Geldmangel

Ford prüft Jaguar

Foto: ams

Der US-Autokonzern Ford beginnt eine strategische Prüfung schwächelnder Bereiche wie der Nobelmarke Jaguar. Dies könne zum Verkauf von Vermögenswerten oder breiteren Allianzen mit anderen Unternehmen führen, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch (2.8.).

Diese Bemühungen würden von Kenneth Leet geleitet, einem neu angeheuerten strategischen Berater. Leet hatte Fusions- und Übernahmeteams bei der Investmentbank Goldman Sachs geführt. Leet wird nach Angaben der Zeitung direkt Bill Ford unterstellt, dem Konzernchef des zweitgrößten US-Autokonzerns. Ford stehe angesichts steigender Verluste unter Druck des Verwaltungsrates, dramatischere Restrukturierungsschritte zu unternehmen.

Ein kleines Team unter Führung von Leet habe begonnen, die Ford- Vermögenswerte und -Marken zu bewerten. Das Leet-Team werde erwägen, ob Ford einige schwache Marken verkaufen oder Allianzen mit anderen globalen Autoherstellern eingehen sollte. Außerdem solle geprüft werden, was mit Ford Credit geschehen solle, der Ford-Finanztochter. Deren Mittelbeschaffungskosten seien in die Höhe geschossen, weil das Kreditrating unter "Schrott"-Status gefallen sei. Ford hatte zuvor versichert, es werde keine Beteiligung an der Ford Credit verkauft.

Finanztöchter bleiben Gewinnbringer

Die Finanztöchter sind trotz ihrer stark gestiegenen Geldbeschaffungskosten hohe Gewinnbringer bei Ford und General Motors. GM ist dabei, eine 51-prozentige Beteiligung an seiner Finanztochter GMAC zu veräußern, um Geld in die Kasse zu holen. GM, Renault und Nissan überprüfen zur Zeit auch die Chancen für eine globale Allianz der drei Autokonzerne.

Ford verbuchte im April-Juni-Abschnitt einen Verlust von 123 Millionen Dollar (97,6 Mio Euro). Im zweiten Quartal 2005 hatte Ford noch 946 Millionen Dollar oder 47 Cent je Aktie verdient. Der Quartalsumsatz fiel deutlich auf 42,0 (Vorjahr: 44,5) Milliarden Dollar.

Ford litt in Nordamerika unter schwachen Absatzzahlen für seine großen Geländewagen und Pickups, die einstigen Gewinnbringer. Ford hatte bereits im Januar ein weit reichendes Restrukturierungsprogramm für Nordamerika vorgelegt. Konzernchef Ford will in den kommenden zwei Monaten weitere Restrukturierungsschritte ankündigen. Er hatte bereits im Rahmen eines im Januar vorgestellten Restrukturierungsplans den Abbau von 30.000 Stellen angekündigt und will bis 2012 insgesamt 14 nordamerikanische Fabriken schließen.

Verluste durch Luxuswagensparte

Die Luxuswagensparte Premier Automotive Group mit Volvo, Jaguar, Land Rover und Aston Martin schrieb in der Berichtszeit einen Vorsteuerverlust von 162 Millionen Dollar gegenüber 17 Millionen Dollar Gewinn im zweiten Quartal 2005. Ford Credit hatte nur noch einen Quartalsgewinn von 441 (740) Millionen Dollar, was auf höhere Refinanzierungskosten zurückzuführen war.

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