Fuso

Rückruf-Ende in Sicht

Foto: dpa

Die japanische Daimler-Chrysler-Nutzfahrzeugtochter Mitsubishi Fuso will mit dem Rückruf von weiteren 110.000 Fahrzeugen die Aufarbeitung vergangener Qualitätsmängel abschließen.

Das kündigte das Unternehmen am Mittwoch (2.2.) an. Fuso hatte bereits zuvor wegen der Qualitätsmängel, die vor Daimler-Chryslers Einstieg beim angeschlagenen Mutterkonzern Mitsubishi Motors (MMC) vertuscht worden waren, 849.000 Fahrzeuge in die Werkstätten zurück gerufen. Man erwarte nun keine weiteren "signifikanten" Auswirkungen auf die Ertragslage mehr, sagte der deutsche Fuso-Präsident Wilfried Porth.

Das Unternehmen erwartet, dass der größte Teil der Rückrufe bis zum Jahresende abgearbeitet sein wird. Zwischen Oktober 2004 und Januar 2005 habe man rund 280.000 qualitätsbezogene Dokumente, die bis in das Jahr 1971 zurückreichen, überprüft, hieß es. Während Daimler-Chrysler sich seit dem Frühjahr 2004 nicht mehr finanziell an der MMC-Sanierung beteiligt, wurde die Beteiligung an Mitsubishi Fuso auf 65 Prozent aufgestockt. Die Kosten für die Rückrufaktionen bei Fuso sowie neue Investitionen in die Qualitätsverbesserung wurden bei Daimler-Chrysler mit 470 Millionen Euro veranschlagt.

Nach der rund eine Milliarde Euro teuren Übernahme der nicht börsennotierten Fuso-Anteile verlangt Daimler-Chrysler wegen der angefallenen Kosten nun Entschädigung. MMC wolle 70 Milliarden Yen (517 Mllionen Euro) zahlen, 50 Milliarden in Fuso-Aktien und 20 Milliarden in Bargeld, berichtete kürzlich die japanische Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun". Bei Fuso hieß es lediglich, die Entschädigungsgespräche verliefen konstruktiv und in einem für beide Seiten akzeptablem Rahmen. Fusos Marktanteil auf dem Heimatmarkt sank in den ersten neun Monaten des noch bis 31. März laufenden Geschäftsjahres 2004/2005 um 4,1 Prozentpunkte auf 23,6 Prozent.

Hinzu kommt, dass der Gesamtmarkt in Japan rückläufig ist. Im Ausland dagegen erwartet Fuso für das laufende Geschäftsjahr einen Rekordabsatz. Die Marke von 100.000 Einheiten dürfte deutlich überschritten werden, hieß es. Dennoch erwartet Fuso für das Geschäftsjahr 2004/2005 wegen der Rückstellungen und Qualitätsaufwendungen auf Nettobasis ein negatives Ergebnis, operativ allerdings würden schwarze Zahlen geschrieben. Im kommenden Geschäftsjahr 2005 erwarte man jedoch, dass es wieder bergauf geht.

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