Gebrauchtwagen Kaufberatung Senioren Rentner 2019 Hersteller / ams

Die besten altersgerechten Gebrauchtwagen

Welcher wird Opas Nächster?

Senioren haben besondere Anforderungen an ein Auto. In unserer großen Kaufberatung stellen wir Ihnen einige Fahrzeuge aus verschiedenen Segmenten vor, die wir empfehlen können.

Der Anteil der Menschen im Alter ab 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung ist in den letzten 20 Jahren von 15,9 % auf 21,2 % gestiegen. Insgesamt lebten 2016 rund 17,5 Millionen Personen im Alter von mindestens 65 Jahren in Deutschland. Heute sind es schon mehr als 17,7 Millionen. Senioren sind zudem heute wesentlich mobiler als früher. Immer mehr Menschen der Generation 65+ besitzen einen Führerschein und nutzen ihr Auto bis ins hohe Alter. Zu Anfang 2018 waren es in Deutschland genau 422.172 – das sind rund 2,5 Prozent aller Klasse B-Führerscheinbesitzer in der Bundesrepublik.

Vom Crossover bis zum Kombi

Bevor wir konkrete Modelle auflisten, müssen wir erstmal klären, welche Segmente überhaupt zur Diskussion stehen. Klar, dass ein Sportwagen, in dem der Fahrer knapp über dem Boden kauert, weniger geeignet sein dürfte. Aber muss es deshalb ein Kleinstwagen mit engem Einstieg sein? Es gilt hier mehrere Punkte zu beachten: Fahrkomfort, Fahrzeughöhe, Ausstattungsoptionen, Anschaffungs- und Haltungskosten. Aber auch Aspekte wie Übersichtlichkeit, Zuverlässigkeit und Werkstattpreise sind zu beachten.

In Anbetracht aller Anforderungen ergeben sich für uns vier Fahrzeugklassen, aus denen je drei Redakteure ihre Favoriten präsentieren. Kleinwagen, Kompakt-SUV, Crossover und Kombi. Bühne frei für die Empfehlungen der auto motor und sport-Redaktion.

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Patrick Lang empfiehlt den Skoda Yeti und den Renault Modus.

Skoda Yeti ab 7.500 Euro

Der Skoda Yeti hat zwar einen Namen zum Fürchten, aber mit Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt ist Furcht eigentlich nicht angebracht. Der kleine Crossover hat sich Zeit seines Lebens (2009 bis 2017) gut verkauft, entsprechend umfangreich ist das Angebot. Besonders, weil aktuell viele Kunden auf den Nachfolger Karoq umsteigen. Günstig zu haben sind die Vorfacelift-Modelle bis 2012. Auf den einschlägigen Online-Marktplätzen finden sich gut ausgestattete Exemplare bereits ab 7.500 Euro. Dafür gibt es zum Beispiel einen Yeti 1.2 TSI mit DSG, Einparkhilfe vorne und hinten, Sitze mit Heizung und Lendenwirbelstütze, Lichtassistent und Zwei-Zonen-Klimaanlage. Die steil stehenden Scheiben sorgen für eine gute Übersichtlichkeit im 4,22 Meter langen Kompakt-SUV auf Basis des VW Tiguan.

Der Kofferraum fasst 405 Liter, ist aber dank verschiebbarer Rückbank erweiterbar. Liegen die Sitze flach, gehen bis zu 1.580 Liter rein, die Ladekante ist mit 71 Zentimetern für ein leicht erhöhtes Auto (18 Zentimeter Bodenfreiheit) angenehm tief. Probleme kann es bei den Vorfacelift-Modellen mit Batterie, Zündkabel und Zündkerzenstecker geben. Zudem kann sich je nach Laufleistung die Steuerkette längen – ist ein Rasseln hörbar, sollte sie getauscht werden. Insgesamt sieht die Mängelstatistik aber ordentlich aus. Die monatlichen Kosten belaufen sich für den oben genannten 1.2 TSI mit 105 PS bei Teilkasko-Versicherung (Schadensfreiheitsklasse 12) und jährlicher Fahrleistung von 15.000 Kilometern auf rund 227 Euro oder 18,2 Cent pro Kilometer.

Renault Modus ab 3.000 Euro

Auf Basis des Clio kam 2004 der französische Minivan Renault Modus auf den Markt. Das Fahrzeugkonzept überzeugt mit erstaunlich großem Platzangebot innen, bei sehr übersichtlichen Außenabmessungen. Große Glasflächen sorgen für ein helles Cockpit, der Zustieg ist dank großer Türöffnungen und erhöhter Sitzposition einfach. Auch hier lässt sich die Rückbank verschieben, um wahlweise der zweiten Sitzreihe, oder dem Kofferraum mehr Platz zu gewähren. Die Bedienung im übersichtlichen Cockpit gelingt einfach und beim Crashtest von Euro NACP konnte der kleine Franzose fünf Sterne erzielen.

Ein Automatikgetriebe ist nur für die stärkste Version des Modus mit 112 PS erhältlich. Dieses Aggregat hat im Alltag leichtes Spiel mit dem 1.185 Kilo schweren Auto. Weil sich der Renault nicht sonderlich gut verkauft hat, sind Gebrauchtwagen günstig zu haben. Bereits ab 3.000 Euro finden sich Exemplare mit Xenon-Lichtern, Lederausstattung, Automatik und Tempomat. Für Facelift-Modelle ab 2008 werden mindestens 4.000 Euro fällig. Die laufenden Kosten liegen bei etwa 213 Euro pro Monat (auch hier mit Teilkasko, Schadenfreiheitsklasse 12 und einer Laufleistung von 15.000 Kilometern im Jahr).

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Thomas Harloff empfiehlt den Peugeot 1007 und die Mercedes E-Klasse.

Peugeot 1007 ab 1.300 Euro

Kompakte Abmessungen, erhöhte Sitzposition, umfangreiche Sicherheitsausstattung (serienmäßig mit ESP) und natürlich die Schiebetür: Selten war ein Auto derart auf eine ältere Zielgruppe optimiert wie der Peugeot 1007. Erfolgreich war das Konzept jedoch nicht: Schon nach einer Generation war Schluss, nicht einmal 15.000 Exemplare wurden deutschlandweit zwischen Anfang 2005 und Ende 2009 verkauft. Das hält das Angebot ebenso in Grenzen wie die Preise: Vernünftige Exemplare gibt es ab 1.300 Euro. Wobei auch hier das Diesel-Problem gilt: Die 68 und 109 PS starken Common-Rail-Selbstzünder sind zwar sparsam und der stärkere war ab Werk mit Partikelfilter ausgerüstet, sie erfüllen trotzdem nur Euro 4. Weiteres Problem: Es gibt sie nur mit manueller Schaltung. Wer das automatisierte Fünfgang-Getriebe möchte, muss zu den Benzinern mit 73 oder 109 PS greifen. Da Ersterer arg lethargisch ist, plädieren wir für den Top-Benziner. Der ist zwar in der Anschaffung, nicht aber unbedingt im Unterhalt teurer und passt auch besser zum agilen Fahrwerk.

Die große Stärke des Peugeot 1007 sind die Variabilität und Raumausnutzung. Dank vier verschiebbarer Einzelsitze (die Lehne des Beifahrers lässt sich nach vorne klappen) gibt es viel Platz im 3,73 Meter kurzen Mikrovan. Die auf Knopfdruck, allerdings ziemlich langsam öffnenden und schließenden Türen bereiten nicht nur einen bequemen Einstieg, sie nehmen auch engen Parklücken den Schrecken – verzichten aber leider auf Armlehnen. Die großen Fensterflächen bedingen eine Klimaanlage, weil sich der 1007 im Sommer stark aufheizt, und führen nicht automatisch zu einer guten Rundumsicht. Gerade nach vorne ist das Auto aufgrund der steilen Motorhaube und des weit nach innen ragenden Armaturenträgers schlecht einzuschätzen. Das Kofferraumvolumen reicht von 178 bis 1.048 Liter, jedoch liegt die Ladekante recht hoch. In der Werkstatt ist der eigenwillige Peugeot ein selten gesehener Gast. Allenfalls das Fahrwerk fällt durch ruppigen Federungskomfort und überdurchschnittlich oft ausgeschlagene Achsgelenke auf. Überraschend hoch sind die Unterhaltskosten. Mit 109-PS-Benziner kostet der Peugeot 1007 mit Teilkasko-Versicherung (SF12) und bei 15.000 Kilometern Jahresfahrleistung 236 Euro im Monat oder 18,9 Cent pro Kilometer.

Mercedes E-Klasse T-Modell (S 211) ab 3.500 Euro

Wer ein optimales Verhältnis aus Komfort, Platz und Kaufpreis sucht, landet fast zwangsläufig beim E-Klasse T-Modell der Baureihe 211. Es fällt leicht, einen 220 CDI mit weniger als 200.000 Kilometern in ordentlichem Zustand und annehmbarer Ausstattung (beispielsweise elektrischen Ledersitzen, Navi, Getriebe- und Klimaautomatik, Tempomat sowie Bi-Xenon) für 4.000 Euro zu finden. Das hat auch mit dem in Verruf geratenen Diesel zu tun. Die Vierzylinder-Turbodiesel sind zwar robust, sparsam und verfügen zumeist über Partikelfilter, die frühzeitig angeboten wurden. Aber sie erfüllen nur die Abgasnorm Euro 4 und sind deshalb von den ersten Fahrverboten betroffen. Das führt dazu, dass die – zumindest vor der Modellpflege – ebenso trägen wie zuverlässigen Benziner E 200 Kompressor (1,8-Liter-Vierzylinder mit 163 PS) und E 240 (2,6-Liter-V6 mit 177 PS) tendenziell teurer gehandelt werden. Wer es sich leisten kann, sollte zu spürbar erstarkten Modellen nach dem großen Facelift greifen. Allerdings hebt das das Preisniveau um gut und gerne 3.000 Euro.

Post-Mopf-Exemplare sind auch aus einem anderen Grund empfehlenswert: 2006 wich die schlecht dosierbare und fehleranfällige Elektronik-Bremse SBC zugunsten einer konventionellen Anlage aus dem Programm. Über die hakeligen Schaltgetriebe braucht man keine Worte zu verlieren; eine E-Klasse fährt man mit Automatik. Am besten mit der 7G-Tronic, die ab 2004 angeboten wurde. Abgesehen von hin und wieder defekten Dieselpumpen sowie Trag- und Spurstangen-Gelenken mit erhöhtem Spiel präsentiert sich diese E-Klasse-Generation zuverlässig. Auch die Rost- und Elektronikprobleme der Vorgänger-Generation 210 hat diese E-Klasse abgelegt. Weitere Pluspunkte sind der tolle Fahrkomfort und das überragende Platzangebot, das mit einem 690 bis 1.950 Liter großen Kofferraum samt angenehm tiefer Ladekante einhergeht. Angesichts des Gebotenen sind die Unterhaltskosten moderat: Für das E 220 CDI T-Modell mit 177 PS werden bei 15.000 Kilometern im Jahr und mit Teilkasko-Versicherung (SF12) monatlich 230 Euro bzw. 18,4 Cent pro Kilometer fällig.

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Andreas Of empfiehlt den Fiat Panda und den Ford B-Max.

Fiat Panda ab 4.500 Euro

Fiat Panda 1.2 8V, Fiat Panda 0.9 8V Twinair, Fiat Panda 1.3 16V Multijet, Seitenansicht

Eins vorweg: Weil Fiat-Händler Panda-Lagerfahrzeuge schon für rund 8.000 Euro anbieten, kann ein Neuwagen eine gute Alternative zum Gebrauchten sein. Vier Jahre alte Panda mit rund 20.000 Kilometern stehen für sechs bis siebentausend Euro im Netz, fünf Jahre alte Modelle sind ab etwa 4.500 Euro zu haben. Das ist nicht wirklich günstig und spricht für einen guten Werterhalt des kleinen Stadtautos. Nehmen Sie am besten den ausgereiften Basismotor. Der Vierzylinder läuft leise, dreht willig und kennt keine Zicken. Seine 69 PS reichen allemal für die Stadt und den ein oder anderen Ausflug auf Autobahnen und Landstraßen. Dank des harmonisch abgestimmten Fahrwerks machen auch längere Ausflüge Freude, dazu kommen die gute Übersicht und die angeborene Handlichkeit des 1,64 Meter schmalen Kleinwagens. Dessen Stärke ist neben dem verblüffenden Raumangebot samt bequemen Einstieg durch vier serienmäßige Türen seine Vielfalt: Es gibt den Panda als Diesel, mit Erdgasantrieb und als 4x4.

Der Twinair genannte Zweizylinder-Turbo knurrt fröhlich, fühlt sich allerdings nur zwischen 2000 und 5000/min wohl und lässt sich gern auch mal mehr als acht Liter Super schmecken. Gebraucht-Käufer sollten auf ESP und Seitenairbags achten. ESP war erst ab 2013 serienmäßig und Seitenairbags kosten immer noch Aufpreis. Zu empfehlen ist die Topausstattung Lounge – da ist alles drin. Bei der Hauptuntersuchung fällt der Panda vor allem mit Defekten an Scheinwerfern, Auspuff und Bremsen auf – hier sollte alles in Ordnung sein. Die Kosten für den 1.2 8V Lounge sind mit monatlich 179 Euro oder 0,14 Euro je Kilometer sehr niedrig.

Ford B-Max ab 9.000 Euro

Fiat 500L 1.4 16V Pop Star, Ford B-Max 1.0 Ecoboost Titanium, Seitenansicht
Tests

Wetten, dass Sie den nicht auf dem Schirm hatten? Der Ford B-Max hat keine B-Säule zwischen den Vorder- und den hinteren Schiebetüren, schafft damit einen luftigen Einstieg. Der liegt auf bequemer Höhe und in Aussichtslage. Weil der kleine Van mit vier Metern Kleinwagenmaß hat, passt er außerdem gut in die Stadt und in viele Parklücken. Wer wert auf ein Automatikgetriebe legt, ist auf den 1,6-Liter-Saugmotor festgelegt. Allen anderen sei der muntere und sparsame Einliter-Dreizylinder empfohlen, der zunächst mit 100 PS, ab 2013 mit 125 und ab 2016 mit 140 PS zur Wahl steht. Einen Diesel gab es auch, ab Herbst 2015 mit Euro 6. Im September 2017 flog der sympathische Mini-Van aus dem Programm. Ein B-Max mit 125-PS-Benziner kostet aktuell rund 10.000 Euro. Diesel sind etwa einen Tausender günstiger, haben jedoch oft viel Kilometer hinter sich. Die Folgekosten bleiben mit 218 Euro monatlich oder 17,4 Cent pro Kilometer überschaubar.

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