Ganal

BMW sieht Motorenkooperation mit Mercedes

Foto: BMW AG 113 Bilder

BMW-Finanzvorstand Michael Ganal hat gegenüber auto motor und sport angedeutet, dass es schon bald zu einer Vereinbarung mit Mercedes zum Bau von Motoren kommt. Gleichzeitig hält er an der Option für eine vierte Marke fest.

"Wir haben stets sehr erfolgreich mit Kooperationen agiert. Sie kennen die Motorenkooperation mit PSA, aus der wir die Motoren für die Marke Mini beziehen. Grundsätzlich können wir uns aufgrund der guten Erfahrungen eine projektbezogene Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen vorstellen. Dies gilt auch für Mercedes, beispielsweise im Bereich der Motorenentwicklung. In dem Fall würden wir aber darauf achten, dass die unterschiedlichen Charaktere in den Antriebsaggregaten gewahrt bleiben", sagte Ganal.

Der Kunde lässt sich nicht täuschen

Wie auto motor und sport aus Unternehmenskreisen erfuhr, soll die Vereinbarung mit Mercedes vor Weihnachten verkündet werden. Nachteile im Vergleich zu Wettbewerbern wie Audi, die im Konzernverbund Synergiepotenziale ausschöpfen, sieht Ganal nicht: "Skaleneffekte bei Premium-Marken unter dem Dach von Volumenherstellern werden häufig überschätzt. Schauen Sie sich doch prominente Fälle in Deutschland und Japan an. Der Kunde lässt sich nicht täuschen. Die Käufer von Volumen- beziehungsweise Premium-Marken haben zu unterschiedliche Ansprüche."

Kein Einstiegsmodell unterhalb des Einser

Ganal hält an der Option fest, dass der bayerische Hersteller neben den Marken BMW, Mini und Rolls-Royce eine vierte Marke für neue Fahrzeugkonzepte aufbaut. Derzeit gebe es zwar noch "keine positive Entscheidung zu einer vierten Marke", so Ganal. Allerdings mache sich BMW "vor dem Hintergrund der Tendenz zu Mega-Cities intensiv Gedanken über neue Fahrzeug-Konzepte. Es ist durchaus möglich, dass wir in Zukunft zu dem Schluss kommen, solche neuen Fahrzeugkonzepte nicht unter dem Dach einer unserer bestehenden Marken, sondern mit einer neu aufzubauenden oder erworbenen Marke zu etablieren." Die Kernmarke BMW will der Vorstand jedenfalls nicht weiter dehnen: "Wir wollen kein Einstiegsmodell unterhalb des Einser für die Marke BMW. Weder von der Substanz her noch vom Preis."

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