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Geely kauft sich bei Proton ein

Volle Kontrolle über Lotus

Proton Logo

Der malaysische Autohersteller Proton ist eigentlich nur ein ganz kleines Rädchen in der Autowelt. Die Proton-Tochter Lotus lockt aber immer wieder neue Kaufinteressenten. Jetzt hat Geely zugeschlagen. Sogar eine Produktionsverlagerung von Lotus nach China ist denkbar.

29.09.2017 Uli Baumann 9 Kommentare

VW war schon an Proton interessiert, PSA hat mit dem Autobauer über eine Zusammenarbeit verhandelt, GM war schon dran, Detroit Electric und Suzuki haben kleine Produktionsvereinbarungen getroffen. Dennoch blieb Proton immer nur ein kleines Licht im internationalen Automobilgeschehen.

Volvo Geely Logo Foto: Volvo, Geely
Volvo hat sich Geely schon gesichert, jetzt greifen die Chinesen nach Lotus.

Geely schnappt sich Lotus

In den Fokus vieler Wettbewerber rutschte Proton aber trotzdem immer wieder, weil sie 1996 die Mehrheit am britischen Sportwagenbauer Lotus übernommen haben und seit 2004 100 Prozent der britischen Marke besitzen. 2012 wurde Proton dann vom malaysischen Mischkonzern DRB Hicom geschluckt. Seit geraumer Zeit hatte der einen potenten Partner für Proton gesucht und im Gegenzug 51 % der Anteile angeboten.

Jetzt hat der chinesische Autobauer Geely zugeschlagen. Die Chinesen, die ja auch Eigentümer von Volvo sind, haben 49 Prozent am defizitären Autobauer Proton übernommen. Der eigentliche Deal galt aber Lotus, denn Geely hat mit den 49 % an Proton auch 51 % der Anteile an Lotus von DRB Hicom übernommen. Die verbliebenen 49 % liegen in den Händen der malaysischen Automobilgruppe Etika. Damit haben die Chinesen fortan die Hoheit über Lotus samt deren Fertigungs- und Entwicklungs-Knowhow. Der Deal wurde am Freitag (29.9.2017) offiziell bestätigt. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Lotus-Neuheiten bis 2020Neue Details zu Elise und zum SUV

Proton könnte mit dem Einstieg der Chinesen Zugang zur Technik von Volvo sowie einen Zugang zum chinesischen Markt bekommen. Geely übernimmt 3 der 5 Sitze im Lotis Borad. Etika bekommt die anderen 2. Jean-Marc Gales bleibt weiter Lotus-Chef.

Lotus-Produktion könnte nach China verlagert werden

Lotus 3-Eleven, Heckansicht Lotus-Neuheiten bis 2020 Neue Details zu Elise und zum SUV

Nach Informationen des amerikanischen Wirtschaftsmagazins Bloomberg will Geely CEO and Milliardär Li Shufu Lotus vor allem schnell profitabel machen. Der britische Sportwagenbauer hatte erst im vergangenen Geschäftsjahr erstmals seit 20 Jahren Gewinne eingefahren. In den Fokus rutschen so die Produktionskosten, die mit einer Produktionsverlagerung nach China deutlich gedrückt werden könnten. Zudem will Shufu bei Proton und Lotus weiter auf Leichtbau, aber auch Elektrifizierung setzen. Wie ein E-Antrieb im Lotus-Chassis aussehen könnte haben schon Tesla mit dem Roadster und Detroit Electric mit dem SP-1 gezeigt. Geely setzt zudem große Hoffnungen auf eine Expansion bei Proton. Die Marke soll bis 2020 zu einem schlagkräftigen Player auf dem südostasiatischen Markt aufgebaut werden und jährlich rund 3 Millionen Autos ausliefern.

In den Bieterwettstreit um Proton waren noch PSA, Renault und Suzuki involviert.

Neuester Kommentar

@ 908 :
manche aussagen von Li Shufu klingen in der tat erschreckend, man kann wirklich nur hoffen dass es sich um übersetzungsfehlern, missverständnisse oder aus dem kontext gerissene sätze handelt.
...oder dass der Shufu besoffen war, denn was er sonst mit den Geely konzern macht geht in der komplett andere richtung.
in der pressemitteilung zum kauf von Lotus hiess es, grob übersetzt, dass modellpalette und kapazitäten erweitert werden sollen, um die markenwerte auszuschöpfen, nicht um sie zu vernichten.
weder muss Lotus gerettet werden, noch ging es bisher mit Proton schlecht, und es ist nicht so dass Proton eine luxusmarke wäre, es gibt also auch mit Geely keinen grund zur verzweiflung, wie Sie glauben (lassen wollen).
Lotus hatte, nach ewigkeiten, endlich seit ein paar jahren knapp schwarze zahlen erzielt, was z.b. reichte, um sich die produktion der aluchassis im haus zu holen (also, um die firma aufzukaufen), es ist also der falscheste moment überhaupt, um von der angebliche notwendigkeit von eine rettung zu reden.
richtig ist dass DRB Hicom, der ex-inhaber von Proton, nicht mehr in Lotus investieren wollte, so wurde z.b. der fertig entwickelte SUV gestoppt, der deutlich schwarze zahlen gebracht hätte.
...oder bald bringen wird, jetzt dass Geely doch in Lotus investiert.
ja, als Geely 2010 Volvo kaufte, hatte Geely 10.000 mitarbeiter (und Volvo doppelt so viele), mittlerweile ist die Geely Holding unter den 10 grössten automobilhersteller Chinas, da müssten die ziemlich grosse hinterhofklitschen haben um die 760.000 autos zu bauen, die Geely 2016 verkaufte.
der aktienwert von Geely erreicht seit jahren immer wieder immer neue rekorde, das kursziel ist gerade wieder angehoben worden, von wegen sehr schlechten ruf.
Geely als automobilmarke gehörte ja zu den billigsten, es waren nicht mal selbst entwickelte autos, sondern auf lizenz gebaute billigheimer, und selbst die andere marken des konzerns waren alles andere als herausragend.
aber es war gerade der Li Shufu, der diesen kurs grundsätzlich verliess, er will sich nicht eine bessere reputation erkaufen, sondern eine aufbauen, er will endlich gescheite technik im konzern haben, und weiss sie bisher sehr gut zu würdigen.
Geely als automarke existiert (angeblich, bald?) nicht mehr, wahrscheinlich eben den billigen ruf wegen, es wird ja weiterhin eine oder zwei billigmarken im konzern geben, aber zumindest selbstentwickelt (z.b. jetzt von Proton), der rest sind qualitätsmarken, oder werden es sein.
Volvo ist ja gekauft worden, bekommt finanzielle unterstützung, aber darf weiterhin selbst entwickeln, und zwar weiterhin in Schweden.
die London Taxi Company ist gekauft worden, es ist ein völlig neues, modernes leichtbauchassis entwickelt worden, der mit hybridtechnik von Volvo weiterhin in England gebaut wird.
Lynx&co soll auch die Volvo-technik nutzen, und zu elektrisierte fast-premium-designermarke avancieren.
Polestar wird von Volvo-tuner zu E-sportwagenhersteller, und zwar höchstwahrscheinlich auf Lotus basis, da diese aussage gleichzeitig mit dem kauf von Lotus erfolgte.
also, es wäre zumindest äusserst komisch, wenn jetzt gerade Lotus nach China wandern, und billiger werden sollte.
aber, Lotus ist nicht nur einen sportwagenhersteller, sondern hat auch einen weltberühmten entwicklungszentrum, wo z.b. auch schon billigautos für China entwickelt wurden.
z.b., in den 2000er wurden ein paar Proton modellen von Lotus überarbeitet, und in eine joint-venture mit Youngman (damaliger Lotus importeur in China) als Lotus verkauft (ausserhalb China als Europestar), 2010 folgte eine Lotus-eigentwicklung, also, der Lotus name (mit anderem emblem zwar) war schon lange auf (nicht ganz so) billige, malaiisisch-chinesische kompaktwagen zu sehen.
das hat Lotus nicht geschadet, und Shufu scheint doch eine recht hohe wertschätzung für technik und markenwerte zu haben.
da es schon vier-fünf massenmarken, von billig zu premium, im Geely-konzern gibt, wäre es äusserst unwahrscheinlich dass gerade von Lotus billigkleinwagen kommen, eher würde ich auf eventuelle entwicklungsarbeit für andere marken tippen.
ich sehe eine eventuelle erweiterung der Lotus palette nicht als negativ an, schliesslich haben z.b. auch bei Porsche teure SUVs (und nicht billigkleinwagen) die rentabilität der marke deutlich erhöht, ohne die markenwerte zu verwässern, und der fertigentwickelte Lotus SUV wird unwahrscheinlich ein billiges kleinwagen sein.
darüber hinaus, das leichtbau-know-how von Lotus wird für einen auf E-technik gerichteter konzern sehr nützlich sein können, verschiedene modellen oder ganze marken (Polestar) "engineered by Lotus" könnten auch ohne Lotus-billigkleinwagen den "weltweiten durchbruch" der marke bedeuten.
eine verlagerung der produktion nach China wäre ja gut möglich, rentieren würde es sich mit sicherheit, aber das hätte sich ja schon bei den Taxis und vor allem bei Volvo gelohnt, bei denen die traditionen nicht ganz so wichtig sind wie bei Lotus.
andererseits, solange entwicklung und endfertigung der Lotus sportwagen in GB erfolgen, kann man weiter von "made in GB" sprechen, auch wenn die tatsächliche produktion billiger in China erfolgt, Alfa macht es ja ähnlich, es wurde für Giulia und Stelvio viel werbung mit "made in Italy" gemacht, aber über 80% der teile kommen aus dem ausland, und niemand stört sich daran.
also, ausser ein paar ja sehr komische aussagen von Li Shufu gibt es gar keinen anhaltspunkt, um von ende oder langsames sterben von Lotus zu reden.
natürlich sehe ich es auch als problematisch an, wenn Lotus plötzlich ein vielfaches produzieren, oder auch nur entwickeln soll, das bisherige handeln von Shufu lässt aber viel mehr hoffen als seine worte.

naja... 1. Oktober 2017, 17:12 Uhr
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