Gewerkschaft will Übernahme von Continental abwehren

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Die Gewerkschaft IG BCE will die Übernahme des Autozulieferers Continental durch die fränkische Schaeffler-Gruppe abwehren. Das werde in der kommenden Woche in einer Strategiediskussion mit den Eignern im Aufsichtsrat geprüft, sagte Werner Bischof, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der Gewerkschaft, am Mittwoch (16.7.) im Deutschlandradio Kultur.

Er ist auch Mitglied im Continental-Aufsichtsrat. Schaeffler hatte am Dienstag offiziell für Conti ein Angebot vorgelegt, das den Konzern mit 11,2 Milliarden Euro bewertet. Aus seiner Sicht sei "Gefahr im Verzuge", sagte Bischof. Die geplante Übernahme könne zur Zerschlagung des Unternehmens führen, so im Reifenbereich. Das sei eine reale Gefahr.

Die Sorge der Arbeitnehmer über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze sei berechtigt: "Ist ja auch nicht unbegründet, denn immer in solchen Fusionen haben die Arbeitnehmer die Zeche bezahlt. Das ist dann das, wo man dann einspart, indem man Unternehmensteile verkauft und die werden dann möglicherweise im neuen Unternehmen als erste zur Disposition gestellt", erklärte Bischof.

Er kritisierte das Vorgehen der Schaeffler-Gruppe, in Entscheidungspositionen bei Continental zu gelangen, um von der "guten technologischen Ausgangsbasis" im Unternehmen zu profitieren. Durch die erfolgte Übernahme der Siemens-Sparte VDO werde Continental zu einem "Spitzenunternehmen mit Weltklassestandard", betonte das Aufsichtsratsmitglied. "Wenn das nun durch einen Dritten gestört wird, dann möchte er Zugang auch zu dieser hohen High-Tech-Basis finden und das macht die Sache dann natürlich schon bedenklich."

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