Franko-Bayerische Motorenwerke

Der BMW-Konzern und die französische PSA (Peugeot Citroen)-Gruppe wollen gemeinsam kleine Benzinmotoren entwickeln und produzieren.

Der BMW-Konzern und die französische PSA (Peugeot Citroen)-Gruppe wollen gemeinsam kleine Benzinmotoren entwickeln und produzieren. Diese sollen in Kleinwagen der Franzosen sowie im Mini von BMW eingesetzt werden, teilten beide Unternehmen am Dienstag (23.7.) mit. Allein die Anlaufkosten für das Projekt werden mit mindestens 750 Millionen Euro beziffert.

Federführend für die Konstruktion: BMW
Federführend für die Konstruktion der Motoren wird der Forschungs- und Entwicklungsbereich von BMW sein. Das Projektteam, bestehehend aus Mitarbeitern der BMW Group und von PSA, wird in München angesiedelt sein. Im Gegenzug werden die Franzosen für die Entwicklung der Produktionsprozesse und -technik, den Materialeinkauf sowie die Motorenproduktion verantwortlich sein. In welchem PSA-Werk die Motoren gebaut werden steht noch nicht fest.
Bis zu einer Million Motoren sollen gebaut werden
"Die Produktionskapazität wird sich am zukünftigen Bedarf für Peugeot, Citroen und zukünftigen Varianten von Mini-Fahrzeuge orientieren und kann mittelfristig ein jährliches Volumen von bis zu einer Million Einheiten erreichen", heißt es in einer gleichlautenden Mitteilung der beiden Unternehmen. Keine Angaben machen beide zu Größe und Leistungsbreite der Motoren. Mögliche Einsatzorte: Bei Peugeot die Modellreihen 107, 207 (Nachfolger der aktuellen Baureihen 106, 206) und 307, bei Citroen in dem künftigen Modell C2 und im aktuellen C3. In der Mini-Palette könnten neue Einstiegsvarianten sowie ein geplantes Cabrio und ein Kombi damit befeuert werden.
Kein Joint-Venture - Kostenvorteile durch Kooperation
Von dem Kooperationsprojekt erwarten sich die beiden Partner vor allem Kostenvorteile. Ein Joint-Venture ist nicht geplant. Auch wann die ersten Motoren fertig sein sollen, wurde nicht verraten. Dies hänge von der weiteren Entwicklung der Modellpaletten ab, sagte ein BMW-Sprecher. Doch vor 2005 dürfte damit wohl nicht zu rechnen sein. Ebenfalls keine Angaben wurden zu den Eckdaten der Motorenbaureihe gemacht. Wahrscheinlich: ein Leistungsspektrum zwischen 1,0 und 1,6 Liter Hubraum sowie rund 50 bis 120 PS. Damit könnten Motorvarianten auch in den Kleinstwagen verbaut werden, den PSA zusammen mit Toyota ab 2005 im tschechischen Kolin bauen wird.
BMW: Motoren auch von Chrysler und Toyota
Die Benziner für die derzeitigen Mini-Modelle stammen aus einem Gemeinschaftsunternehmen mit Daimler-Chrysler in Brasilien. Daran werde sich vorerst auch nichts ändern, so BMW. Die Diesel-Motoren für den neuen Mini von BMW liefert ab 2003 Toyota - je nach Bedarf zwischen 10.000 und 20.000 Stück pro Jahr. Dieser Vertrag wurde erst 2002 geschlossen. Eine Zusammenarbeit auf dem Dieselsektor stand für PSA allerdings gar nicht zur Diskussion. Hier besteht bereits eine langfristige Kooperation der Franzosen mit Ford.

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