem hätte er nach jeder für Taxis vorgeschriebenen vierteljährlichen Inspektion 1.500 Dollar (umgerechnet zirka 1.300 Euro) für Reparaturen ausgeben müssen.

Die New Yorker Taxi-und-Limousinen-Kommission betont, dass man auch wegen des harten Wettbewerbs die Liste mit erlaubten Taximodellen erweitert habe. Schließlich steht das Taxigewerbe in den USA unter dem massiven Druck von Fahrdienstvermittlern wie Uber und Lift.

Volvo XC90 Uber autonomes Fahren Foto: Volvo
Fahrdienstvermittler setzen den New Yorker Taxifahrern massiv zu. Auch um den Kostendruck zu mildern, hat die Taxi-und-Limousinen-Kommission die Modellpalette für Taxiumbauten mehr als verdreizigfacht.

Bürgermeister Michael Bloomberg schloss 2011 mit Nissan einen Zehnjahresvertrag. Experten schätzten, dass dieser Vertrag einen Wert von zirka einer Milliarde Dollar habe. Dieser Vertrag läuft wohl weiter, ist aber nicht mehr eine Milliarde Dollar wert.

Neuester Kommentar

also den 1.9TDI VW-Touran habe ich bei ~98km mit ~4.4Liter Diesel nachgetankt in Holland (T'schuldigung Niederlande ist offiziel) entweder Shell Tanke war nicht geeicht oder VW 1.9 TDI echt so sparsam...

ne'in den USA ist es vielleicht schön aber nicht zeitgemäß....und Frau Wendy Williams soll echt Presidentin werden?
Mr. D.Trump da ist aber im Maschienenbau mehr zu holen als mit sieben Dieselliter ein 1.5Ill'Motorie zu beleben!

GRACHO 18. Juni 2018, 17:46 Uhr
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