Ford zahlt für Airbag-Tod

Ford zahlt 1,5 Millionen Dollar Schadenersatz an die Hinterbliebenen einer Frau, die durch einen zu spät ausgelösten Airbag getötet wurde.

Ford zahlt 1,5 Millionen Dollar Schadenersatz an die Hinterbliebenen einer Frau, die durch einen zu spät ausgelösten Airbag getötet wurde. Die 48-jährige Marion Evans war während einer regnerischen Nacht im Jahr 1998 mit rund 40 km/h gegen einen beleuchteten Pfosten auf einem Parkplatz gefahren. Der Airbag ihres im gleichen Jahr gefertigten Ford Ranger hatte bei dem Aufprall ausgelöst und ihr das Genick gebrochen.

Airbag öffnete zu langsam

Die Analyse der Bordelektronik des Wagens hatten ergeben, dass sich der Aufprallschutz erst nach 118 Millisekunden entfaltet hatte und damit den von Ford-Ingenieuren als „sicher“ erachteten Zeitraum um das Doppelte überschritt. „Diese zusätzlichen Zeitbruchteile können tödlich sein“, erklärte Mario Palermo, der Anwalt der Familie Evans. Der Kopf der Getöteten habe sich durch das verzögerte Auslösen des Airbags zum Zeitpunkt der Entfaltung nur weniger Zentimeter vom Steuerrad entfernt befunden. Ihr Tod sei daher logische Folge des technischen Versagens gewesen.

Ford scheut öffentliche Verhandlung

Anwälte des Herstellers Ford beurteilten den Unfallhergang völlig anders. Kathleen Vokes, Sprecherin des Unternehmens, erklärte, Marion Evans sei aufgrund einer Krankheit gestorben. Mehrere Wirbel in ihrem Nacken seien miteinander verschmolzen gewesen, dadurch sei sie ein erhöhtes Risiko gelaufen, „bei jedem wie auch immer gearteten Autounfall zu sterben“. Ein Beweis für diese These sei der Umstand, dass der Airbag auf der Beifahrerseite, wo Evans Kollegin saß, zeitgleich explodiert sei. Der Mitarbeiterin sei jedoch nichts passiert. Trotzdem zog Ford den Vergleich einem publicity-trächtigten Gerichtsverfahren vor. Mark Boyle, Anwalt des Autobauers, erklärte dies mit den Unwägbarkeiten, die ein Prozess vor einer Jury mit sich bringe sowie den komplizierten Computerbeweisen.

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