General Motors

Weitere Milliardenschulden zurückbezahlt

GM Logo Foto: dpa

Kurz vor seinem geplanten Börsengang bringt General Motors seine Finanzen in Ordnung. Der größte Autobauer der USA zahlt weitere Schulden beim Staat zurück, sichert sich bei Banken frisches Geld und sorgt für die Pensionen seiner Mitarbeiter vor.

Mit den am Donnerstag (28.10.) von Finanzchef Chris Liddell verkündeten Aktionen müht sich GM um Vertrauen bei seinen künftigen Aktionären und befreit sich von insgesamt 11 Milliarden Dollar an Lasten.

GM hübscht sich auf für den Börsengang

Der Börsengang wird für November erwartet und dürfte einer der größten aller Zeiten werden. Momentan liegt GM vor allem in den Händen des amerikanischen Steuerzahlers, der den Konzern im vergangenen Jahr mit 49,5 Milliarden Dollar vor der Pleite bewahrt und einen Neuanfang ermöglicht hatte.
 
Einen Teil der Schulden hat der Autobauer schon zurückgezahlt, nun kommen weitere 2,1 Milliarden Dollar hinzu. GM übernimmt von der Regierung gehaltene Vorzugsaktien. Dadurch steigt die Gesamtsumme inklusive Zinsen, die bislang an die Staatskasse zurückgeflossen ist, auf 9,5 Milliarden Dollar. Das restliche Geld soll im Wesentlichen der Börsengang in die Kasse spülen.
 
Um sich für die Rückkehr aufs Parkett hübsch zu machen, hat sich GM bei einer Gruppe von Banken eine Kreditlinie von 5 Milliarden Dollar gesichert. Fünf Jahre lang kann der Autobauer auf das Geld zugreifen und damit etwa die Neuentwicklung von spritsparenden Autos oder die Modernisierung von Werken finanzieren.

Weitere Schulden werden beglichen

Für die Pensionen der Mitarbeiter legt GM mindestens 6 Milliarden Dollar zur Seite, neben Bargeld zahlt der Konzern auch in Aktien. Darüber hinaus begleicht das Unternehmen 2,8 Milliarden Dollar an Schulden gegenüber dem Gesundheitsfonds der Autogewerkschaft UAW.
 
Mit milliardenschweren Zugeständnissen hatten die Arbeitnehmer die Rettung von GM mitgetragen. Dafür halten sie heute einen Anteil am Unternehmen. Die Mehrheit liegt mit 60,8 Prozent aber beim US-amerikanischen Staat. Auch Altinvestoren und der kanadische Staat, die ebenfalls Milliardenhilfen gegeben hatten, sind mit im Boot. Im Nachbarland hat GM ebenfalls große Fabriken.
 
General Motors war Mitte vergangenen Jahres in die Insolvenz gerutscht. Eine verfehlte Modellpolitik, überbordende Schulden, veraltete Werke und hohe Kosten fürs Personal hatten in die Katastrophe geführt. Mittlerweile verkaufen sich die Autos aber wieder gut und der Konzern verdient Milliarden - die richtige Zeit für den Börsengang.
 
Derzeit laufen Diskussionen, wie viele Aktien in einem ersten Schritt an die Börse gebracht werden. Die Rede ist von einem Volumen von 8 bis 16 Milliarden Dollar. Letztlich hängt die Entscheidung davon ab, wie viele große Investoren im Vorfeld ihr Interesse signalisieren. Nur bei ausreichender Nachfrage kann das Unterfangen zum Erfolg werden und bekommen die Steuerzahler am Ende ihr Geld komplett zurück.

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