Franz

Rüsselsheim soll Opel-Oberklasse bauen

Foto: dpa

Das Opel-Stammwerk in Rüsselsheim sollte nach Einschätzung von Betriebsratschef Klaus Franz die Fertigung des neuen Oberklassemodells von Opel übernehmen.

Franz rechnet damit, dass der Absatz des Opel-Flagschiffs, das voraussichtlich Anfang kommender Dekade auf den Markt kommen wird, in Europa bei bis zu 20.000 Einheiten liegen wird.

"Vom neuen Flaggschiff oberhalb des Vectra-Nachfolgers können nach meiner Einschätzung 15.000 bis 20.000 Einheiten in Europa abgesetzt werden", sagte Franz. "Es wird ein völlig neues Fahrzeugkonzept - und sicherlich ein Erfolg wie der Zafira." Gebaut werde das Flaggschiff voraussichtlich auf einer globalen Architektur. "In Rüsselsheim wäre eine CKD-Fertigung sicher möglich", hofft Franz auf eine weitere Auslastung im Stammwerk. Nach Einschätzung des Betriebsratschefs und Aufsichtsratsvize wird es der GM Europa-(GME)-Zentrale nicht gelingen, das Komponentenwerk Kaiserslautern zu verkaufen, in dem Press- und Kunststoffteile, Karosserie-, Blech- und Aluminiumkomponenten sowie Achsen produziert werden. "Im Bieterwettbewerb um unser Komponentenwerk Kaiserslautern gibt es nur noch zwei Interessenten. Allerdings wollen die Zulieferer Weigl und Kirchhoff das Werk auf dem goldenen Tablett serviert bekommen", so Franz. "Wenn Opel die geforderten Investitionen tätigt, kann das Werk zu einem der rentabelsten europäischen Komponentenzentren für GM Europe ausgebaut werden."

Dagegen sieht Franz Probleme auf das Opel-Werk im spanischen Zaragossa zukommen, wo ebenso wie in Eisenach der Kleinwagen Corsa produziert wird. "Wir befürchten, dass bei der nächsten Standortentscheidung für die Small Car Architektur das spanische Werk Zaragossa unter Druck kommen wird und GME eine neue Runde der Verlagerung von Kapazitäten von West- nach Osteuropa drehen wird", so Franz. Dieses Jahr werde Opel in Spanien 461.000 Combo, Meriva und Corsa bauen. General Motors Europe sei aber nicht der einzige Konzern, der sich nach und nach aus Spanien zurück ziehe. "Auch andere Autokonzerne fahren ihr Engagement in Spanien zurück. Als Industriestandort verliert das Land damit schleichend an Bedeutung", so Franz.

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