Fricke

Keine Fusion mit Opel

Fiat-Deutschland-Chef Klaus Fricke, ist gegen eine Fusion des italienischen Pkw-Herstellers mit den europäischen Töchtern von General Motors (GM).

Der neue Vorstandsvorsitzende der deutschen Fiat Automobil AG, Klaus Fricke (Foto), ist gegen eine Fusion des italienischen Pkw-Herstellers mit den europäischen Töchtern von General Motors (GM). „Fiat wird noch lange ein unabhängiges Automobilunternehmen bleiben“, betonte Fricke am Freitag (6.12.) in Frankfurt. Weil Fiat Teil des italienischen Nationalstolzes sei, werde an einer nationalen Lösung gearbeitet, die auch bei den Banken Unterstützung finde.

Fiat-Opel-Fusion nicht sinnvoll

Eine Fusion der beiden Autohersteller Fiat und Opel sei angesichts ihrer aktuell schwierigen Lage ohnehin nicht sinnvoll, sagte der ehemalige Daimler- und BMW-Manager, der Anfang September die Spitze von Fiat Deutschland übernommen hatte. „Kooperationen können auch glücklich machen.“ Mit den bestehenden Gemeinschaftsunternehmen zwischen Fiat und GM/Opel für Einkauf sowie Motoren und Getriebe könnten beide Seiten erhebliche Kostenvorteile erzielen.

Das Schicksal beider europäischer Autohersteller ist schon derzeit auf vertrackte Weise miteinander verbunden. Vor zwei Jahren hatte die amerikanische Opel-Mutter GM 20 Prozent der Fiat-Autosparte erworben. Dabei wurde vertraglich fixiert, dass zwischen Januar 2004 und Ende 2009 die restlichen 80 Prozent von GM gekauft werden müssen, wenn die Familie Agnelli dies anbietet. Der „faire Preis“ soll dann von fünf Investmentbanken ermittelt werden. Allein im laufenden Jahr sind bei der Fiat Auto S.p.A. Betriebsverluste von 1,2 Milliarden Euro aufgelaufen. Mit dem in Italien heftig bekämpften Programm zur Kostensenkung will man 2004 wieder die Gewinnzone kommen.

Fiat Deutschland ist aus dem Gröbsten raus

Nach deutlichen Absatzeinbußen in Deutschland ist Fricke zuversichtlich, bereits die Trendwende auf dem wichtigsten Markt außerhalb Italiens geschafft zu haben. Während im 1. Halbjahr der Fiat-Absatz noch um fast 20 Prozent auf 44.000 Pkw absackte, habe man in der 2. Jahreshälfte ein Plus von 2,7 Prozent auf 38.000 Neuzulassungen im Vergleich zu 2001 erzielen können. Dazu haben allerdings auch teure Verkaufshilfen wie die Null-Zins-Finanzierung beigetragen. Unter dem Strich bleibt damit aber immer noch ein Minus von 10,6 Prozent auf 82.000 Autos. Einschließlich der Modelle Alfa Romeo und Lancia sowie des Transporter-Bereichs dürfte der Umsatz von Fiat Deutschland um etwa zehn Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurückgehen.

Fiat bezahlt für seine Fehler

Fricke räumte ein, dass der italienische Autohersteller in den vergangene Jahren erhebliche Fehler gemacht habe. Die Marken Fiat und Lancia seien „verwässert“ worden. Unter dem Druck riesiger Überkapazitäten und dem Zwang, Autos in den Markt zu drücken, habe sich Fiat ein „Billig-Image“ eingehandelt. Mit der Verringerung der Produktion in italienischen Werken soll diese Politik beendet und mit neuen Modellen, einem einheitlichen Design sowie verbesserter Qualität ein neues Kapitel Fiat-Geschichte aufgeschlagen werden.

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