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Gebrauchte Kombis bis 15.000 Euro

9 Modelle können wir empfehlen

Wenn es ein wenig mehr Laderaum sein muss, um das Gepäck für die Familie oder für das Sportwochenende unterzubringen, ist ein Kombi immer in der engeren Wahl. Was gibt der Markt her, wenn das Budget Maximal 15.000 Euro betragen soll?

Auch wenn der Blick auf die deutschen Straßen den Eindruck erweckt, alle Welt fahre nur noch SUV: Der klassische Kombi lebt, und das zum Teil sehr erfolgreich. In der Dreier-Reihe von BMW hat der Touring bei den Verkaufszahlen die Nase deutlich vorn, auch bei Opel, Peugeot oder Skoda entscheiden sich die Kunden in den betreffenden Modellreihen überwiegend für die verlängerte Karosserie mit dem – je nach Modell – großen bis extragroßen Gepäckraum. Deutschland ist und bleibt ein Kombiland.

Für den Käufer hat der Kombi einen großen Vorteil im Vergleich zum beim Raumangebot oft vergleichbaren SUV: Die Verbrauchswerte liegen im Regelfall dank der besseren Aerodynamik spürbar niedriger. Das macht sich im Kraftstoffbudget bemerkbar. Sprich: Man spart an der Tankstelle bares Geld.

Großes Angebot, vielfältige Auswahl

Kein Wunder also, dass gerade in Flotten der Kombi besonders begehrt ist. Als Dienstwagen oder Serviceauto im Einsatz, sorgen Flottenautos für regelmäßigen Nachschub auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

Das Angebot in den Online-Börsen ist groß. Wer sich ein Preislimit von 15.000 Euro setzt, wird quer durch die Modellpaletten fündig. Es geht dabei auch noch zum Teil deutlich günstiger als in den hier vorgestellten neun Beispielen – wenn man etwa höhere Laufleistungen in Kauf nimmt oder auf ältere Jahrgänge ausweicht. In den Kauftipps sind für die einzelnen Modelle die empfehlenswerten Jahrgänge genannt. Die Facelifts brachten Verbesserungen bei Optik oder Motoren, bei Infotainment oder einer besseren Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen.

BMW 318d Touring

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Dino Eisele
BMW 318d Touring mit 143 PS, 120.000 km, EZ 2014, Automatik, Navi, Head-up-Display, Bi-Xenon, Soundsystem. Ab einem Preis von 14.000 Euro zu erhalten.

Die sechste 3er-Generation ist seit 2012 auf dem deutschen Markt und erhält in diesem Jahr einen Nachfolger. Rund die Hälfte der Verkäufe entfiel auf den Touring, Baureihenkürzel F31. Der sportliche Kombi ist kein Ladeweltmeister, bietet aber seit dieser Generation 495 Liter Kofferraumvolumen, die sich durch Umklappen auf 1.500 Liter erweitern lassen. Alle Motoren sind turbobeatmet, die Benziner-Leistungspalette im Touring reicht von 136 PS (316i) bis 326 PS (340i). Diesel gibt es von 116 PS (316d) bis 313 PS (335d).

Eine gute Wahl sind 318d oder 320d, beide häufig in Flotten eingesetzt und damit gut auf dem Gebrauchtwagenmarkt vertreten. Aber Achtung: Erst ab dem Facelift im Juli 2015 erfüllen sie Euro 6. Frühere Modelle sind eine günstige Wahl, wenn man nicht von Fahrverboten betroffen ist. Der Touring ist die stimmigste Variante im 3er-Programm, überzeugt mit Langlebigkeit und guter Verarbeitung. Verschleiß der Steuerketten kündigt sich durch Schleifgeräusche an – beim Kaltstart darauf achten.

Ford Focus Turnier 1.0 EcoBoost

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Rossen Gargolov
Ford Focus Turnier 1.0 Ecoboost mit 125 PS, 40.000 km, EZ 2016, Navi, Sitzheizung, Ganzjahresreifen. 12.500 Euro Startpreis.

Der Focus gehört zu den Bestsellern in der Kompaktklasse. Zwischen 2011 und 2018 lief die dritte Generation vom Band. Bester Kauf sind Fahrzeuge ab Erstzulassung 2015, denn bei der Modellpflege Ende 2014 wurde die Bedienung dank eines viel aufgeräumteren Cockpits deutlich vereinfacht. Auch das Infotainment- und Assistenzangebot erhielt eine Aufwertung. Die Motorenpalette ist groß, umfasst neben Gasmodellen auch den sportlichen ST mit 250 PS. Eine sehr gute Wahl sind die kräftigen und kultivierten Dreizylinder-Turbobenziner mit 125 PS (1.0 EcoBoost) oder 150 PS (1.5 EcoBoost).

Beim Kofferraum bietet der Focus Turnier mit 495 bis 1520 Litern weniger als der Platzhirsch Golf (605 bis 1620 Liter), aber immer noch genug. Das Fahrwerk ist ausgewogen sportlich-komfortabel, die Verarbeitung in Ordnung. Probleme gibt es mit der Kupplung beim Handschalter – hier darauf achten, dass das Wunschauto schon nachgebessert wurde. Auch Stoßdämpfer und Gummilager sind anfällig, unbedingt checken (lassen).

Hyundai i40 Kombi 1.7 CRDi

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Rossen Gargolov
Hyundai i40 Kombi 1.7 CRDi mit 141 PS, 120.000 km, EZ 2016, Automatik, Navi, Sitzheizung, Parksensoren. Preise ab 14.000 Euro.

Während die i40 Limousine in Deutschland zwischenzeitlich aus dem Modellangebot verschwunden ist, erfreut sich der Kombi seit Markteinführung 2011 großer Beliebtheit. Seit dem Facelift im Frühjahr 2015 ist im Euro-6-Diesel auch ein Doppelkupplungsgetriebe verfügbar. Mit dem bis auf die Anfahrschwäche durchzugsstarken 1.7 CRDi (141 PS) ist der stattliche, 4,80 Meter messende i40 gut motorisiert.

Beim Raumangebot spielt der Koreaner in einer Liga mit den Besten der Klasse, 550 bis 1.720 Liter Kofferraum machen ihn absolut familientauglich. Der i40 präsentiert sich insgesamt solide und ohne gravierende Mängel, er ist schon in den Basisversionen gut ausgestattet und wird als Flottenauto häufig auf Langstrecken eingesetzt. Beim Kauf sollte man auf verschlissene Bremsen, defekte Leuchten und auch Ölundichtigkeiten der Motoren achten. Ansonsten sind viele angebotene Gebrauchte ein sicherer Kauf – denn sie befinden sich noch in der Neuwagengarantie, die bei Hyundai über fünf Jahre reicht.

Mercedes C 250 CDI T

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Dino Eisele
Mercedes C 250 CDI T mit 204 PS, 120.000 km, EZ 2013, Automatik, Navi, Bi-Xenon, Parksensoren. Gut, aber auch teuer. Erhältlich ab 14.500 Euro.

Wer sich den Traum vom Stern auf dem Gebrauchtwagenmarkt erfüllen will, muss bei der aktuellen C-Klasse (205) Kompromisse machen, wenn er unter 15.000 Euro zum Zug kommen will – dann tendieren die Kilometerleistungen Richtung 200.000. Besser ist es da, auf die 2014 abgelöste Baureihe 204 zu setzen. Die erreichte nach sieben Jahren Bauzeit einen hohen Reifegrad. Die Motoren sind mit Euro 5 aber nur bedingt großstadttauglich, und das Assistenz- und Infotainment-Angebot hat sich seitdem erheblich verbessert.

Mit 4,61 Metern Länge ist das T-Modell der 204er-Reihe neun Zentimeter kürzer als das aktuelle Modell, der Kofferraum fällt mit 495 bis 1.500 Litern vergleichbar mit dem BMW Dreier aus. Eine Vielzahl an Benzinern und Dieseln zwischen 120 und 507 PS (C 63 AMG) war im Programm, als Gebrauchte sind vor allem C 220 CDI (170 PS) und C 250 CDI (204 PS) präsent. Fahrwerk, Stoßdämpfer und Lenkung fallen bei der HU häufiger auf, generell sollte die Service-Historie genau unter die Lupe genommen werden.

Opel Astra Sports Tourer 1.4 T

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Hans-Dieter Seufert
Opel Astra Sports Tourer 1.4 T mit 125 PS, 25.000 km, EZ 2017, Navi, Sitzheizung, Spurhalteassistent. Preise ab 15.000 Euro.

Seit Ende 2015 wird die jüngste Generation des Opel Astra Sports Tourer in Deutschland verkauft. Der Astra K, so das offizielle Baureihenkürzel, löste den zwischen 2009 und 2015 gebauten Astra J ab. Der Astra J ist aus Sicht von Gebrauchtwagenkäufern ein problemloser Fall. Entscheidet man sich für ihn, bekommt man ein Auto des letzten Produktionsjahrs mit dem empfehlenswerten 1,4 Liter großen Turbobenziner (120 oder 140 PS) für rund 10.000 bis 11.000 Euro; auf dem Kilometerzähler stehen dann zum Teil deutlich weniger als 100.000 km.

Soll es das neue Modell sein, das unter anderem einen größeren Kofferraum bietet (540 bis 1630 Liter statt 500 bis 1550), muss man tiefer in die Tasche greifen. Ab 15.000 Euro kommt man im Jagdrevier der jungen Gebrauchten Jahrgang 2017 zum Zug. Bei ihnen sind Rost an Auspuffanlage oder Fahrwerksteilen noch kein Thema, bei älteren Fahrzeugen sind diese Regionen immer einen prüfenden Blick wert. Insgesamt ist die Qualität aber sehr solide.

Peugeot 308 SW 1.6 HDi

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Arturo Rivas
Peugeot 308 SW 1.6 HDi mit 120 PS, 85.000 km, EZ 2015, Navi, Sitzheizung, Parksensoren, Panoramadach. Die Preise fangen bei 10.000 Euro an.

In der Kompaktklasse daheim, beim Raumangebot aber schon Mittelklasse: Mit 610 Litern Kofferraumvolumen (maximal 1.660 l) überzeugt der 308 SW als Familienkombi. Seit 2013 ist die zweite Modellgeneration auf dem Markt, 2017 gab es eine Modellpflege; unter anderem haben die Dreizylinder-Turbobenziner nun Partikelfilter. Wer es sparsam und kräftig will, wählt unter dem großen Angebot an Dieselfahrzeugen. Ab 2015 erfüllen die BlueHDi-Motoren die Euro-6-Norm. Schon für unter 10.000 Euro sind sehr gut ausgestattete Autos mit deutlich unter 100.000 Kilometern beim Händler im Angebot.

Im Vergleich zur ersten Generation überzeugt der 308 SW durch seine Mängelunauffälligkeit. Bremsscheiben und -beläge sollten aber beim Kauf unbedingt geprüft werden, es gibt keine Verschleißanzeige. Beim Bedienkonzept geht Peugeot mit dem i-Cockpit eigene Wege. Stört man sich nicht am tief sitzenden flachen Lenkrad, dem hochgesetzten Kombi-Instrument und den vielen Touch-Funktionen, wird man mit dem 308 glücklich.

Skoda Superb Combi 1.8 TSI

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Uwe Fischer
Skoda Superb Combi 1.8 TSI mit 140 PS, 110.000 km, EZ 2013, Navi, Bi-Xenon, Leder, Sitzheizung, Parksensoren. Preise ab 13.700 Euro.

Seit Sommer 2015 bietet die Volkswagen-Tochter die dritte Generation des Skoda Superb an. Auf dem Secondhand-Markt findet man Exemplare dieser Baureihe im Normalfall oberhalb der 15.000-Euro-Grenze. Dabei schadet es aber überhaupt nicht, sich in den letzten, technisch ausgereiften Jahrgängen des Superb II umzuschauen; der erhielt 2013 noch einmal ein Facelift mit Änderungen im Innenraum und modernisierter Motorenpalette. Auf mehr als 4,90 Metern Länge bietet der Superb II Combi sehr viel Platz auch für die Fondpassagiere sowie ein Kofferraumvolumen zwischen 600 und 1.865 Litern.

Bei der Probefahrt sollte man darauf achten, dass Fahrzeuge mit Doppelkupplungsgetriebe sauber schalten, Ruckeln deutet auf Verschleiß hin. Die Motoren des Superb II sind nur mit Euro 5 zu bekommen. Die Preise für Benziner liegen deshalb höher. Der TSI mit 140 PS rangiert im Bereich von 14.000 Euro, der gleich starke TDI ist um rund 3.000 Euro billiger zu bekommen – und damit erste Wahl, wenn man abseits der Großstadt lebt.

Toyota Auris Touring Sports 1.8 Hybrid

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Achim Hartmann
Toyota Auris Touring Sports 1.8 Hybrid mit 136 PS, 120.000 km, EZ 2015, Navi, Parksensoren. Preise ab 12.500 Euro.

Als Neuwagen ist der Toyota Auris seit diesem Jahr wieder Geschichte: Mit Einführung des neuen Corolla ist nach zwei Generationen die Produktion des Auris ausgelaufen. Von 2013 an wurde der Auris II angeboten, und ein Großteil des Gebrauchtangebots macht der Hybrid aus; der wurde aus dem Prius übernommen und kombiniert einen auf Sparsamkeit getrimmten 1,8 Liter großen Benziner mit einem Elektroantrieb, der dem Benziner im unteren Drehzahlbereich unter die Arme greift und sehr kurze Strecken rein elektrisch zurücklegt.

Geladen wird die kleine Batterie ausschließlich durch Rückgewinnung von Energie beim Bremsen. Der Auris ist damit auch im Alltag sparsam unterwegs. Die Technik ist sehr robust und zuverlässig, schlaflose Nächte müssen Gebrauchtwagenkäufer im Regelfall nicht haben. Das Raumangebot ist gut, zwischen 530 und knapp 1.660 Liter packt der Kofferraum. Das Cockpit ist aufgeräumt, die Materialien eher schlicht, aber hart im Nehmen – die Kunststoffe können sich noch nach Jahren sehen lassen.

Volvo V60 D3

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Beate Jeske
Volvo V60 D3 mit 136 PS, 100.000 km, EZ 2015, Navi, Bi-Xenon, Sitzheizung, Parksensoren, Kamera, Soundsystem. Erhältlich ab einem Preis von 13.800 Euro.

Seit dem vergangenen Jahr ist die zweite Generation des Volvo V60 auf dem Markt. Das sorgt für Zufluss an Gebrauchten bei den Händlern. Der V60 der ersten Generation wurde zwischen 2011 und 2018 in Deutschland verkauft, 2013 gab es eine Modellpflege, die äußerlich nur auf den zweiten oder dritten Blick erkennbar ist. Verbesserungen gab es vor allem bei Motoren, Infotainment und Assistenzsystemen. Über alle Jahrgänge hinweg punktet der V60 mit einer sehr geringen Mängelquote.

Die Motorenpalette umfasst Benziner zwischen 122 und 367 PS sowie Selbstzünder von 114 bis 225 PS, dazu einen D6 genannten Diesel mit Plug-in-Hybridtechnik. Die ab 2015 eingeführten Motoren erfüllen die Euro-6-Norm, jedoch sind noch sehr viele Fahrzeuge mit Erstzulassung 2015 und Euro 5 auf dem Markt. Als Diesel sind sie je nach Leistung schon ab gut 11.000 Euro zu haben, für Benziner muss man ab 15.000 Euro einplanen. Ein Raumwunder ist der V60 nicht: Der Kofferraum ist mit 430 Litern mehr Kompakt- als Mittelklasse.

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Fazit

Die Dieselkrise hinterlässt Spuren bei den Preisen: Spürbare Preisunterschiede sind innerhalb der Modellreihen auszumachen, wenn man die Motorisierungen vergleicht. Hier hat die Dieselkrise der letzten Jahre sichtbare Spuren hinterlassen. Besonders auffällig ist das beim Skoda Superb, der als TDI um einige Tausend Euro günstiger zu bekommen ist als die Benziner mit vergleichbarer Leistung.

Wer abseits der großen Städte lebt und von möglichen Fahrverboten nicht betroffen sein wird, für den sind die aufgerufenen Preise für Euro-5-Diesel möglicherweise ein Anstoß, über einen Kauf nachzudenken.

Die Händler dürften sich über jeden Kaufinteressenten freuen: Wie die jüngste Marktanalyse der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) ausweist, steht der durchschnittliche Diesel-Gebrauchtwagen 101 Tage beim Händler, bis er einen neuen Besitzer findet.

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