Ford

Trotz Mängel keine Haftung

Der US-Autohersteller Ford hat im Prozess um einen Unfall eines seiner Explorer-Modelle in den USA einen Teilerfolg errungen.

Der US-Autohersteller Ford hat im Prozess um einen Unfall eines seiner Explorer-Modelle in den USA einen Teilerfolg errungen. Nach US-Medienberichten vom Freitag (1.2.) kam eine Jury im kalifornischen Barstow zu dem Schluss, dass der zweitgrößte Autohersteller der Welt für den Unfall nicht zur Verantwortung gezogen werden könne. Die Schadenersatz-Forderung der Kläger wurde abgewiesen. Das Ehepaar Agop und Catherine Gozukara, hatten sich 1997 in ihrem erst drei Monate zuvor gekauften Explorer auf einem Highway nach einer Kollision mit der Leitplanke überschlagen. Während Agop Gozukara mit schweren Beinverletzungen davon kam, ist Ehefrau Catherine seither an den Rollstuhl gefesselt und hat keine Chance, jemals wieder laufen zu können.

Der Explorer neigt zum Überschlag

Die Anwälte des Ehepaars begrüßten den Entscheid der Jury und erklärten, damit sei zum ersten Mal festgestellt worden, dass es sich nicht um ein Problem der Firestone-Reifen, wie Ford immer wieder behauptet hatte, handele, sondern um ein Design-Problem. Die Bauweise des Explorer-Modells sei fehlerhaft, so die Jury. Wegen eines höheren Schwerpunktes, der geringen Fahrzeugbreite und einer fehlerhaften Aufhängung sei das Modell überschlaggefährdet.

Aber auch der US-amerikanische Hersteller begrüßte die Entscheidung. Ein „unspezifischer Mangel“ sei die von der Jury festgelegte Unglücksursache gewesen, und dies habe für das Unternehmen keinerlei juristische oder finanzielle Folgen. Tatsächlich habe eine schlampig ausgeführte Werkstatt-Reparatur zu dem Unfall geführt, zudem seien beide Kläger nicht angeschnallt gewesen.

Ein Desaster-Szenario für Ford

Experten sehen in dem Jury-Spruch jedoch zumindestens eine Publicity-Niederlage für Ford. Saul Rubin, Analyst bei UBS Warburg erklärte gegenüber der „Detroit News“, die Enscheidung werde auf die Öffentlichkeit einen „fürchterlichen Eindruck machen“, ein „Desaster-Szenario“, bei dem Ford von der amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA zum Explorer-Rückruf gezwungen werde, sei jedoch auszuschliessen.

Joan Claybrook, Chefin der einflussreichen Verbraucherschutz-Vereinigung „Public Citizen“ und frühere Direktorin der NHTSA, hält den Jury-Spruch ebenfalls für „verheerend“. Er bestätige erneut „den korreken Eindruck der Öffentlichkeit, dass diese Wagen durch ihr Design einen gewissen Hang zum Überschlagen haben“, sagte sie, „und es ist, nach allem was wir durch die veröffentlichten Dokumente erfahren haben, klar, dass Ford dies auch immer wusste.

Höhe des Schadenersatzes wird noch fest gelegt

In der kommenden Woche wollen die Geschworenen die Höhe des Schadenersatzes, den die Werkstatt zahlen soll, festlegen. Seit August 2000 kämpft Ford bereits mit Klagen und Anschuldigungen wegen reifenbedingten Sicherheitsmängeln an seinen Fahrzeugen. Der Reifenhersteller Bridgestone hatte mehr als 6,5 Millionen Firestone-Reifen, mit denen der Explorer ausgestattet wurde, zurückgerufen. Ford ersetzte später 13 Millionen Reifen der Marke Firestone Wilderness AT. Nach Angaben der US-Regierung sollen mehr als 200 Menschen durch fehlerhafte Reifen, zumeist in Ford-Fahrzeugen, ums Leben gekommen sein.

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